Lucky Hell schluckt Schwerter problemlos. Foto: Sabine Stumpp (z) - Sabine Stumpp (z)

Die 34-jährige Australierin mit britischem Pass kann Schwerter schlucken. In echt. Oft glaubt es das Publikum nicht. Doch sie benutzt messerscharfe Waffen, um sie im Schlund zu versenken.

Bad CannstattSie zeigt etwas im Weltweihnachtscircus, was viele gar nicht glauben, dass das, was sie sehen, tatsächlich so ist: Lucky Hell, eigentlich Lucky Mladineo, schluckt Schwerter. Und das mehrfach hintereinander. Scheinbar problemlos lässt sie sie verschwinden. Immer wieder bewegt sie sich zwischendrin schnell in der Manege. Und so wird aus einem roten Kostüm auch mal ein weißes. Im Jahr 2015 hat sie das auch beim Supertalent bei Dieter Bohlen ihre Kunst gezeigt und überzeugt. Und als sie nun die Einladung in den Weltweihnachtscircus bekam, war sie hellauf begeistert und fühlte sich geehrt.

Hell ist in Australien geboren und hat einen britischen Pass. Die 34-Jährige reist sehr viel, erzählt sie. Im Alter von 13 Jahren starben ihre Eltern. Seit zwölf Jahren ist sie viel in Europa unterwegs. Lange Jahre lebte sie in Finnland. Ihr dortiger Ex-Mann hatte ein Tattoo-Studio. Doch von ihm sind nur die Piercings, die sie hat. Die Tattoos, die sie am Körper trägt, sind aus aller Welt auf den Reisen entstanden, viele Erinnerungen, wie sie erzählt. Es sei wie Kunst, die andere an die Wand hängen. Sie habe sie eben am Körper. Mit 19 Jahren war sie in New York, dann in Tokio und London auf Reisen. „Andere Leute und Kulturen interessieren mich“, sagt sie. Das sei der Ansporn für sie gewesen, viel herumzureisen. Seit sieben Jahren ist sie Schwertschluckerin. Freunde, auch aus Las Vegas gaben ihr Ratschläge. „Meine Anatomie ist so gut, dass es klappt“, sagt Hell. Als sie mit dem Schwertschlucken begann, hatte sie keinen störenden Schluckreflex. „Da dachte ich gar nicht lange drüber nach“, sagt sie. Sie schluckt echten Stahl. Die Schwerter sind aus einem Schwert-Laden gekauft und bis zu 50 Zentimeter lang. Der Arzt hat zu ihr gesagt, er wisse nicht, wie das geht bei ihr. Verletzt habe sie sich noch nie. „Ich bin beim Schwertschlucken immer ganz entspannt, das ist sehr wichtig“, erzählt sie. Die ganze Muskulatur müsse entspannen, damit es problemlos klappe. Damit die Schwerter gut nach unten rutschen, reibt sie sie vorher mit Olivenöl ein. Nachschieben tut sie nicht wie andere Schwertschlucker. „Ich muss so entspannt sein, dass es von alleine klappt“, sagt Hell. Wenn sie das Schwert geschluckt hat, habe sie ein entspanntes Gefühl, berichtet sie. Sie darf sich dann aber auch nicht bewegen. Wer sie in der Manege sieht, hat den Eindruck, dass sie sich ständig bewegt. Sie hat insgesamt drei Schwerter. Zwei versenkt sie zum Schluss der Nummer. Unglaublich. Ihre größte Herausforderung ist, dass die Leute denken, es sei ein Fake, es sei nicht echt. Das macht ihr zu schaffen. Denn es ist ja das Aufregende ihrer Vorführung, dass es kaum zu glauben ist, aber wahr.

Hell war von 2015 bis 2017 am Lido in Paris. „Eine schöne, tolle Zeit“, sagt sie. Der Zeitplan sei hart gewesen, doch es sei eine schöne Bühne mit großer Geschichte. Es sei für sie eine Ehre gewesen, dort arbeiten zu können. Sie träumt, auch einmal beim Internationalen Circusfestival in Monte Carlo auftreten zu können. Wie sie sich vor jedem Auftritt entspannt? „Wenn ich meine Auftrittsmusik höre, stelle ich mich darauf ein, Spaß zu haben“, sagt sie. Sie will das Publikum etwas schockieren, aber nicht zu sehr. Mit der Maske und dem Kostüm als alte, hässliche Frau, aus der eine blonde Schönheit entschlüpft, gelingt es ihr einwandfrei, die Menschen im Zirkus zu überraschen. Die echten Schwerter, die sind höllisch scharf. Das muss das Publikum glauben. Echt.

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