Der Koblenzer Patrick Gereke und sein Sohn Max befinden sich auf der Durchreise gen Süden. Im Fan-Center haben sie sich Andenken wie zum Beispiel den VfB-Fan-Schal mit auf den Weg genommen. Foto: Sebastian Gall - Sebastian Gall

Daneben gibt es weitere schräge und weniger schräge Artikel im Fan-Center

Bad CannstattAm Freitag ist es soweit: Saisonauftakt in der zweiten Bundesliga und damit erstes Heimspiel für den VfB Stuttgart. Die Cannstatter haben mit Mit-Absteiger Hannover direkt einen schweren Brocken vor der Brust. Trotzdem soll mit einem Sieg die Saison erfolgreich begonnen werden. Im weiß-roten Umfeld wünscht man sich natürlich den direkten Wiederaufstieg, auch wenn Neu-Sportdirektor Sven Mislintat sagte, der Wiederaufstieg sei keine Pflicht. Nach den Querelen um Ex-Präsident Wolfgang Dietrich will man sich wieder voll auf den Sport konzentrieren. Dazu gehört natürlich auch die richtige Ausstattung für die Fans. Die bekommt man im VfB-Fan-Center direkt an der Mercedes-Benz-Arena. Wir haben uns dort bei Mitarbeitern und Kunden umgehört, was bei den Fans gut ankommt und und was sie von der neuen Saison erwarten.

VfB setzt auf Fairtrade

Neben der Liga-Zugehörigkeit gibt es beim VfB diese Saison noch etwas Neues: den Ausrüster. Der Verein hat von Puma auf Jako gewechselt. Dem Trikot-Absatz tut das keinen Abbruch: „Wir liegen bei den Verkaufszahlen etwa auf Vorjahresniveau. Die neuen Trikots kommen bei den Fans richtig gut an“, sagt David Haller, Teamleiter der Merchandise-Abteilung. Vergangenes Jahr wurden zum gleichen Zeitpunkt etwa 37 500 Jerseys verkauft. Dabei schneide vor allem das rote Auswärtstrikot – dessen Muster aus Zeichnungen der Mercedes-Benz-Arena entstand – gut ab, es liegt allerdings trotzdem hinter dem weißen Heimtrikot. Wie das dritte Trikot aussehen wird, durfte Haller noch nicht verraten. Es soll im August präsentiert werden. Eine weitere Neuerung ist, dass es nur noch ein einheitliches Trikot gibt. „Fans und Spieler tragen das gleiche.“

Neben Trikots bleiben auch weitere Textilien die Verkaufsschlager. Und da setzt man beim Cannstatter Traditionsclub auf Fairtrade. Die Kleidung wird nach Global Organic Textile Standard (GOTS) – der Standard steht für strenge ökologische Kriterien entlang der gesamten Produktionskette – hergestellt. „Das ist uns ein großes Anliegen. Wir sind in der Bundesliga mit ein oder zwei anderen Vereinen Vorreiter, was das Thema Fairtrade angeht“, sagt Haller. Auch das Etikett der Kleidung ist wiederverwendbar. Dort sind Blumensamen eingearbeitet, die man mitsamt Etikett einsähen kann. Neben Trikots, weiterer Kleidung, Haushaltswaren und Lebensmitteln gibt es auch schrägere Produkte. Etwa einen VfB-Gullydeckel – der schon in zweistelliger Menge verkauft wurde – oder auch eine Verkleidung in Vereinsfarben für die Satellitenschüssel. „Unsere Fans halten auch in schwierigen Phasen zu uns, das ist sehr positiv“, sagt der Teamleiter.

Ganz so verrückte Sachen wurden bei unserem Besuch nicht gekauft. So hat sich der gebürtige Berliner Rico Reichmann ganz klassisch Karten für das Spiel am Freitag besorgt. „Eigentlich bin ich Union-Berlin-Fan aber die Stimmung in Stuttgart ist schon top. Außerdem hoffe ich, dass ich nächste Saison ein Duell der beiden Vereine in der Bundesliga sehen kann“, sagt er. Auch alle anderen einkaufendenden Fans sind vom Aufstieg überzeugt. „Der Aufstieg ist ein Muss mit diesem Kader. Außerdem sollte man immer optimistisch sein“, sagt Peter Müssig aus Winnenden, der sich auch Karten für das anstehende Heimspiel gekauft hat. „Ich hoffe auch, dass das ganze Chaos im Zusammenhang mit Wolfgang Dietrich nun vorbei ist und man sich nur auf Fußball konzentriert.“ Manchmal sei es schon interessant, wie sehr Führungskräfte an ihren Posten kleben, so der Winnender weiter. Auch für Dragan Krandic, der sich gerade ein rotes Auswärtstrikot mit dem Namen des argentinischen Mittelfeld-Abräumers Santiago Ascacibar beflocken lassen hat, hat Dietrich eine ungünstige Figur gemacht. „Trotzdem schafft der VfB den Aufstieg“, ist er überzeugt. Der neuen Saison steht also nichts mehr im Weg.

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