Zum Abschluss des Projekts wurde den Beteiligten des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums ein Zertifikat vom Bündnis gegen Cybermobbing überreicht. Foto: Schumacher - Schumacher

Schüler des Ell-Heuss-Knapp-Gymnasiums haben gemeinsam mit dem Bündnis für Cybermobbing ein Projekt durchgeführt, um auf Gewalt im Netz aufmerksam zu machen.

Bad Cannstatt Eine Bad Cannstattder Schattenseiten der Digitalisierung ist das Cybermobbing. Schüler werden im Internet zum Beispiel in Chatgruppen von Mitschülern beleidigt und gedemütigt. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, kooperiert das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium mit dem Bündnis gegen Cybermobbing. Ziel ist es „Eltern, Schüler und Lehrer gemeinsam für das Thema zu sensibilisieren“, sagt Johannes Götz, Schulsozialarbeiter am Gymnasium. In den vergangenen sechs Wochen haben daher 55 Schüler der Klassenstufe 6 das Thema auf drei unterschiedliche Weisen aufgearbeitet: Es sind Filme, Theaterstücke und Comics entstanden, die Fälle von Cybermobbing veranschaulichen. Gezeigt wurden die Arbeiten den Eltern in der Aula des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums. Auch die elfjährige Sena ist begeistert von dem Projekt: „Alle haben sich viel Mühe bei ihren Theaterstücken, Filmen und Comics gegeben.“ Das Projekt soll am Elly-Heuss-Knapp wenn möglich auch im nächsten Jahr wieder durchgeführt werden, sagt Götz. Das ist auch im Sinne des Erfinders: „Schulen sollten das Projekt regelmäßig durchführen, um auf das Thema aufmerksam zu machen“, sagt Moritz Scherzer vom Bündnis gegen Cybermobbing. Er und seine Kollegen führen das Projekt seit vergangenem Jahr in Schulen in ganz Baden-Württemberg durch.

Um Kinder und Jugendliche vor Cybermobbing zu schützen, gibt Scherzer Tipps für Schüler und Eltern im Umgang mit digitalen Medien: „Wichtig ist es, genaue Zeiten zu vereinbaren, wann ein Kind oder Jugendlicher online sein darf“, sagt er. Auch die Inhalte, die sich Kinder online anschauen, sollten gemeinsam besprochen werden. Außerdem rät er, sich an den Altersempfehlungen der Hersteller von Apps zu orientieren. Beim Messengerdienst WhatsApp lautet die Altersempfehlung beispielsweise ab 16 Jahren. Letztlich könne es aber keine pauschale Empfehlung geben, wann welche App oder welches Spiel genutzt werden darf. „Das müssen Eltern individuell beurteilen, denn die kennen ihr Kind am besten“.

Wenn ein Schüler Opfer von Cybermobbing wird, rät Scherzer, dass der Betroffene selbst – und nicht die Eltern – auf die Täter zugehen sollen. Wichtig ist es auch, die Vorfälle zu dokumentieren, um die Tat im Falle einer Anzeige beweisen zu können. Wenn das eigene Kind zum Täter wird, sollten Eltern Grenzen aufzeigen und die Ursachen für das Verhalten des Kindes ermitteln. Denn „die Eltern sind in der Verantwortung, nicht die Lehrer oder die Schulsozialarbeiter“, sagt Scherzer.

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