Die Homepage der Aktionsgemeinschaft Espan. Foto: Britta Kurz (z) - Britta Kurz (z)

Die Aktionsgemeinschaft Espan wird zehn Jahre alt und feiert dies in verschiedenen Veranstaltungen. Die Bürgervernetzung hat erfolgreich funktioniert, wie Quartiersmanagerin Daniela Hoffmann feststellt.

Bad CannstattIn diesem Jahr blickt die Espaner Aktionsgemeinschaft auf ihr zehnjähriges Bestehen – und damit auf zehn Jahre Quartiersarbeit. Die Espaner Aktionsgemeinschaft ist ein Verbund aus Institutionen, Organisationen und Bürger im und um den Bad Cannstatter Stadtteil Espan. Gemeinsam haben sich die Akteure das Ziel gesetzt, den Espan durch Aktionen und Kooperationen zu beleben. Und das haben sie geschafft.

Seit zwei Jahren ist Daniela Hoffmann Quartiersmanagerin im Haus im Sommerrain. An der Espaner Aktionsgemeinschaft fasziniert sie, „dass es sehr konstant ist. Es kommen auch immer wieder Neue dazu. Der Austausch und die Workshops dreimal im Jahr sind sehr konstruktiv.“ Sie freut sich auch über den wachsenden Zulauf zum Stadtteilfrühstück als Ersatz fürs Pankratzfest.

Das Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus hatte im Jahr 2009 die Initiative ergriffen und im Stadtteil zur Vernetzung eingeladen. Der Impuls zur Kooperation stieß auf offene Ohren. So entstand ein Netzwerk aus engagierten Beteiligten. Neben aktiven Bürgern und dem Anna-Haag-Haus zählen zum Netzwerk die Baugenossenschaft Bad Cannstatt, Bürgertreff „Walk mit!“, Eichendorffschule, Haus im Sommerrain vom Deutschen Roten Kreuz, das Haus St. Damiano der Stiftung Liebenau, die evangelische Lenore-Volz- Kirchengemeinde und die katholische St. Peter-Gemeinde, die städtische Kindertageseinrichtung Kneippweg, der Stadtteilbauernhof, die Stadtteilbibliothek Kneippweg, der TSV Steinhaldenfeld, das Wohnheim in den Wannenäckern von der Diakonie Stetten.

Eine der grundlegendsten Ideen gemeinsamer Quartiersarbeit bestand von Beginn an darin, alle Angebote und Veranstaltungen im Stadtteil zusammenzustellen und in gedruckter Form bekannt zu machen. Inzwischen hat sich das „Espan-Blättle“ als wichtiges Informationsmedium etabliert, weiß Hoffmann. Es erscheint viermal pro Jahr, wird an alle Haushalte verteilt und liegt an vielen Stellen im Stadtteil aus. Daran anknüpfend, entstand die Internetseite „www.unser-espan.de“, die Termine und Infos aus dem „Espanblättle“, aber auch umfassende Informationen über den Stadtteil bereithält.

In ihren ersten zehn Jahren entwickelte die Espaner Aktionsgemeinschaft viele gemeinsame Aktivitäten. Die Bandbreite reicht vom Martinimarkt über eine Stadtteilputzete bis hin zu Sportangeboten für unterschiedliche Zielgruppen.

„Durch die Aktivitäten hat sich die Stadtteilidentität gestärkt“, stellt Hoffmann fest. Von Jahr zu Jahr seien immer mehr Menschen dazugekommen. Anstoß war das Projekt „Mein Weg in den Espan“, welches in eine Ausstellung mündete. Bei „Mein Weg in den Espan“ drückten ganz unterschiedliche Menschen ihre individuelle Verbindung zum, aber auch ihre Verbundenheit mit dem Stadtteil aus. So entstanden Fotogeschichten, Bilder, Berichte und Videoclips, die den Espan in einer Ausstellung erlebbar machten. Aus dem Projekt heraus entstand die Idee eines Faltblatts, das den Espanern ihren Stadtteil präsentiert. Die Veröffentlichung dieses „Espanfolders“ ist für Juli diesen Jahres geplant, so Hofffmann. Meilensteine in der Quartiersarbeit waren eine Bürgerbefragung und die Weiterentwicklung des früheren „Pankrazfests“ zum Stadtteilfrühstück. Von engagierten Bürgern wurde außerdem verstärkt das Thema „Verkehr im Espan“ eingebracht, wodurch sich die Aktionsgemeinschaft in verschiedener Form mit der Frage: „Wie kann der Schleichverkehr durch den Stadtteil reduziert werden?“ befasst hat.

Auch hier wurden die Verkehrsprobleme der Stadt gegenüber deutlich formuliert und gab es auch Infoveranstaltungen vor Ort. Die Verkehrsgruppe gibt es immer noch, so Hoffmann. Sie informiert dazu. Es gebe nach den Verkehrszählungen kleine Verbesserungen. Den Schleichverkehr gebe es aber noch. Da helfe auch eine Pförtnerampel allein nicht, so Hoffmann. Das Problem sei noch nicht gelöst. Natürlich wurde in den zehn Jahren des Bestehens die Vernetzung und Kooperation zwischen den beteiligten Akteuren der Espaner Aktionsgemeinschaft auf- und kontinuierlich ausgebaut. Dazu finden pro Jahr drei Quartiersworkshops statt. Bei diesen halbtägigen Veranstaltungen, die Professor Paul-Stefan Ross von der Dualen Hochschule Stuttgart moderiert und fachlich begleitet, werden Aktivitäten für den Espan geplant und insgesamt die Weichen für die gemeinsame Quartiersarbeit gestellt.

Gefeiert wird das Zehnjährige der Espaner Aktionsgemeinschaft mit drei Veranstaltungen, die den „Espaner Jubiläumssommer 2019“ bilden. Den Auftakt machte kürzlich das Stadtteilfrühstück am 19. Mai im Anna Haag Mehrgenerationenhaus. Am 6. Juli folgt nun ein Straßenfest „In den Wannenäckern“. Bei dieser Veranstaltung wird der neue Espanfolder vorgestellt. Dazu passend findet eine Schnitzeljagd durch den Stadtteil statt. Den Abschluss des Espaner Jubiläumssommers bildet ein Stadtteilpicknick auf dem Stadtteilbauernhof am 28. September. Und da freut sich Hoffmann auf einen besonderen Gast: Zum Stadtteilpicknick kommt Christoph Sonntag. „Da er ja gerade sein neustes Projekt ‚30 Minuten’ zum Thema Nachbarschaft und sich gegenseitig helfen bekannt macht, dachten wir, wir laden ihn ein, um in seiner Nachbarschaft ,er wohnt im Geiger, auch präsent zu sein. Kurzerhand hat er unkompliziert zugesagt und bereichert unser Nachbarschaftsfest als Ausklang zum Espaner Jubiläumssommer“, so die Quartiersmanagerin.

Hoffmann freut sich immer über neue Interessierte. Sie wenden sich an d.hoffmann@annahaaghaus.de.

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