Die 26 Meter hohe Fruchtsäule ist von weitem zu sehen. Foto: Edgar Rehberger - Edgar Rehberger

Das Wahrzeichen des Cannstatter Volksfestes, die 26 Meter hohe Fruchtsäule, wurde zum fünften Mal von der Gärtnerei Locher ins Szene gesetzt und dekoriert – mit 3,5 Tonnen Obst, Gemüse und Feldfrüchten

Bad CannstattSie ziert Postkarten, ist beliebter Treffpunkt und gilt als Wahrzeichen des Cannstatter Volksfestes: die Fruchtsäule. Schon bei der allerersten Auflage der Veranstaltung im Jahr 1818 gab es eine hoch aufragende Säule, die mit Früchten, Getreide und Gemüse geschmückt war. Sie erinnert noch heute an den Ursprung des Volksfestes als landwirtschaftliches Fest. Die erste Fruchtsäule war von König Wilhelm I. gestiftet und dem damaligen württembergischen Hofbaumeister Nikolaus Friedrich von Thouret entworfen und erbaut worden.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Fruchtsäule wegen der Herkunft und königsblauen Farbe als „monarchistisches Überbleibsel“ betrachtet und ein paar Jahre nicht mehr aufgestellt. Zum 100. Volksfest im Jahr 1935 wurde die Tradition wieder aufgenommen. Seitdem schmückt sie wieder das Volksfest. Die heutige Fruchtsäule entstand 1972 und wurde in Durchmesser, Höhe und Farbigkeit dem historischen Vorbild nachempfunden. Sie ist 26 Meter hoch, steht auf einem fünf Meter hohen Sockel und wiegt etwa drei Tonnen. Die Schale am oberen Ende der Säule wiegt zusätzlich 600 Kilogramm. Sie trägt Früchte und Pflanzendeko. Die äußere Schale ist aus Holz, im Inneren befindet sich eine Stahlkonstruktion.

„Es war uns wichtig, das Symbol für Erntedank, eine Krone aus Ähren, in die Fruchtsäule zu integrieren“, erläutert Rainer Locher, der mit seinem Team für die Dekoration der Säule verantwortlich ist. Man wolle Geschichte und Symbolik des Volksfestes festhalten und die Fruchtsäule als beliebten Treffpunkt vieler Wasenbesucher ins Blickfeld rücken. „Weil sie aus allen Richtungen schnell wahrgenommen werden soll, haben wir leuchtende Farben und wehende Bänder gewählt.“

Die Fruchtsäule thront auf dem Dach des Infopavillons. Die Dachgestaltung ist in vier Themen aufgeteilt: Feldfrüchte, Obst und Gemüse, Feld und Getreide sowie Bauerngarten. Drei Seiten wechseln jedes Jahr, der Acker hat Bestand. „Wegen der Südseite“, begründet Locher. Einen Tag haben acht Mitarbeiter benötigt, das Dach zu dekorieren. Zaun und schweres Gerät wurden schon in der Gärtnerei auf der Uhlandshöhe vorbereitet. Auf Detailverliebtheit wurde im fünften Jahr verzichtet. „Das sieht von unten keiner.“

Auf der 140 Quadratmeter großen Dachfläche finden sich 3,5 Tonnen Obst, Gemüse und Feldfrüchte. Dazu kommen ein Leiterwagen, eine Sähmaschine, ein Feldwagen, eine Vogelscheuche, Handwerkszeug, ein Pflug, Krähen, Strohgarben und -ballen, lebensgroße Tierfiguren und ein großes Brot mit der Aufschrift „Wasen 2019“, hergestellt von der Bäckerei Voss.

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