Zum Fasnetauftakt werden die neuen Foto: joti (z) - joti (z)

Mit dem 6. Januar starten die Narren in die Fasnetsaison. Da werden traditionell Masken und Narrengewand vom Staub befreit. Die Kübler erwecken dann den Brunnengeist, die Knollenbäuch graben ihre Maske aus.

Bad Cannstatt/Hofen/MünsterEs goht drgega! Kaum ist das neue Jahr begrüßt, klopft die fünfte Jahreszeit mit Nachdruck an die Tür. In Bad Cannstatt, Hofen und Münster wappnen sich die Narren und läuten in den nächsten Tagen die Fasnetsaison 2020 ein.

Alle Augen der Narrenwelt dürften in diesem Jahr auf den Kübelesmarkt Bad Cannstatt gerichtet sein: Vom 17. bis zum 19. Januar wird der Verein das alle vier Jahre stattfindende Große Narrentreffen in der Cannstatter Altstadt ausrichten. Doch bevor die Gäste ihre diesjährige Narrenhochburg beziehen können, steht am 6. Januar erst einmal das symbolische Maskenabstauben ins Haus. Wer beim Beginn der Cannstatter Fasnet dabei sein möchte, muss früh aufstehen: Um 6.01 Uhr starten die Kübler nach einem Narrenfrühstück im Zunfthaus. Unter der Regie von Maskenmeister Axel Rahm werden die Narrenfiguren – Felbe und Mond – von ihrem langen Schlaf erlöst. Anschließend folgt die Erweckung der Einzelfigur: Erst mit dem Zutun sämtlicher Narren verlässt der Brunnengeist die Tiefen des Jakobsbrunnens und begibt sich in Gesellschaft der restlichen Zunft zur Taufe der 10er-Jubiläumsnarren, die vor dem Küblerhaus stattfindet. Im Anschluss laden die Mondlöscher zur Fasnetseröffnung mit Narrenbaumschmücken und weiteren Programmpunkten.

Während in Cannstatt die Vorbereitungen zum Großen Narrentreffen auf Hochtouren laufen, treibt die Hofener Bevölkerung ein anderes Highlight um: Wie jedes Jahr stellt sich im Ort die Frage, wer wohl das nächste Greadeffele sein mag. Das Präsidium der Hofener Scillamännle aber hält dicht: Der Name des Greadeffele 2020 soll erst am Freitag, 10. Januar, um 18 Uhr an die Öffentlichkeit dringen. Dann beginnt auf dem Kelterplatz die heiße Phase der Hofener Fasnet. Die historische Einzelfigur der Scillamännle entsteigt als Höhepunkt eines kleinen Umzugs ihrem Verlies in der Burgruine. Damit das Ritual ein Erfolg wird, zieht ein Stoßtrupp der Narren vom Kelterplatz gen Burgruine. Im Anschluss an die erfolgreiche Befreiung steigt die erste Hofener Fasnetsparty des Jahres ab 19 Uhr in der örtlichen Grundschule. Die Zeit zum Feiern ist nicht lang: Bereits in der Nacht zum Aschermittwoch muss das Greadeffele wieder unter Tränen in sein Verlies zurückkehren.

Auch die Knollenbäuche aus Münster starten am 6. Januar in die närrische Saison. Treffpunkt ist um 16.30 Uhr am Dreiecksplätzle. Von dort ziehen die Knollenbäuche in Begleitung von Fackelträgern, Guggenmusik und der Freiwilligen Feuerwehr zur Statue Mönch am Stein, wo dann die Maske ausgegraben wird und die Saison eröffnet ist, was in den angrenzenden Lokalen gefeiert wird.

Nicht nur Fasnetzünfte läuten in den kommenden Tagen die fünfte Jahreszeit ein: Auch die im Stadtbezirk vertretenen Karnevalsvereine stehen zur Begrüßung der närrischen Tage bereit. Beim Cannstatter Quellen-Club freut man sich dieses Jahr auf ein besonderes Jubiläum: Die Brauchtumsgruppe des Vereins, die Quellenweiber, feiern heuer ihr 22-jähriges Bestehen. Begangen wird der unter Karnevalisten als rund geltende Geburtstag im Rahmen des Maskenabstaubens am 5. Januar um 19.11 Uhr im Kursaal. Weitere Jubilare haben sich ebenfalls angekündigt: Die Uhus, die lustige Tanzgruppe des Cannstatter Quellen-Clubs, feiern ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum und geben im Rahmen der Gala ihr Können zum Besten.

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