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Grund zum Feiern am Samstag: Insgesamt 110 Jahre bringen Rekord-Nationalspieler Frank Otto mit seinem 60. und das SVC-Urgestein Jürgen Rüdt mit seinem 50. Geburtstag zusammen.

Bad CannstattWenn Wasserball-Legenden feiern, kann das ganz unterschiedlich aussehen. Gleich zwei Mal feiert man am heutigen Samstag beim SV Cannstatt einen runden Geburtstag und dies gleich mit zwei Wasserball-Legenden. Insgesamt 110 Jahre bringen Rekord-Nationalspieler Frank Otto mit seinem 60. und das SVC-Urgestein und langjähriger Mannschaftskapitän Jürgen Rüdt mit seinem 50. Geburtstag zusammen. Doch während Jürgen Rüdt zum großen Fest in die Gaststätte des vereinseigenen Mombach-Bades eingeladen hat, hat Frank Otto die „Flucht“ angetreten. Er feiert seinen „Sechziger“ mit der Familie in den USA.

Frank Otto ist im Welt-Wasserball bekannt wie ein bunter Hund, eine schillernde Figur und zugleich einer der ganz Großen und Mitglied jeder All-Time-Best-Mannschaft. Er kam im Jahr 1985 als Italien-Profi von Rari Nantes Camogli zum SVC und beendete auch seine Karriere 1993 bei den Cannstattern. Nach kurzem Verschnaufen sprang der gebürtige Berliner 1994 als Präsident ein, führte den Traditionsverein von der Mombach-Quelle bis 1999. Mit Otto, der für seine Schnelligkeit und seine linke „Klebe“ aus dem Rückraum bei allen Torhütern gefürchtet war, kamen die Schwaben in der Spitzengruppe des deutschen Wasserballs an und etablierten sich als Kandidat für die Medaillenränge. Einziges Manko: Seinen ehemaligen Mannschaftskameraden aus Berlin konnte er nie die Meisterschaft abknöpfen.

Doch das ist auch Jürgen Rüdt nicht gelungen, der von 1985 bis 2002 aktiv war, davon lange Jahre als Mannschaftsführer. „Das war – abgesehen von der Mannschaft, die 2006 Deutscher Meister wurde – die große Zeit des SVC“, stellt Rüdt rückblickend fest. „Die Spiele im Europapokal waren unvergesslich. Einmal hatten wir Europapokalsieger Budapest am Rande einer Niederlage“, schwelgt er in Erinnerungen. Nach seiner aktiven Zeit wechselte er für die Saison 2003/04 direkt auf die Trainerbank der Bundesliga-Mannschaft, um in den Jahren 2013 bis 2015 nochmals am Beckenrand Platz zu nehmen.

Jürgen Rüdt legte als Aktiver, als Trainer und Funktionär immer Wert auf mannschaftliche Geschlossenheit. Das sieht man auch bei den Zusagen zu seiner Geburtstagsfeier. Ein Who-is-Who der SVC-Mannschaften der vergangenen 30 Jahre hat sich angesagt, allen voran Olympia-Bronzemedaillengewinner Thomas Huber. „Ich rechne mit 80 Leuten – wenn es 100 werden, ist es auch nicht schlimm“, erklärt Rüdt lachend.

Einer wird aber auf jeden Fall fehlen: Frank Otto, der zum Geburtstag seinen Sohn besucht, der in Lebanon/Illinois die Universität besucht. „Auch unsere Tochter kommt aus New Orleans“, erzählt der Rekordnationalspieler (467 Einsätze). „Die letzten runden Geburtstage habe ich immer groß gefeiert, aber die Zeiten als Feierbiest sind ein wenig vorbei“, erklärt der gebürtige Berliner mit einem Augenzwinkern, schiebt aber gleich nach: „Ich habe mich mit meinen Berliner Kumpels bei der Grünen Woche getroffen und der 60er wird nachgefeiert – im Herbst beim Volksfest.“

Am nächsten Grund zum Feiern arbeitet Otto aber schon. „Wir wollen mit dem SVC zu den Weltmeisterschaften der Masters nach Korea. Dann aber in der Ü 60.“ Wer Otto kennt, weiß, dass der das nicht auf die leichte Schulter nimmt, im Erfolgsfall aber das Feiern dann wieder nicht zu kurz kommt.

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