KSV-Judoka Fabian Häßner (in Blau) Foto: Rudel - Rudel

Den Esslinger fehlt noch ein Schritt zum Erreichen der Finalrunde in Hamburg.

EsslingenAuf einmal streckte Carsten Finkbeiner, der Teamchef des Judo-Bundesligisten KSV Esslingen, seine rechte Hand nach oben, die fünf Finger weit gespreizt. Dann gestikulierte er wild und rief irgendetwas in Richtung Matte. Und auch, wenn der genaue Wortlaut im heftigen Klatschen der rund 300 Zuschauer in der KSV SportArena unterging, so war dennoch jedem klar, was er meinte. Finkbeiner wollte den Esslinger Judoka Niklas Ebert darauf aufmerksam machen, dass er noch fünf Sekunden durchzuhalten hatte. Fünf Sekunden zum Unentschieden gegen Rekordmeister TSV Abensberg. Fünf Sekunden zum ersten Punktgewinn überhaupt gegen die favorisierten Niederbayern.

Ebert führte dank eines Waza-ari, der kleineren Wertung im Judo, im vierzehnten und somit letzten Kampf des Tages gegen Benjamin Münnich. Ein Sieg in diesem Duell war Pflicht, wollten die Esslinger noch den Ausgleich zum 7:7 schaffen und somit die Chance auf die am 3. November in Hamburg stattfindende Bundesliga-Finalrunde wahren.

Und Ebert hielt durch. Er überstand die letzten Sekunden des Kampfes unbeschadet – ganz zur Freude von Finkbeiner, der frenetisch anfeuernden Teamkollegen und des Esslinger Publikums. „Zufrieden bin ich trotzdem nicht“, sagte Teamchef Finkbeiner im Anschluss zähneknirschend: „Wir hatten uns vorgenommen, Abensberg dieses Mal zu besiegen. Und die Chancen dazu waren definitiv da.“ Ramadan Darwish (über 100 Kilogramm) und Fabian Häßner (bis 60 Kilogramm) hatten den KSV früh mit 2:0 in Führung gebracht und auch im zweiten Durchgang lagen die Esslinger nach Siegen von Sven Heinle (über 100 Kilogramm) und erneut Häßner mit 5:4 vorne. Am Ende fehlte dem Gastgeber hier und da das entscheidende Quäntchen Glück. „Teilweise waren es echt nur Muggeseggele, die die Kämpfe entschieden haben“, sagte die KSV-Vorstandsvorsitzende Claudia Thomas.

Für Finkbeiner und die Esslinger Judoka bedeutet das Unentschieden gegen Abensberg, dass am kommenden Wochenende unbedingt ein Sieg her muss. Dann gastiert der KSV beim JT Heidelberg-Mannheim. „Auf dem Papier sind wir da Favorit“, erklärte Finkbeiner, der aber mit einem Auge auch nach München schauen muss. Der TSV Großhadern ist aktuell punktgleich mit den Esslingern Tabellenzweiter, an der Finalrunde kann jedoch nur eines der beiden Teams teilnehmen. Die Abensberger stehen bereits als Sieger der Gruppe Süd fest. „Wir konzentrieren uns einfach auf uns, alles andere können wir eh nicht beeinflussen“, sagte Finkbeiner und gesellte sich zu den Sportlern.

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