Die Geschäftsleitung des Hauses im Sommerrain setzt sich dafür ein, dass es einen Bankautomat bekommt und eine Anlaufstelle für Pakete der Post. Foto: Iris Frey - Iris Frey

Im Sommerrain gab es kürzlich das erste Bürgerforum. Dort stellten sich alle Aktiven, Vereine und Institutionen vor und Bürger konnten ihre Wünsche äußern, dabei ging es um mehr Nachbarschaftshilfe.

Bad CannstattDer Stadtteil Sommerrain soll weiterentwickelt werden. Nicht erst, seit es die Quartiersanalyse aus dem DRK-Pflegezentrum Haus im Sommerrain gab. Auch die Stadtverwaltung ist in den Prozess mit eingebunden. Und so gab es kürzlich erstmals ein Bürgerforum, geleitet von Julia Bohn vom Haus im Sommerrain und begleitet von Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler.

Julia Bohn, Quartiersmanagerin vom Haus im Sommerrain zeigte sich nun im Rückblick auf die Veranstaltung im Feuerwehrhaus Sommerrain sehr zufrieden: Das erste Bürgerforum in Sommerrain ist erfolgreich geschafft. „Es war recht gut besucht“, bilanziert Bohn. Zwischen 50 und 70 Interessierte seien gekommen. „Das hat mich sehr gefreut“, sagt Bohn. Auch viele Vereine und Institutionen seien da gewesen und hätten sich im Plenum vorgestellt. Sie haben über ihre offenen Angebote gesprochen und von ihrer Arbeit berichtet. Unter den Institutionen waren die evangelische und die katholische Kirche samt Kindergärten, das Albertus-Magnus-Gymnasium, die Grundschule, Vertreter der Polizei, der Freiwilligen Feuerwehr, von Grün-Weiß-Sommerrain und dem Haus im Sommerrain. Auch Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler war da.

Die Bürger hätten Fragen gestellt, etwa zu den Baumaßnahmen an der Grundschule in Sommerrain. Zudem hat sich Bohn vorgestellt, die die neue Quartiersmanagerin im Haus im Sommerrain ist und Ansprechpartnerin für das Bürgerforum und die Bürger. Thema war, wie Neuigkeiten besser verteilt werden. Ein paar Menschen hätten sich gemeldet, die sich gerne engagieren möchten, auch, um Einladungen zum Bürgerforum zu verteilen. Rund 25 Interessierte hätten sich in eine Liste eingetragen.

Nachdem sich die Einrichtungen vorgestellt haben, konnten die Bürger ihre Anliegen mitteilen, was sie sich im Sommerrain wünschen. So sei festgestellt worden, dass es im Stadtteil keine Apotheke gebe. Es wurde auf den Lieferdienst der Apotheken hingewiesen. Doch ein Bürger hatte das Problem, wie die Rezepte in die Apotheke kommen. Auch da habe sich jemand gemeldet, so Bohn. Sie kümmere sich jetzt um die sinnvolle Koordination solcher Angebote.

Aus dem Plenum heraus sei auch der Wunsch nach nachbarschaftlicher Hilfe gekommen, ob man vielleicht eine Tauschbörse anbieten könne. „Man möchte eine gute Gemeinschaft“, sagt die Quartiersmanagerin. „Die Bürger waren interessiert, zu erfahren, was es alles im Stadtteil gibt und möchten sich aber auch einbringen“, sagt Bohn.

Auch Themen der Polizei wurden angesprochen wie ein geplünderter Kleidercontainer. Beim Thema Falschparker wurde erklärt, wenn sie stören oder andere gefährden, solle die Polizei gerufen werden.

Die Infrastruktur im Stadtteil war Thema. Ein Laden könne nicht aufgemacht werden. Doch: Jeden Freitag fährt ein DRK-Bus vom Haus im Sommerrain zum nächstliegenden Rewe-Lebensmittelgeschäft. Es wurde überlegt, ob noch eine zweite Tour sinnvoll sei. Die Einkaufstour werde gut angenommen, so Bohn. Sollte es dazu kommen, dass noch eine zweite Tour angeboten werde, müsse man noch einen zweiten Fahrer finden, so Bohn. Wie berichtet, will das Haus im Sommerrain einen Bank-Automat der BW-Bank im Gelände aufstellen. Auch soll es im Haus im Sommerrain eine Postannahmestelle für frankierte Päckchen für DHL geben, das die Post dann abhole. Doch für beides gebe es noch keine festen Start-Termine.

Beim ersten Bürgerforum sei bürgerliches Engagement im Mittelpunkt gestanden, so Bohn. Bohn koordiniert es und will es intensivieren.

Das Bürgerforum ist auch aufgrund einer Quartiersanalyse des Deutschen Roten Kreuzes vom Haus im Sommerrain entstanden. „Wir reagieren bereits auf die Quartiersanalyse“, sagt Bohn. Dabei werde auf die Wünsche der Bürger eingegangen, wie etwa nach dem Angebot von Geldinstituten, Post und Einkaufstouren. Das Pflegezentrum Haus im Sommerrain will damit auch mit dem Stadtteil weiter zusammenwachsen. Die Einrichtung des DRK zählt 102 Pflegeplätze und ist voll besetzt mit Warteliste und hat 31 betreute Wohnungen. Der Wunsch nach einer Tagespflege, wie er in der Quartiersanalyse angesprochen worden war, sei nun nicht mehr formuliert worden, so Bohn.

Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler bilanzierte: „Das Bürgerforum war sehr informativ für alle Beteiligten. Sinn war ja auch, Netzwerke zu ermöglichen. Wir wollen das Format nun alle Jahre im Mai wiederholen.“ Werner Schüle hatte als Sportkreisvizepräsident das Projekt „Begleitet bewegen“ vorgestellt, welches es seit sechs Jahren gibt und immer freitags um 10 Uhr vor dem Haus im Sommerrain startet. „Ich habe für mehr Bewegung geworben“, so Schüle. Dabei gehe es beim Quartiersspaziergang auch um die soziale Kompetenz.

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