Die vier Radarfallen sind seit Jahren außer Betrieb. Foto: Janey Schumacher - Janey Schumacher

Anwohner der Straße Hallschlag im gleichnamigen Stadtteil kennen das Problem nur zu gut: Insbesondere in den Nachtstunden, dann nämlich, wenn der Verkehr es zulässt, quietschen die Reifen und heulen die Motoren vieler Fahrzeuge auf.

Bad CannstattViele Anwohner der Straße Hallschlag im gleichnamigen Stadtteil kennen das Problem nur zu gut: Insbesondere in den Nachtstunden, dann nämlich, wenn der Verkehr es zulässt, quietschen die Reifen und heulen die Motoren vieler Fahrzeuge auf.

Eigentlich sind an der Straße in beide Fahrtrichtungen Blitzgeräte installiert, doch die sind bereits seit Jahren außer Betrieb. „Die Messungen in Fahrtrichtung Am Römerkastell wurden 2005, die in Fahrtrichtung Löwentor 2006 eingestellt“, sagt Jasmin Bühler, Sprecherin der Stadt. Das soll sich jedoch bald ändern. Zumindest, wenn es nach dem Bezirksbeirat Bad Cannstatt geht. Das Gremium hat in einer Sitzung beschlossen, dem Problem Abhilfe zu verschaffen. Die Blitzer in der Straße sollen wieder in Betrieb genommen, beziehungsweise die Geschwindigkeit wieder kontrolliert werden. Dass die Geräte nicht mehr aktiv sind, habe sich laut Antrag der CDU-Fraktion mittlerweile herumgesprochen. Die Radarfallen haben folglich „ihre mäßigende Wirkung“ – sprich das Einhalten des Tempolimits von 50 Kilometern pro Stunde – verloren.

Doch einfach wieder eingeschaltet werden können die vier Blitzgeräte nicht. Die eingebaute Technik ist veraltet und sehr störanfällig. Aus diesem Grund und weil auch Ersatzteile nicht mehr erhältlich waren, wurden sie stillgelegt und anschließend nicht mehr benötigt – findet zumindest die Stadtverwaltung. „Bereits während des Betriebs der Anlagen sind Unfälle, die durch zu hohe Geschwindigkeit verursacht wurden, stark zurückgegangen. Eine Modernisierung war deshalb nicht notwendig“, sagt Bühler. Eine Wiederinbetriebnahme der Radarfallen ist aus technischen Gründen nicht möglich. Folglich wären neue, moderne Anlagen notwendig, um die Temposünder zu erfassen. Laut Verwaltung ist jedoch nicht geplant, in der Straße Hallschlag neue Geräte anzubringen. Der Grund: „Was das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit anbelangt, befinden sich die Unfallzahlen nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau“, sagt Bühler. Laut Verkehrspolizei wurde seit dem Jahr 2016 nur ein einziger entsprechender Unfall registriert.

Geblitzt werden Verkehrssünder im Stadtbezirk dagegen in der Nürnberger Straße. 2018 wurden hier 483 Verstöße registriert, 2017 waren es mit etwa 2417 weit mehr. Der Grund: Die Radarfalle war seit September 2017 für etwa ein Jahr außer Betrieb. Im November 2018 wurde allerdings in Fahrtrichtung Bad Cannstatt eine Blitzersäule aufgestellt. Insgesamt vier Radarfallen stehen in der Neckartalstraße. 2018 hielten sich 8937 Fahrer nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit, im Vorjahr waren es mit 8848 etwas weniger. Das schnellste Fahrzeug war 2018 in der Neckartalstraße mit Tempo 116 bei erlaubten 50 Kilometern pro Stunde unterwegs.

Weitaus häufiger blitzt es in Richtung Innenstadt: In der Cannstatter Straße wurde ein Autofahrer sogar mit Tempo 130 erwischt. 2018 fuhren hier 15 960 Autos zu schnell – im Vorjahr waren es mehr als 20 000. „Der Rückgang der Verstöße in der Cannstatter Straße ist auf den Baustellenbetrieb für den Expressbus X 1 zurückzuführen“, teilt die Stadtverwaltung mit. Der sogenannte teilstationäre Blitzer im Anhänger, der am Neckartor eingesetzt wurde, hat übrigens im vergangenen Jahr 23 863 Verkehrssünder aufgezeichnet. Der Schnellste war mit Tempo 87 unterwegs.

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