Obertürkheims Lisa-Marie Diehl wird von Osts Mirja Suckut verfolgt. Foto: Strehlow - Strehlow

Die Fußballerinnen des VfB Obertürkheim gewinnen das ausgeglichene Oberliga-Spiel gegen den Aufsteiger Spvgg Ost glücklich mit 2:1.

Obertürkheim Die einen tanzten im Kreis und sangen „Spitzenreiter, Spitzenreiter he, he“, die anderen schlichen mit gesenkten Köpfen vom Platz. Der VfB Obertürkheim gewann das Stuttgarter Duell gegen den Aufsteiger Spvgg Ost durch ein Eigentor in der Nachspielzeit mit 2:1 (0:0). Der tabellarische Unterschied zwischen den Teams von acht Plätzen war während der 90 Minuten zu keiner Zeit erkennbar. Wie es im Fußball aber häufig der Fall ist, ist das besser platzierte Team in so einem engen Aufeinadertreffen mit Fortuna im Bunde und darf letztlich jubeln.

„Wir haben gegen eine sehr gut organisierte Mannschaft mit Glück gewonnen. Ein Unentschieden wäre absolut gerecht gewesen“, sagte VfB-Coach Alexander Weiland. Sein Gegenüber Roland Filipovic saß nach der Partie noch minutenlang auf einer Bank, blickte ins Leere und haderte mit dem Schicksal. „Wir gehen seit Wochen auf dem Zahnfleisch. Die Mannschaft zerreißt sich, gibt alles und wird einfach nicht dafür belohnt.“ Ein Manko zieht sich aber bei den Ostlerinnen durch die bisherige Saison. „Wir bekommen zu viele Tore nach Standardsituationen“, hat Filipovic erkannt. So auch gestern. Das 1:0 für die Gastgeberinnen fiel in der 72. Minute im Anschluss an einen Eckball. Der erste Versuch von Amelie Fischer war noch ungenügend. Der Ball fand den Weg zurück zu ihr und dieses Mal zog sie das Spielgerät perfekt vors Tor – Lydia Schwaab am langen Pfosten musste aus einem Meter nur noch den Kopf hinhalten. Auch am Siegtreffer war Fischer beteiligt. Ihren stramm getretenen Eckstoß bugsierte die gute Ost-Spielführerin Catharina Schwägler unglücklich ins eigene Netz. Übrigens: VfB-Trainer Weiland bewies mit seinen Einwechslungen ein gewinnbringendes Händchen. Torschützin Lydia Schwaab kam zur zweiten Hälfte, Amelie Fischer in der 49. Minute. Auch die Hereinnahme von Teresa Böpple in der 50. Minute sorgte für mehr Belebung auf dem Platz. Die beiden sehr kompakt stehenden und gut organisierten Mannschaften neutralisierten sich nämlich in Abschnitt eins. Vor beiden Toren herrschte Langeweile. Erst ein Schuss aus 20 Metern von der agilen Lisa Kröper nach 49. Minuten an die Latte des Obertürkheimer Gehäuses ließ den Puls der Zuschauer schlagartig höherschlagen. Eben die eingewechselte Teresa Böpple vergab dann zwei gute Torchancen (63./70.), ehe die Gastgeberinnen in Führung gingen. Auch wenn die Obertürkheimerinnen nun am Drücker waren, glaubten die Gäste an ihre Chance. Diese kam in der 77. Minute. Dragana Rabrenovic brachte eine Ostlerin im Strafraum ungestüm zu Fall und der gute Schiedsrichter Soner Celkin (Neidlingen), der mit der fairen Partie keine Probleme hatte, zeigte zurecht auf den Elfmeterpunkt. Spielführer­in Catharina Schwägler trat an und verwandelte souverän. In der Nachspielzeit stand Catharina Schwägler erneut im Fokus – dieses Mal jedoch als Unglücksrabe.

„Wir werden weiter konsequent und hart an uns arbeiten, dann wird sich der Erfolg mit Sicherheit demnächst einstellen“, so Ost-Trainer Filipovic. Vielleicht schon am nächsten Sonntag, da treten die Ostler­innen beim FV 09 Niefern an.

Nach der Niederlage von Hegnach in Löchgau grüßt der VfB von der Tabellenspitze aus. So gut war das Team von der Hafenbahnstraße in der sechsjährigen Oberliga-Geschichte noch nie platziert. Am kommenden Sonntag tritt die Mannschaft von Trainer Weiland zum Spitzenspiel in Hegnach an. „Wir stehen überraschend gut und können frei aufspielen“, weiß Weiland.

VfB Obertürkheim: Vanessa Diehl:; Lisa-Maria Diehl, Nadine Gairing, Barth, Merten, Rabrenovic, Larissa Reiser, Freier, (86. Strohm), Dujmovic (49. Fischer), Sophie Gairing (46. Schwaab), Pissarek (50. Böpple).

S pvgg Ost: Krimmer, Kaiser, Sophie Schwägler, Catharina Schwägler, Kraft, Buhr (76. Rometsch) Suckut (75. Schwarz), Mowlai, Lindig (82. Wicke) , Kröper , Zimmerer.

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