„Der Urknall“ von Gabor Richter. Foto: Frey - Frey

Der Cannstatter Verein zur Förderung der Kunst zeigt im Stuttgarter Rathaus Werke seiner Mitglieder noch bis zum 27. Mai, darunter auch ein Bild mit dem Titel „Urknall“, welches Einstein zeigt.

Bad CannstattUnter dem Motto „Kreative Farbträume“ zeigt der Cannstatter Verein zur Förderung der Kunst derzeit seine Werke noch bis zum 27. Mai im Stuttgarter Rathaus. Eröffnet wurde die Ausstellung kürzlich von Manfred Elser, dem Vorsitzenden des Vereins Cultur in Cannstatt. Einmal im Jahr kehrt der Verein zur Förderung der Kunst zu den Wurzeln zurück, dorthin, wo er vor 37 Jahren gegründet wurde und auch damals zeitgleich die erste Ausstellung stattfand: am 24. Mai 1982, ins Rathaus.

Der Verein, sitzt seit vielen Jahren in der Cannstatter Voltastraße, zeigt dort regelmäßig Ausstellungen und zählt derzeit 28 Mitglieder. Vereinsvorsitzende ist Helga Müller, die auch Gründungsmitglied der Initiative Kulturnetz Bad Cannstatt ist. 13 Mitglieder des Vereins zur Förderung der Kunst stellen ihre Werke aus: Arbeiten in gegenständlicher und abstrakter Kunst in Aquarell, Acryl, Öl, Bleistiftzeichnung, Pastell und Mischtechnik.

Mit einem gewaltigen „Urknall“ in Acryl auf Leinwand in einem riesigen Format geht es los. Das Physik-Genie Albert Einstein ist zu sehen mit seinen berühmten abstehenden Haaren. Schließlich hatte er bekanntermaßen anfangs Probleme mit der Urknalltheorie. Der Erfinder der Relativitätstheorie Einstein fügt sich gut in das bunt und wirbelige Gemälde mit seinem wilden, farbigen Chaos ein.

Auch Porträtbilder bestimmen die Ausstellung, etwa ganz pastös aufgetragen auf einen besonderen Malgrund: Holzfurnier. Die Frauengesichter entfalten so eine besondere Wirkung, vor allem aus der Entfernung gesehen. Landschaftsimpressionen sind gleich ganz realistisch und zum Greifen nah dargestellt als Aquarell: eine winterliche Aussicht, in der jeder Ast feinsäuberlich gemalt ist, beeindruckt ebenso wie die Bootsflotte in Abendstimmung. Schwimmen, Tauchen und Fische bilden an anderer Stelle ein farbenfrohes Motiv.

Auch märchenhaft-ornamentale Malerei gibt es zu sehen: eine Katze ist zu erkennen und eine orientalische Landschaft.

Und wer optische Täuschungen mag, der kann auch in dieser Ausstellung Motive finden, die fein säuberlich dargestellt durch geometrische Formen in leuchtenden Farben den Betrachter in Bann ziehen. Mit städtebaulicher Architektur beschäftigt sich ein Künstler, der „rücksichtsvollen Hochhausbau“ malt und Luftschlösser. Platzsparende Bauweisen mit interessanten Visionen. Blumen und Blüten mit Vogelmotiven bestimmen weitere Bilder der Ausstellung. Und unter dem Titel „Fliegen lernen“ gibt es großformatig figürliche Arbeiten auf Leinen zu sehen, Frauenfiguren in unterschiedlichen Posen auf blauem Grund – quasi der Unendlichkeit, nur in Umrissen dargestellt, betont es die Leichtigkeit des Themas.

Auch Raum für Experimente gibt es in zwei Bildern von Echsen, in denen die pastose Farbe bewusst aufbricht. Dass auch per Bleistift beeindruckende Zeichnungen entstehen können, zeigen die Baummotive. Abstrakte Kompositionen und Collagen runden die Ausstellung ab. Einmal mehr gibt es Frauenakte zu sehen, mal sitzend von vorne und von hinten dargestellt. Die Welt der Malerei – ein buntes Universum von großer Vielfalt.

Die Vereinsausstellung „Kreative Farbträume“, Stuttgarter Rathaus, 4. Stock, ist noch bis zum 27. Mai zu sehen. Die Namen der Aussteller: Reinhard Frank, Antonius de Groot, Peter Haußmann,Hauke Hein, Gabriele Kammerer, Irmgard Klamp, Ute Kurz, Waldemar Lau, Peter Lippert, Helga Müller, Agnes Pschorn, Eva Reddehase, Gabor Richter, Nada Seybold, Gertraud Weippert.

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