Foto: Edgar Rehberger - Edgar Rehberger

1969 zog die St. Anna-Klinik, gegründet von der Ordensgemeinschaft der St. Anna-Schwestern von der Wildunger Straße an den Augsburger Platz. Das Jubiläum wird intern gefeiert.

Bad Cannstatt Es hat nicht lange gedauert und in den neuen Räumlichkeiten wurde das erste Baby geboren. Die St. Anna-Klinik hatte gerade mal vier Stunden am neuen Standort am Augsburger ihren Betrieb aufgenommen. Es war der 1. Juli 1969, also vor 50 Jahren. Grund genug, das Jubiläum zu feiern. „Wir haben uns gegen einen Tag der offenen Tür entschieden“, führt Michael Hinderer, der Geschäftsführer der St. Anna-Klinik, aus. Stattdessen konzentriert sich das Jubiläumsfest auf die Mitarbeiter, Wegbegleiter und Freunde der Einrichtung.

Die Geschichte der Klinik reicht weiter zurück. 1931 begann die Ordensgemeinschaft der St. Anna-Schwestern aus Ellwangen mit der Pflege der Patientinnen in der Privatfrauenklinik Dr. Hochköppler in Cannstatt. Ihr Leitspruch: „Dem Leben dienen“. Drei Jahre später übernahmen sie den Betrieb der Frauenklinik in der Wildunger Straße 53 und nannten sie St. Anna-Klinik. Es war in erster Linie eine Entbindungsklinik. 1969 wurde die ehemalige Frauenklinik Dr. Mertz am Augsburger Platz erworben und zum neuen Standort – bis heute. Das Gebäude in der Wildunger Straße wurde als Liebfrauenheim als Alten- und Pflegeheim weitergeführt. Seit 2011 wird das Seniorenheim auf dem ehemaligen Terrot-Areal betrieben.

Krankenhaus mit 85 Betten

Schon in der Wildunger Straße hatte die Klinik die Struktur eines Hauses mit Belegarztsystem. Heute ist die St. Anna-Klinik ein Belegkrankenhaus mit 85 Betten in den Fachdisziplinen Gynäkologie (Frauenheilkunde/Geburtshilfe), Augenheilkunde und Chirurgie. 27 niedergelassene Belegärzte sind in der Klinik tätig. Sie betreiben ihre Praxen in Stuttgart und Umgebung. 4000 stationäre Patienten, 1000 Geburten und 7000 ambulante Eingriffe werden pro Jahr registriert. „Die Zufriedenheit unserer Patienten zieht sich wie ein roter Faden durch das Haus“, betont Hinderer. Positiv bewertet werde zum einen die ärztliche Versorgung. Der behandelnde Arzt und der Operateur sind eine Person. Dann die Pflege und schließlich der Geist der Einrichtung durch die Trägerschaft. „Das ist 20 Prozent wichtig. Jeder Patient erhält einen Fragebogen, der freiwillig und anonym ausgefüllt werden kann.“ Stolz ist der Geschäftsführer auch auf die niedrige Personalfluktuation.

„Wir entwickeln uns ständig weiter.“ Seit 2018 gibt es auch einen ambulanten Dienst „St. Anna“, der häusliche Grund- und Behandlungspflege, Hilfen im Haushalt und rund um die Lebenssituation bietet. Geplant ist zudem am Standort ein Alten- und Pflegeheim mit 90 Plätzen. „Wir hoffen auf einen Baustart im kommenden Jahr. Mit eineinhalb bis zwei Jahren Bauzeit wird gerechnet, so dass bestenfalls 2023 der Betrieb aufgenommen werden könnte. Rückläufig ist dagegen die Zahl der Ordensschwestern. Waren 1969 noch 38 St.-Anna-Schwestern aktiv, sind jetzt noch fünf ehrenamtlich tätig. Seit 2011 setzt die St. Anna-Klinik auf indische Ordensschwestern. Drei ausgebildete Krankenschwestern sind im Einsatz.

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