Das Gebäude der Neuapostolischen Kirche in der Höhbergstraße. Foto: Mathias Kuhn - Mathias Kuhn

Das Gebäude der Neuapostolischen Kirchengemeinde in der Höhbergstraße steht seit vielen Jahren leer. Es soll abgerissen und an seiner Stelle ein Neubau mit Seniorenwohnungen entstehen.

WangenDie Neuapostolische Kirchengemeinde benötigt ihr Gebäude Höhbergstraße 65 nicht mehr. Schon seit September 2012 finden dort keine Gottesdienste mehr statt. Nun werden die Weichen für die Nachnutzung des Areals gestellt: Im gemeinderätlichen Ausschuss für Umwelt und Technik wurde gestern der Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan eingebracht. Das Gremium soll am 21. Mai, einen Tag nach der Debatte im Wangener Bezirksbeirat, endgültig entscheiden.

Das leer stehende Kirchengebäude soll betreuten Seniorenwohnungen weichen. Das plant die Caritas Gemeinschafts-Stiftung, die das 788 Quadratmeter große Grundstück erworben hat. Um das Projekt realisieren zu können, ist eine Änderung des Planungsrechtes erforderlich. Schließlich sieht der gültige Bebauungsplan eine Gemeinbedarfsfläche vor. Den entsprechenden Antrag hatte die Stiftung im Februar 2017 bei der Stadt eingereicht, zwischenzeitlich sind die Ämter und Träger öffentlicher Belange angehört worden. Einwände gegen die Planung wurden dabei nicht vorgebracht. Im nächsten Schritt nun sollen die Planungsunterlagen öffentlich ausgelegt und in einem Anhörungstermin erörtert werden. Mit großen Widerständen wird nicht gerechnet. Das Vorhaben, das die Caritas erstmals im Jahr 2016 vorstellte, wurde im Stadtbezirk positiv aufgenommen.

Mehr als ein halbes Jahrhundert lang diente das weiße Gebäude mit dem großen Saal den Mitgliedern der Neuapostolischen Kirche als Gotteshaus. Es wurde am 21. März 1959 eingeweiht. Die 400 Sitzplätze waren oft belegt. Immerhin zählte allein die Wangener Gemeinde damals mehr als 300 Mitglieder. Doch die Zahl verringerte sich kontinuierlich, weshalb sich die Wangener 2012 entschlossen, mit den Glaubensbrüdern und -schwestern in Untertürkheim zusammenzugehen und die Kirche in der Höhbergstraße aufzugeben. Denn das Gebäude ist sanierungsbedürftig. Die Substanz und Einrichtung entspricht nicht mehr den heutigen technischen und energetischen Anforderungen. Die Kirchengemeinde hätte rund 1,2 Millionen Euro investieren müssen.

Die Caritas-Stiftung will das alte Gebäude abreißen und durch einen fünfstöckigen Neubau ersetzen. Geplant sind 14 barrierefreie Seniorenwohnungen für Menschen, die noch relativ selbstständig sind. Im Bedarfsfall kann über einen Anbieter Service gebucht werden, der von der einfachen Hilfen bis zu diversen Pflegeangeboten reicht. Die sozialgeförderten Wohnungen werden etwa 45 Quadratmeter groß sein und vorrangig an jene vermittelt werden, die einen Wohnberechtigungsschein vorweisen können. Neben Einzelzimmern sind auch Zwei-Zimmer-Wohnungen für Paare sowie ein Gemeinschaftsraum vorgesehen. Geplant wird das Gebäude vom Stuttgarter Architektenbüro ARP. Die Stiftung geht von Baukosten in Höhe von drei Millionen Euro aus.

Wann konkret mit den Bauarbeiten begonnen wird und wann die Wohnungen bezogen werden können, steht noch nicht fest. Die Stadt wird erst nach dem Votum der Politiker mit dem Vorhabenträger einen Durchführungsvertrag abschließen. In diesem werden die Verpflichtung zur Realisierung des Vorhabens geregelt und weitere Ausführungsbestimmungen, zum Beispiel hinsichtlich Begrünung und Wärmeschutz, aufgenommen.

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