Drei Wochen lang müssen Autofahrer einen Umweg in Kauf nehmen. die Stadt baut im Seeblickweg eine Ampel. Foto: Nagel - Nagel

Der Seeblickweg ist gestern überraschend gesperrt worden, was für Verwirrung bei den Autofahrern gesorgt hat. Das Tiefbauamt entschuldigte sich. Es sei eine kurzfristige Entscheidung gewesen wegen des Ampelbaus.

Hofen Der Seeblickweg ist seit gestern überraschend komplett gesperrt worden. Der Grund: Dort wird die Interims-Ampel gebaut, nachdem mehrere tödliche Unfälle im Bereich Seeblickweg/Benzenäckerstraße passiert sind. Bei den Autofahrern sorgte die Sperrung für Verwirrung und Verkehrschaos. „Manche Autofahrer beachteten die Sperrung nicht und fuhren bis zur Tankstelle und versuchten, dort durchzukommen“, erklärte Klaus Hofmann vom Tiefbauamt. Er entschuldigte sich, dass die Maßnahme so kurzfristig sei. „Wir haben die Anordnung der Verkehrsbehörde erst vorgestern bekommen“, sagte er. Es sei nicht klar gewesen, ob gesperrt werden kann oder nicht. Der Seeblickweg soll bis Ende April komplett gesperrt bleiben.

„Aus Sicherheitsgründen musste eine Vollsperrung gemacht werden“, sagte Hofmann. Die Autofahrer müssen nun in der Zeit der Umleitung vom Kreisverkehr Seeblickweg an in die Benzenäckerstraße fahren und dann bis zur Kreuzung Benzenäckerstraße/Seeblickweg. Vom unteren Teil in der Benzenäckerstraße könne dann auch die Tankstelle angefahren werden, so Hofmann. Im Seeblickweg soll nun in den kommenden Wochen ein Stück Gehweg auf der Seite der Tankstelle für die Einrichtung der Ampel geschaffen werden. Auch erfolgen alle anderen notwendigen Baumaßnahmen, damit die Ampel dort aufgestellt werden kann. Hofmann hofft, dass die Ampel dann Anfang Mai steht. „Wir machen jetzt alle Vorbereitungen dazu, doch wir wissen noch nicht, wann wir die Signalanlage bekommen“, sagte der Tiefbauamtsmitarbeiter.

Die Ampelanlage werde dann besonders ausgerüstet, damit sie auffällig ist. Sie werde höher sein als andere Ampeln und auch von der Entfernung besser erkennbar. Das hatte bereits Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann kürzlich im Bezirksbeirat angekündigt. Sowohl Anwohner als auch der Bezirksvorsteher hatten sich für eine bessere Verkehrslösung und die Interims-Ampel stark gemacht.

Der Hintergrund: Zuletzt war dort eine 80-jährige Frau von einem Autofahrer überfahren worden und gestorben. Sie hatte sich auf der Mittelinsel befunden. Bis heute ist unklar, wie es zu dem Unfall kam und warum der Autofahrer die Mittelinsel überfahren hatte. Immer wieder hatten Anwohner, insbesondere des Kochelseewegs, darauf aufmerksam gemacht, wie gefährlich der Übergang mit der Mittelinsel auf dem Seeblickweg ist. Vier tödliche Unfälle gab es laut Anwohner Peter Niegel in den letzten vier Jahren, einer davon war ein Motorradfahrer. Auch der Bezirksbeirat Mühlhausen hatte sich schon seit Jahren für die Einrichtung eines Kreisverkehrs ausgesprochen und dort auf die gefährliche Situation für die Fußgänger hingewiesen. Nach dem Unfalltod der 80-jährigen Frau am 12. März hatte die Stadt Stuttgart reagiert und sich entschieden, dort eine Interims-Ampel zu bauen. Wie berichtet, ist dort seit vielen Jahren geplant, im Bereich Seeblickweg/Kochelseeweg/Benzenäckerstraße einen Kreisverkehr einzurichten, um die Raser auf dem Seeblickweg auszubremsen. Der Kreisverkehr soll laut Stadt im kommenden Jahr gebaut werden.

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