Stefan Conzelmann vor dem SPD-Büro im Rathaus. Foto: Edgar Rehberger - Edgar Rehberger

Stefan Conzelmann ist neu im Stuttgarter Gemeinderat. Er tritt für die SPD die Nachfolge von Marita Gröger an, die nicht mehr kandidierte. Der Rechtsanwalt hat sich viel vorgenommen. „Ich will etwas bewegen.“

Bad CannstattIn einer Serie stellen wir die neuen Stadträte aus unserem Verbreitungsgebiet vor, die in den Gemeinderat gewählt worden sind. Heute: Stefan Conzelmann. Es sind „extrem große Fußstapfen“, in die er tritt. Dessen ist sich Stefan Conzelmann bewusst. „Marita Gröger hat die Cannstatter Belange vehement im Gemeinderat vertreten.“ 25 Jahre lang saß Gröger für die SPD im Stadtparlament, trat 2019 nicht mehr zur Wahl an. Stefan Conzelmann kandierte und wurde direkt ins Gremium gewählt. 52 616 Stimmen erhielt der Rechtsanwalt und rangiert damit stimmenmäßig hinter Martin Körner und Jasmin Meergans auf Platz drei. „Es ist gut, dass Bad Cannstatt wieder vertreten ist.“ Schließlich sei es der größte Stuttgarter Stadtbezirk. Und da kennt sich der 47-Jährige aus. „Ich bin hier geboren, aufgewachsen und fest verankert.“

Erst spät kam Conzelmann, der in Tübingen und Helsinki Jura studiert hat, zur SPD und Kommunalpolitik. Während seines Referendariats am Landgericht Heilbronn war er mit Thorsten Majer in einer Lerngruppe. Dieser kandidierte damals für den Bundestag und Conzelmann unterstützte ihn. „Ich hatte viele gute Gespräche in den SPD-Ortsvereinen seines Wahlkreises.“ 2008 trat Conzelmann in den Ortsverein Bad Cannstatt ein, wurde gleich in den Bezirksbeirat beordert und war fünf Jahre lang Fraktionssprecher. Die sechs Jahre Bezirksbeirat kommen ihm jetzt für die Tätigkeit im Gemeinderat zugute. „Da habe ich viel gelernt.“ Das Gremium tagt oft, das Stellen von Anträgen und Lesen der Sitzungsunterlagen ist ihm vertraut. Zumal er als Rechtsanwalt das Verwaltungsdeutsch der Unterlagen leichter versteht.

Seit der Kommunwahl im Mai hat er auch schon an SPD-Fraktionssitzungen im Stuttgarter Rathaus teilgenommen. „Da gab es einen Wissenstransfer im Vorzug auf die anstehenden Haushaltsberatungen im Herbst.“ Amtsleiter waren eingeladen und haben geäußert, wo Bedarf besteht, an Personal oder Sachmitteln. Generell fühlt er sich für seine Tätigkeit als Stadtrat gut vorbereitet. „Da wird es natürlich anders sein als im Bezirksbeirat.“ Conzelmann, der seit 2012 als Rechtsanwalt im Mieterverein Stuttgart arbeitet, wird im Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen vertreten sein und im Ausschuss für Umwelt und Technik sitzen, wenn es um seine Themen geht. Durch seine Tätigkeit im Mieterverein bietet es sich natürlich an, dass er wohnungspolitischer Sprecher der SPD ist. Conzelmann kennt sich nicht nur im recht komplizierten Mietrecht aus, sondern hat auch Wohnungspolitik auf dem Schirm.

Dabei werde Mietrecht auf der Uni gar nicht gelehrt. Spezialisiert war er bis dahin auf Straf- und Arbeitsrecht. Die Kanzlei, die er zusammen mit Thorsten Majer betreibt, hat das Angebot um Mietrecht erweitert. Beim Mieterverein hat er als freier Mitarbeiter begonnen, war beratender Prozessbegleiter und stieg nach eineinhalb Jahren fest ein. „Das hat dann gut gepasst.“ Im Gemeinderat übernimmt er mit Jasmin Meergans den stellvertretenden Fraktionsvorsitz, fungiert als sportpolitischer Sprecher, betreut die Bezirksbeiräte Bad Cannstatt, Unter- und Obertürkheim. „Die Tätigkeit ist schon mit Mehraufwand verbunden“, ist sich Conzelmann bewusst. „Aber ich will ja auch etwas bewegen.“ Wie sich die vielen unterschiedlichen Fraktionen, die im neuen Gemeinderat vertreten sind, auf die kommunalpolitische Arbeit auswirke, werde man sehen. „Mit einigen kann sicher etwas gestaltet werden.“ Zu anderen Cannstatter Vertretern, die es ins Rathaus geschafft haben, habe er einen guten Draht.

Langweilig wird es dem dreifachen Familienvater, „absoluten VfB-Fan“ und passionierten Radfahrer sicherlich nicht. Denn er ist auch noch Vorsitzender des TB Cannstatt und stellvertretender Vorsitzender des Waldheimvereins Heslach.

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