Die Kreuzung Hedelfinger Straße/Otto-Konz-Brücken und die sich unmittelbar dahinter befindende Einmündung Otto-Konz-Brücken/Kesselstraße sollen im Zuge des Radwegbaus für 2,8 Millionen Euro zu Kreisverkehren umgebaut werden. Foto: Elke Hauptmann - Elke Hauptmann

Die Verwaltung hat die Pläne für die Hauptradroute 2 von Ost nach Hedelfingen überarbeitet. Das neue Konzept sieht massive bauliche Eingriffe vor: zwei Kreisverkehre und einen Wender.

HedelfingenIm Frühjahr 2021 will die Stadt mit der baulichen Umsetzung der Hauptradroute 2 zwischen Stuttgart-Ost und Hedelfingen beginnen. Zwei Jahre sollen die Arbeiten dauern und 9,5 Millionen Euro kosten – plus weitere 2,8 Millionen Euro für die Umgestaltung zweier Knotenpunkte, die der Gemeinderat erst noch bewilligen muss. Wie Andreas Hemmerich vom Amt für Stadtplanung und Wohnen am Montagabend in einer gemeinsamen Sitzung der Bezirksbeiräte Wangen und Hedelfingen erläuterte, schlägt die Verwaltung die Variante Ulmer/Hedelfinger Straße zur Umsetzung vor. „Die Route erfüllt alle Anforderungen.“

Die von den Lokalpolitikern zuvor angeregte Alternativstrecke Nähterstraße/Höhbergstraße habe man detailliert geprüft – und verworfen, da unter anderem die Straßenbreite stellenweise nicht ausreiche. Selbst dann nicht, wenn man Parkplätze am Straßenrand zugunsten von Radstreifen wegnehme. „Was immerhin rund 80 Stück allein im zentralen Bereich in Wangen wären.“ Zwar reduziere sich auch bei der bevorzugten Variante das Parkplatzangebot zwischen Ost und Wangen um 44 Stellplätze sowie zwischen Wangen und Hedelfingen um 48 Parkplätze, insgesamt aber falle die Bilanz günstiger aus. Alles in allem, fasste Hemmerich zusammen, habe die überarbeitete Variante Ulmer/Hedelfinger Straße viele Vorteile, nicht nur für Radfahrer. Sie ermögliche zudem eine städtebauliche Aufwertung.

Die aktuelle Planung sieht in vielen Bereichen eine weitgehende Neukonzeption vor. Zentraler Unterschied zur Vorlage von 2016 ist, dass auf freier Strecke jetzt keine Radschutzstreifen mehr geschaffen werden. Weil sie Gefahren für die Radler bergen, sollen sie laut Hemmerich bei Neuplanungen nicht mehr angewendet werden. Stattdessen ist vorgesehen, Radfahrer auf gekennzeichneten Radfahrstreifen und im Mischverkehr mit den Autos zu führen. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit ist daher die Einführung von ganztägig Tempo 30 jeweils in beide Fahrtrichtungen in der Inneren Ulmer Straße, in der Hedelfinger Straße zwischen Wangen Marktplatz und Otto-Konz-Brücken und in der Wasenstraße zwischen Marktplatz Wangen und Inselstraße vorgesehen. „Dadurch ergeben sich signifikante Entlastungswirkungen im gesamten Streckenzug“, betonte Hemmerich.

Die Pläne sehen vor, den Radverkehr von der Landhausstraße bis zur Inselstraße durchgängig in beiden Fahrtrichtungen auf mindestens 1,85 Meter breiten Radfahrstreifen zu führen – nur an den Knoten Langwiesenweg, Viehwasen und Inselstraße wird es auf kurzen Abschnitten Radschutzstreifen geben. Um entsprechend Platz zu schaffen, werden teilweise die noch vorhandenen zweiten Pkw-Fahrspuren zugunsten der Radler aufgegeben, Seitenräume verschmälert und Stellplätze entfernt. Zwischen Wangener Marktplatz und Otto-Konz-Brücken wird der Radverkehr im Mischverkehr mit den Autos geführt. Die bestehende Baumreihe vor der Wilhelmschule soll im Bereich der Ran-Tankstelle des Autohofs fortgeführt werden. Den Wunsch der Wangener Bürger, dort einen Radweg anzulegen, lehnen die Stadtplaner ab: Dafür müssten zu viele Bäume und Parkplätze geopfert werden.

Die aufwendigsten Baumaßnahmen sind im Südabschnitt der Hedelfinger Straße vorgesehen: Der Knotenpunkt Hedelfinger Straße/Otto-Hirsch-Brücken/ Kemptener Straße/Kesselstraße/Autohof soll mit zwei Kreisverkehren völlig neu geordnet werden. „Dadurch kann die Leistungsfähigkeit gesteigert werden und die Kesselstraße als Haupterschließung des Gewerbegebiets gestärkt werden“, so Hemmerich. Der Kreisverkehr ermögliche auch einen neuen Z-Überweg bei der Ran-Tankstelle sowie größere Aufstellflächen für Fußgänger am bestehenden Überweg beim Obi. Die Stadtbahnhaltestelle Hedelfinger Straße soll einen zweiten Zugang mit Zebrastreifen erhalten und auf Höhe der Wohnbebauung werden ein neuer Z-Überweg sowie zwei Kopfwendemöglichkeiten eingerichtet. Letztere werden benötigt, weil die Kreuzung Hedelfinger Straße/Heiligenwiesen zurückgebaut werden soll: Links einbiegen von Wangen kommend sowie links ausfahren nach Hedelfingen ist dann nicht mehr möglich. Durch den Rückbau zum Halbanschluss würde die Hedelfinger Straße und der Hedelfinger Platz um etwa 1000 Fahrzeuge am Tag entlastet, erläuterte Hemmerich.

Die Lokalpolitiker aus Wangen und Hedelfingen lobten: Die überarbeiteten Pläne würden im Vergleich zu 2016 eine deutliche Verbesserung darstellen und seien zumindest der Anfang für eine fahrradfreundliche Verkehrsführung. Im Detail allerdings äußerten sie Kritik, etwa am Kreisverkehr Kesselstraße und am Rückbau der Straße Heiligenwiesen.

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