Yury Kreer, Kirill ivanov, Johny Gasser (v.li.). Foto: Iris Frey - Iris Frey

Mit dem Russischen Barren und viel Spaß ernten Sie viel Applaus im Weltweihnachtscircus. In diesem Monat sind sie in Monte Carlo beim Internationalen Circusfestival eingeladen.

Bad CannstattEs geht bunt, spaßig und hoch hinaus bei den Dandy’s. Das Trio besteht aus Johny Gasser, Yury Kreer und Kirill Ivanov. Sie sind mit dem Russischen Barren zu sehen und vielen sensationellen Sprüngen, dazu zwei- bis dreifache Salti. Alles zusammen verpackt ist die Vorführung in eine scheinbar leichter Art, dabei ist, was sie zeigen, höchst anspruchsvoll.

Der 38-jährige Johny Gasser stammt aus der französischen Schweiz, einer Zirkusfamilie in fünfter Generation. „Meine Eltern haben den Zirkus „Starlight“. Zur Bekanntschaft mit Yury kam es, weil Gassers Eltern einen Trainer für ihn gesucht haben. „Damals war ich zehn“. So kennen sich Gasser und Kreer seit 28 Jahren. Gasser hat verschiedene Artistik gemacht im Laufe der Jahre, auch an den Perchestangen. Mit Kreer hat er eine Hand-zu-Hand-Nummer einstudiert. Gasser war mit ihr in der Schweiz und bei Festivals, 1995 in Paris im Cirque du Demain, wo sie eine Silbermedaille bekamen. Im Oktober 1995 gewannen sie zu zweit eine Bronzemedaille in China bei einem Festival. Vor zwei Jahren stieß Kirill zur Gruppe. Er ist der Springer auf dem Russischen Barren, kommt aus St. Petersburg und war ursprünglich Sportler, bevor er zum Zirkus ging und das Nationalteam verließ. Kirill war zweimaliger Weltmeister im Nationalteam. Kreer hat Kirill angerufen, denn er und Gasser suchten einen neuen Partner. Sie haben 14 Jahre mit einer Artistin zusammengearbeitet, die 2016 aufhörte. Vier Jahre waren sie mit ihr in Las Vegas beim Cirque du Soleil mit dem Russischen Barren. Die Partnerin hörte auf und blieb in den USA und gründete eine Familie. „Wir haben noch Kontakt zu ihr. Sie ist wie eine Schwester“, sagt Gasser. Kirill hat beim Nikulin-Zirkus in Moskau ein Jahr trainiert und gewann mit den beiden einen Goldenen Elefanten mit dieser Nummer. Dann kam die Sensation für die drei Artisten: „Prinzessin Stephanie war da, hat uns gesehen und uns persönlich zum nächsten Internationalen Circusfestival nach Monte Carlo eingeladen.“ Das hat die drei riesig gefreut, die schon mal 2007 im Welweihnachtscircus in Stuttgart waren mit dem Russischen Barren und der Partnerin. Jetzt gelingt es ihnen, mit viel Spaß und Ironie das Publikum in Bann zu ziehen. Ihr Motto: „Es gibt genug traurige Sachen in der Welt.“ Der Balkan-Jazz, Klezmer Kros, soll das lustige der Nummer unterstreichen. Der russische Regisseur Alexander Grimailo hat die Nummer kreiert, die die Artisten aus Leidenschaft präsentieren. Gasser freut sich, wenn er in der Manege beim Auftritt das Publikum zum Staunen und Lächeln bringen kann. Kreer liebt als Akrobat die Freiheit, zu reisen und Menschen zu treffen und eben diesen Beruf. Springer Kirill freut sich, dass er in der Manege Schwierieges mit Schönheit verbinden kann. Auch er ist gerne unterwegs auf Reisen. Kreer hat Frau und Tochter in St. Petersburg. Die Tochter sei in der neunten Klasse, da können sie nur in den Ferien reisen. Dann noch eine überraschende Verbindung. Gasser ist weitläufig mit Starclown Bello Nock verwand. Gassers Vater ist der Cousin zweiten Grades. Nun werden sich die Dandy’s nicht ausruhen, sondern sich auf Monte Carlo konzentrieren. Drücken wir ihnen die Daumen.

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