Die von der Baugenossenschaft Friedenau geplante Nachverdichtung in Neugereut soll an dieser Stelle erfolgen. Foto: Baugenossenschaft Friedenau - Baugenossenschaft Friedenau

Die Baugenossenschaft Friedenau hat im Bezirksbeirat ihre Pläne für die Nachverdichtung in der Pelikanstraße vorgestellt. Bürger reichten zudem noch Fragen ein und baten um weitere Informationen.

Mühlhausen Die Baugenossenschaft Friedenau hat ihre neuesten Pläne für eine Nachverdichtung in der Pelikanstraße im Bezirksbeirat vorgestellt. Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann erklärte die Ergebnisse aus dem Gestaltungsbeirat. Dieser hatte, so Bohlmann, zwei Baukörper vorgeschlagen und einen Verzicht auf ebenerdiges Parken.

Nun würden Gespräche mit Baubürgermeister Peter Pätzold laufen, so Heinz-Joachim Robels, Geschäftsführender Vorstand der Baugenossenschaft Friedenau. Er erklärte, warum auf eine Tiefgarage verzichtet und ebenerdiges Parken eingeplant werde. Auch will die Baugenossenschaft nur einen Baukörper errichten. Eine sachverständige Bürgerin sprach sich gegen die Vorstellung des Gestaltungsbeirats aus. Wichtig war den Anwohnern, dass gleich viele Parkplätze entstehen und keine wegfallen. „Aller Bedarf kommt auf dem Grundstück unter“, erklärte Architekt Rainer Heimsch. Auch Robels erklärte, dass nur ein Gebäude erstellt werden solle. „Nach aktuellem Baurecht können wir hier einen Baukörper setzen.“ Mit Tiefgarage wäre es unwirtschaftlich geworden. Es werde nun ein Bolzplatz als Parkplatz umgebaut, der nicht mehr genutzt worden sei. Auf die Miethöhe angesprochen erklärte Robels, dass mit einer Miete von acht bis zehn Euro gerechnet werden solle. Die Stellplätze der jetzigen Mieter würden erhalten bleiben.

Wie berichtet, will die Baugenossenschaft Friedenau auf ihrem Grundstück in Neugereut einen Neubau mit 30 Wohneinheiten zu den bestehenden Bauten in der Pelikanstraße 3 bis 19 errichten. „Die Friedenau möchte damit auch einen Beitrag zum Bündnis für Wohnen des Oberbürgermeisters Fritz Kuhn mit den Wohnbaugenossenschaften in Stuttgart leisten“, hatte Robels im Vorfeld erklärt.

Es ist der zweite Anlauf für das Bauvorhaben. 2006 gab es schon einmal einen Vorstoß, der jedoch gescheitert ist. Anwohner sammelten rund 800 Unterschriften. Nun wurde die Planung nochmals gemacht. Auch Stadtplanerin Karin Lauser erklärt: Jetzt ist der Kompromissvorschlag vorgelegt worden, der im Oktober im Arbeitskreisbeirat der Sozialen Stadt vorgestellt, sehr gut aufgenommen und für gut befunden wurde.“

Bürger wollen nun wissen, wie hoch der Baukörper tatsächlich ist. Sie verweisen darauf, dass im rechtsgültigen Bebauungsplan von 1970 an dieser Stelle kein Hochhaus vorgesehen sei und wollen wissen, ob der Bebauungsplan geändert worden sei. Auch wollen Bürger wissen, was unter barrierefreien Wohnungen verstanden werde. Sie verweisen auf Probleme der Verschattung für dahinterliegende Gebäude 17 und 19 in den unteren Etagen. Auch fragen sie nach der Baustellen- und der Feuerwehrzufahrt und ob es einen Ersatz für den wegfallenden Bolzplatz gebe. Bohlmann erklärte, dass die Bürger eine Antwort erhalten. Zuvor hatte Robels deutlich gemacht, dass die Friedenau mit der Stadtverwaltung, dem Baurechtsamt, dem Stadtplanungsamt und Bürgermeister Pätzold darüber gesprochen habe und sie sich an die Rahmenbedingungen gehalten hätten.

Bei den Protesten ging es damals ums Parken und um die Sorge vor großer Beschattung sowie um den Bolzplatz. Robels hofft, noch in diesem Jahr den Bauantrag einreichen zu können und, bei einer Genehmigung des Bauvorhabens, Ende 2019 oder Anfang übernächsten Jahres mit dem Bau anfangen zu können. Die Baugenossenschaft hat das Architekturbüro Heimsch + Partner ins Boot geholt.

Das jetzige Bauvorhaben umfasst 30 Wohneinheiten in einem achtstöckigen Gebäude entlang der Kormoranstraße. Es sollen zeitgemäße ausgestattete Wohnungen für breite Schichten der Bevölkerung mit preiswerter Miete gebaut werden. Auf dem Areal soll es frei finanzierte Wohnungen geben. „Wir bemühen uns, unsere Mieten preiswert zu kalkulieren“, so Robels. Die Planung umfasst Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen und Wohnungsgrößen zwischen 59 bis 97 Quadratmeter. Auch wird es barrierefreie Wohnungen geben. Es entsteht eine Gesamtwohnfläche 2430 Quadratmetern. Die Baugenossenschaft Friedenau hat noch auf demselben Areal im Bestand 186 Wohnungen. Die Freiflächen werden auch noch neu gestaltet.

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