Die Zukunft der Steinenbergschule in Hedelfingen ist unklar. Foto: Lichtgut/Leif Piechowsk - Lichtgut/Leif Piechowsk

CDU und Freie Wähler fordern einen Zeit- und Kostenplan für Weiterentwicklung des Standorts Steinenberg

Hedelfingen Die ins Stocken geratene Fortentwicklung der Steinenbergschule gewinnt an Fahrt – und das CaféHaus-Gespräch unserer Zeitung mit Kultusministerin Susanne Eisenmann vor einigen Tagen hat dazu beigetragen. Paul Wurm, der Vorsitzende des Waldheimvereins Hedelfingen, hatte die Gelegenheit genutzt, das Thema zur Sprache zu bringen. Eisenmann musste ihn zwar vertrösten – für Stuttgarter Schulpolitik sei die Stadt zuständig, erklärte sie. Die Ministerin ermutigte die Akteure jedoch ausdrücklich, ihren Wunsch bei den jetzt laufenden Beratungen zum städtischen Doppelhaushalt vorzutragen. Wurm schrieb daraufhin einen Brief mit der Bitte um Unterstützung an die Gemeinderatsfraktionen – und hatte Erfolg: CDU und Freie Wähler haben inzwischen Haushaltsanträge zur Zukunft des Schulcampus Steinenberg in die Debatte eingebracht.

Rückblick: Im Juli 2018 bekam das Schulverwaltungsamt vom Gemeinderat den Auftrag, den Hedelfinger Schulstandorts voranzubringen. Das Schulverwaltung hatte festgestellt, dass in den oberen Neckarvororten jährlich etwa 70 Gymnasialplätze fehlen. Deswegen sei der Aufbau eines neuen Gymnasiums oder die Errichtung einer Außenstelle eines bestehenden Gymnasiums wünschenswert, heißt es in einer Vorlage. Da die Rektorenstellen sowohl in der Steinenbergschule als auch im Wirtemberg-Gymnasium erst im vergangenen Sommer neu besetzt wurden, herrschte in der Frage zur Zukunft der Steinenbergschule jedoch Stillstand. Wie Schulbürgermeisterin Isabel Fezer berichtet, seien mit den beiden neuen Schulleitern mittlerweile erste Gespräche geführt worden. Planungsmittel für die Weiterentwicklung des Schulcampus hat die Verwaltung im Doppelhaushalt 2020/2021 allerdings nicht beantragt.

Trotz aller Schwierigkeiten bei der Schulentwicklung und -sanierung im Bereich der Oberen Neckarvororte sei es „wichtig, dass dem Stadtbezirk Hedelfingen klare Perspektiven und ein annehmbarer sowie verlässlicher Zeitplan für die Weiterentwicklung des Schulstandorts Steinenberg aufgezeigt und zugesagt werden“, betonten die Freien Wähler in ihrem Antrag. Die CDU betont in ihrem Antrag: „Für die Außenstelle des Wirtemberg-Gymnasiums wird wohl ein Neubau erforderlich sein. Die gestoppten Planungen für die neue Schulmensa müssen wieder aufgenommen werden. Die in die Jahre gekommene Steinenbergschule ist zu sanieren und weiterhin sollen dort Schulräume eventuell als Interim für die zu sanierende Wilhelmschule Wangen genutzt werden. Schnelles Handeln ist dringend geboten.“ Die Schulverwaltung solle einen Vorschlag zu den weiteren Planungen machen.

„Wir benötigen jetzt Klarheit, einen Zeitplan und ein Konzept für den Schulcampus“, meint Mario Graunke von der CDU-Bezirksbeiratsfraktion. Die Planung müsse auch ein Raumkonzept beinhalten, fordert Paul Wurm. Er sorgt sich um die schulische Zukunft der Kinder in Hedelfingen und darüber hinaus. „72 Prozent der Grundschüler finden in den Oberen Neckarvororten Jahr für Jahr keinen ortsnahen Zugang zum Gymnasium. Ist das Bildungsgerechtigkeit?“, fragt Wurm in einem Schreiben an die Stadtverwaltung.

Der Vorsitzende des Waldheimvereins hat im Bebauungsplan geschaut, wo ein Schulneubau verwirklicht werden könnte. Seinen Vorschlag hat er vergangene Woche dem Baurechtsamt vorgelegt. „Ein dreigeschossiger Neubau mit rund 3174 Quadratmeter Fläche wäre realisierbar“, nahm Wurm von seinen Gesprächen im Rathaus mit. Jetzt wäre es nur notwendig, die Planungen voranzutreiben.

Sowohl die CDU, als auch die Freien Wähler haben die Verwaltung aufgefordert, in der heutigen zweiten Etat-Lesung über den aktuellen Sachstand und den Zeitplan zu informieren sowie darzustellen, welche finanziellen Mittel und Ressourcen notwendig sind, um die Entwicklung des Schulstandorts Steinenberg im Sinne des Stadtbezirks Hedelfingen und der Oberen Neckarvororte voranzubringen. Die CDU wäre bereit, bis zu 200 000 Euro Planungsmittel zu beantragen. Auch ihrer Sicht wäre es angebracht, die aus Vertretern der beteiligten Institutionen und engagierter Bürgern bestehende Arbeitsgruppe in das Verfahren einzubinden.

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