Eckart Schultz-Berg ist in die Landessynode Foto: (z) - (z)

Dekan Eckart Schultz-Berg ist erstmals in die Landessynode gewählt worden und erzielte dabei die zweithöchste Stimmenzahl. Die Freude über das Ergebnis ist groß.

Bad CannstattDie Kirchenwahlen am vergangenen Sonntag haben für Überraschungen gesorgt: Nicht nur, dass bei der Wahl der Landessynode die konservative Gruppierung der „Lebendigen Gemeinde“ Stimmenverluste hatte (siehe Tabelle), für Bad Cannstatt zieht erstmals Dekan Eckart Schultz-Berg in die 90 Mitglieder starke Landessynode ein, in der 60 Nichttheologen und 30 Theologen sitzen. Der Dekan freut sich sehr. Er ist sogar Stimmen-Vize-König bei der Wahl.

Er konnte für die Offene Kirche 16 418 Stimmen auf sich vereinigen, Matthias Vosseler, Pfarrer an der Stiftskirche, von der Kirche für morgen ist Stimmenkönig mit 18717 Stimmen. Schultz-Berg zeigte sich gestern erfreut: „Es ist für Bad Cannstatt ein super Ergebnis.“ Er habe nicht nur auf Prospekte gesetzt, sondern auch über Facebook und Instagram Menschen aktiviert, vermutet er. Er setzt sich für eine moderne Kirche in der in der städtischen Gesellschaft ein. In der Landessynode hofft er nun auf mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Er will sich für den Erhalt des Klimas einsetzen, für die feste Stelle eines Klimamanagers und dass für alle kirchlichen Gebäude ein Energiemanagement vorgeschrieben wird. Auch die Diakoniestationen und die Pflege und Begleitung von Menschen im Alter ist ihm wichtig. Auf Landesebene will er nun mehr bewegen. Er geht auch davon aus, dass die Landessynode die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare weiterentwickeln wird. Die derzeitige Regelung sei ein umständlicher Kompromiss, so Schultz-Berg. „Homosexuelle sind auch getaufte Christen. Und warum sollte man sie von so etwas ausschließen“, sagt der 59-Jährige. Sowohl die Cannstatter Stadtkirchengemeinde, als auch die Neugereuter und die Wangener hätten einen Antrag als Regenbogengemeinde gestellt. Im Kirchengemeinderat sei es schon beraten. Der Antrag müsse noch abgeschickt werden. Der Oberkirchenrat müsse dann seine Zustimmung geben. Ebenfalls in die Landessynode gewählt wurde der Cannstatter Gemeindediakon Peter Reif von der Offenen Kirche. Er erzielte insgesamt 13294 Stimmen.

Am Sonntag wurden auch Kirchengemeinderäte gewählt: Gewählt wurden 486 Kirchengemeinderäte in 54 evangelischen Kirchengemeinden. Im Dekanat Bad Cannstatt standen 133 Kirchengemeinderäte in persona für insgesamt 15 Kirchengemeinderatsgremien zur Wahl. Vor den Gemeindefusionen waren es 21 Gremien. Höchste Wahlbeteiligung war in Rotenberg mit 55 Prozent für das nur fünf Sitze zählende Gremium. In der fusionierten Cannstatter Lenore-Volz-Gemeinde mit 27 Kandidaten wurde ein 18-köpfiges Gremium von 6000 Mitgliedern gewählt. In der fusionierten Gemeinde Neu-Stein-Hofen wurde ein neunköpfiges Gremium gewählt. Die Wahlbeteiligung lag in Stuttgart bei 19,7 Prozent, 2013 war sie bei 20,3 Prozent. Schultz-Berg zeigte sich über die Kirchengemeinderatswahlen zufrieden, auch viele junge Leute hätten kandidiert.

Alle Wahlergebnisse gibt es im Internet unter www.stuttgart-evangelisch.de/kirchengemeinden

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