Mit dem Auto ins Stadion. Bei Heimspielen des VfB-Stuttgart kommt es regelmäßig in Stuttgart-Ost zu Staus. Foto: Steegmüller - Steegmüller

Regelmäßig sorgen Großveranstaltungen im Neckarpark für Staus im Stuttgarter Osten. Die Sozialdemokraten sind vom Verkehr genervt. Sie sprechen sich daher bei Heimspielen des VfB Stuttgart für eine Straßensperrung an der Gaisburger Brücke aus. Autofahrer sollen ausschließlich über die Bundesstraße abreisen können.

Bad CannstattWährend die Fußballfans die Weltmeisterschaft in Russland verfolgen, bereitet sich die SPD-Fraktion im Bezirksbeirat Stuttgart-Ost schon auf die nächste Bundesliga-Saison vor. Sie fordert eine geänderte Verkehrsführung nach Abpfiff der Heimspiele des VfB Stuttgart.

Konkret sollen Fans, die mit dem Auto anreisen, bei der Heimfahrt an der Gaisburger Brücke ausschließlich auf die Bundesstraße geleitet werden. „Die Zufahrt nach Stuttgart-Ost ist zu sperren“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Daniel Campolieti. „Nach VfB-Spielen nutzen viele der Fans mit Ihrem Auto die Abkürzung über die Tal- oder Hackstraße. Dies führt zu Staus und unnötigem Lärm bis hoch nach Gablenberg oder in die obere Wagenburgstraße.“ Die Stadtverwaltung habe insbesondere bei der Planung des Rosensteintunnels argumentiert, stets den Verkehr auf die Bundesstraßen zu bündeln. „Genau diese Idee verfolgt unser Antrag. Da nach den VfB-Spielen die Mercedesstraße gesperrt ist, können normale Autofahrer aus Bad Cannstatt gar nicht zur Gaisburger Brücke gelangen. Das heißt, mit dieser Maßnahme erreicht man genau die „Pendler“, die das VfB-Spiel mit dem Auto besuchen. Stadionbesucher aus dem Stuttgarter Osten können kostenlos die Stadtbahn ab Schleyerhalle, den Bus, der extra an der Haltestelle Schlachthof wartet, oder zu Fuß in den Stuttgarter Osten gelangen. Die SPD fordert die Stadtverwaltung auf, über das Verkehrsleitsystem sicherzustellen, dass im Nachgang von VfB-Spielen alle Autofahrer aus Richtung Schleyerhalle an der Gaisburger Brücke ausschließlich auf die Bundesstraße geleitet werden.

Dass auch VfB-Fans aus dem Stuttgarter Osten, beispielsweise von der Gänsheide oder aus dem Frauenkopf, mit dem eigenen Fahrzeug zum Stadion anreisen, ist Campolieti nicht entgangen. „Sie können natürlich weiterhin das Auto nutzen. Es gibt hierfür genügend Möglichkeiten über die B­undesstraßen abzureisen. Aber solch ein Umweg soll natürlich auch immer animieren, darüber nachzudenken, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Im Falle von VfB-Spielen ist der Preis für den ÖPNV ja bereits im Ticket enthalten und speziell mit dem Bus der Linie 45 sollte dann eine flüssigere Verbindung zwischen Schlachthof und dem Buchwald möglich sein.“ Von dort könne man mit dem 64er bis zum Frauenkopf fahren. Die Anbindung des gesamten Stuttgarter Osten sei aus Sicht des Sozialdemokraten damit gewährleistet.

Sperrungen auch bei Konzerten

Doch was ist eigentlich vor den Heimspielen? Auch dort staut sich der Verkehr im Stuttgarter Osten regelmäßig. Da man nur schwer trennen kann, wer zum Stadion unterwegs ist und wer auf die B­ 10 will, „wäre eine gänzliche Sperrung der Zufahrt auf die Parkplätze aus Richtung Stuttgart-Ost ebenfalls eine Option. „Sodass aus Richtung Talstraße kommend nur die Auffahrt auf die B10/B14 freigegeben ist.“ Aber dies müsse sauber durchdekliniert werden und sei kein Thema des Antrags, der einen ersten Schritt zur Verbesserung der Verkehrssituation bei Spielen des VfB darstelle. Grundsätzlich müsse sich die Stadt hierzu ein Konzept überlegen. „Wir haben Profis im Rathaus dafür.“

Nicht nur bei VfB-Spielen, sondern auch bei Konzerten wie von Helene Fischer, am Samstag bei den Rolling Stones oder bei der Volksfest-Eröffnung geht nichts mehr rund um den Neckarpark. Den Vorschlag der CDU-Gemeinderatsfraktion, einen Tunnel durch Stuttgart-Ost zu bauen, unterstützt Campolieti dennoch nicht. „Die von uns vorgeschlagene Regelung kann natürlich auch bei großen Events angewendet werden. Eine nachhaltige Entlastung des Ostens ist ebenso wie im restlichen Teil der Stadt aber nur durch einen besseren ÖPNV zu erreichen.“ Ein Umstieg müsse hier speziell auch durch günstigere Preise und eine verbesserte Taktung attraktiv gemacht werden. „Generell gilt mehr Straßen werden immer nur für mehr Verkehr sorgen, deshalb halten wir eine Filderauffahrt oder den Wagenburgtunnel für Lösungen die weder finanzierbar noch machbar oder gar wünschenswert sind“, so der Sozialdemokrat. „Außerdem stehen diese Tunnelprojekte für eine Verkehrspolitik aus dem letzten Jahrtausend.“

Der stellvertretende Vorsitzende geht auch nach der Fertigstellung des Neckarparks ad hoc von keinem spürbaren Mehrverkehr aus. „Zumal der Antrag nicht das Ansinnen hat, die Anwohner zu drangsalieren. Stattdessen wollen wir den Durchgangsverkehr in Stuttgart reduzieren. Dieser sorgt für Stau, Lärm und Dreck. Der Rosensteintunnel hat hier deutlich stärker Auswirkungen. Deswegen haben wir als SPD Stuttgart-Ost den Bau auch stets abgelehnt. Zumal auch der Rosensteintunnel den Verkehr bis zum Neckartor erhöht. Politisch eine der größten Fehlentscheidungen des damaligen Gemeinderats“, sagt Campolieti.

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