Das Verkehrsschild weist auf die Sackgasse hin. Foto: Iris Frey - Iris Frey

Hinter der katholischen Kirche St. Barbara ist seit kurzem eine Sackgasse ausgeschildert. Es gibt keine Durchfahrtsmöglichkeit mehr für den Autoverkehr. Der Eigentümer hat Poller errichtet – rechtmäßig.

HofenVor kurzem ist der Weg hinter der neuen Kita St. Barbara mit Pollern blockiert worden. Zur Verwunderung so mancher Autofahrer. Denn sie können ab sofort nicht mehr hinter der St. Barbara-Kirche zum St. Barbara-Gemeindehaus fahren, wie seit jeher, nur noch zu dem Parkplatz oberhalb. Dann endet die Autofahrt wegen der Poller.

Bei Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann nachgefragt, wie es dazu gekommen ist, erklärt dieser: Die Wolfgangstraße sei vom Gemeindehaus bis zur Abbiegung eine private Straße. Sie sei auf einem privatem Grundstück. „Der Eigentümer hatte in den vergangenen Jahren die Nutzung und Durchwegung durch Bürger geduldet“, so Bohlmann. Dies habe Überhand genommen, dass er sich inzwischen extrem belästigt fühle. Außerdem sei aus Unkenntnis angenommen worden, es sei eine öffentliche Straße. Die Leute seien teilweise unverschämt gewesen, berichtet der Bezirksvorsteher und hätten den Eigentümer angegangen. Der Eigentümer habe vor ein paar Wochen ein Schild angebracht und die Nutzer auf den privaten Weg hingewiesen. Dies sei nicht beachtet worden. Auch seien seine Parkplätze dauerhaft von Fremden belegt worden und der Kindergartenbringservice der Mütter habe ebenfalls diese Straße genutzt. Der Eigentümer habe sich nicht anders zu helfen gewusst, als am Freitag vor dem Weihnachtsmarkt die Poller anzubringen, da andere Hinweise nicht genutzt hätten. Teile des Weges von der Burgruine hoch bis zur ersten Kurve seien öffentlich, ab dort privat und gehöre dem Eigentümer Scheef und ab den Pollern der katholischen Kirche.

Der Fußweg gehöre laut Bezirksvorsteher zum privatem Grundstück und sei von der katholischen Kirche im Zuge der Bauarbeiten der Kita mit hergerichtet worden. Die Parkplätze oberhalb der Wiese bei der Burgruine gehören laut Bezirksvorsteher zum Eigentümer Scheef. Die katholische Kirche habe ein Wegerecht vom Gemeindehaus bis zu den Pollern.

Bohlmann hat kürzlich einen Vermittlungsversuch unternommen. „Der Runde Tisch wurde von mir initiiert, da der Bürgerverein Hofen und die Bürger in Unkenntnis der Sachlage gedacht hatten, dies ist ein öffentlicher Weg und jetzt hätte jemand etwas widerrechtliches gemacht.“ Dies sei emotional auch in Facebook diskutiert worden. „Um eine weitere Eskalation zu verhindern und Licht in das Dunkel für alle Beteiligte zu bringen, habe ich den Runden Tisch vorgeschlagen und dieser wurde auch von allen Seiten begrüßt.“

Das Problem sei gewesen, so Bohlmann, dass der Bürgerverein und andere befürchteten, dass durch das Absperren der Straße Rettungswege bei Veranstaltungen nicht mehr gewährleistet seien und dass gegen bestehendes Recht der Durchfahrungs- und Parkmöglichkeit auf der Straße verstoßen werde. Es sei auch ein Kommunikationsproblem gewesen mit Wissensdefiziten.

Das Gespräch sei sehr konstruktiv gewesen, berichtet Bohlmann. Nachdem klar gestellt wurde, wie die Eigentumsverhältnisse sind, sei deutlich gewesen, dass es keinen Grund gab, sich zu beschweren. Der Eigentümer habe nur seine schon lange angekündigte Warnung wahr gemacht. Dies sei aber ausdrücklich nicht auf Festivitäten und Besucher der Kirche gemünzt. Der Bürgerverein hatte dies, so Bohlmann, falsch verstanden.

„Bei Festen und Veranstaltungen von Vereinen können nach Absprache mit dem Eigentümer die Poller zukünftig umgekippt werden und ist ein Durchfahren zeitlich befristet möglich. Zu Fuß kann der Weg weiter benutzt werden. Die Parkplätze dürfen auch zu Gottesdiensten und Veranstaltungen in der Kirche von Besuchern genutzt werden, außer es gibt eine Veranstaltung beim Besen Scheef“, erklärt Bohlmann. Die festen Poller werden gegen Klappbare ausgetauscht. Die Zufahrt zum Gemeindehaus muss über die Hardtwald- und Oeffinger Straße erfolgen, dort müssen auch die Eltern von Kindergartenkindern umdrehen. Der Lieferverkehr werde darauf hingewiesen. „Es wurde vereinbart, dass sich der Bürgerverein bei den Eigentümern dafür entschuldigt, dass diese Situation sich so verselbstständigt hatte“, so Bohlmann. Alle Seiten hätten sich verständigt, im Vorfeld einer solchen Situation zukünftig besser zu kommunizieren. Autofahrer müssen im Weg hinter der Kirche achten, dass die Straße schon immer als Sackgasse beschildert ist. Ein Durchfahren zu Gemeindehaus oder Kindergarten sei nicht mehr und ein Wenden erschwert möglich. Die Straße werde nicht als Fluchtweg benötigt. In Absprache mit dem Eigentümer kann sie zu speziellen Gelegenheiten geöffnet werden. Der Weg sei nicht als Fluchtweg bei Veranstaltungen um Kirche und Kelterplatz notwendig. In puncto Beschilderung hat Bohlmann noch eine Anfrage bei der Verwaltung laufen, inwieweit die Sackgasse deutlicher gemacht werden kann. „Ich gehe davon aus, dass es sich rumgesprochen hat, wie zu fahren ist. Das Durchfahrt-Verboten-Schild des Eigentümers muss zur Kurve nach oben versetzt werden.“

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