Jessica Marino und Richard Klöpfer kontrollieren den Warenbestand in den Kühlregalen. Foto: Janey Schumacher - Janey Schumacher

Wie es ist, eine Filiale selbstständig zu leiten, erfahren gerade die Auszubildenden in der Aldi-Filiale in der Sophie-Tschorn-Straße. Denn dort haben sie seit drei Wochen das Sagen.

Bad CannstattWie es ist, eine Filiale selbstständig zu leiten, erfahren gerade die Auszubildenden in der Aldi-Filiale in der Sophie-Tschorn-Straße. Denn dort haben sie seit drei Wochen das Sagen. Filialleiter Denis Schunter hält sich während dieser Zeit zurück „und greift nur im Notfall ein“, wie er sagt. Personalplanung, Warenbestellung, Inventur, die ordnungsgemäße Lagerung der Waren, Qualitätskontrolle oder Kunden-Aktionen organisieren und verantworten in der Filiale noch bis Samstag zwölf Auszubildende. Zwei von ihnen sind Jessica Marino und Richard Klöpfer. Die beiden sind begeistert vom Projekt: „Es macht Spaß, selbst die Verantwortung zu übernehmen“, sagt der 22-jährige Richard Klöpfer, der im dritten Lehrjahr zum Einzelhandelskaufmann ausgebildet wird. „Spannend ist es auch zu sehen, welche Aufgaben als Filialleiter auf einen zukommen“, sagt seine gleichaltrige Kollegin Jessica Marino, die eine Ausbildung zur Handelsfachwirtin absolviert. Denn egal, welche Probleme sich im Betriebsalltag stellen – steht etwa der Lastwagen mit der Lieferung im Stau – die Kunden dürfen davon nichts mitbekommen. Dann gilt es, Probleme – wie zu viel oder zu wenig Ware – möglichst reibungslos zu lösen. „Man muss immer flexibel sein“, sagt Marino. Zum Beispiel, wenn es darum geht – angesichts der derzeit hohen Temperaturen – die Bestellungen anzupassen, denn keine Frage: Eiscreme und Grillfleisch oder -würste sind zur Zeit besonders stark nachgefragt.

Auch wenn zu viel Ware bestellt wurde, müssen die Auszubildenden eine Lösung finden. Dann wird zum Beispiel mit anderen Filialen telefoniert und geklärt, ob an einem anderen Standort Bedarf besteht. Aber auch die Zusammenarbeit im Team ist wichtig, denn die zwölf Auszubildenden kommen aus unterschiedlichen Filialen aus dem Zuständigkeitsbereich der Regionalgesellschaft in Aichtal. Aber was macht in den vier Wochen, in denen die zwölf Auszubildenden am Werk sind, das Stammpersonal der Filiale? Die Mitarbeiter sind teils auf Schulung, oder sie sind in anderen Filialen in nahen Umland tätig oder im Urlaub.

Das Projekt wird derzeit außer in Bad Cannstatt auch in Leonberg durchgeführt. „Unser Ziel ist es auch, dadurch Auszubildende langfristig als Nachwuchsführungskräfte gewinnen zu können“, sagt Regionalverkaufsleiter Jens Haspel. Insgesamt sei die Aktion sicher einer der Höhepunkte der Ausbildung. Und einfallen lassen müssen sich Betriebe heutzutage einiges, um junge Leute für eine Ausbildung begeistern zu können, denn Azubis werden in vielen Branchen in diesem Jahr wieder händeringend gesucht. „Auch bei uns dürften es ein paar mehr sein“, sagt Haspel.

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