Die Ziegen kommen Foto: Hegele (z) - Hegele (z)

Die beiden Steppenheiden am Fellbacher Kappelberg werden ab Juni von tierischen Naturschützern gepflegt. Rund 60 Ziegen werden dort weiden und so verhindern, dass sich Sträucher und Hecken ausbreiten.

FellbachDie beiden Steppenheiden am Fellbacher Kappelberg werden ab Juni von tierischen Naturschützern gepflegt. Rund 60 Ziegen werden dort weiden und so verhindern, dass Sträucher und Hecken die geschützte Kulturlandschaft langsam zu wuchern. Am kommenden Sonntag bringt Ziegen- und Schafhirte Heiner Negele aus Aichwald die Tiere mit einem Ziegenauftrieb auf den Kappelberg.

Die vierbeinigen „Rasenmäher“ sind vegetarische Allesfresser. „Ziegen scheuen auch vor kleinen Sträucher und Brombeeren nicht zurück“, erklärt Gundis Steinmetz vom Stadtplanungsamt Fellbach. Bisher haben die Mitglieder des Schwäbischen Albvereins zusammen mit dem Naturschutzbund (Nabu) und im vergangenen Jahr mit den Rotariern die geschützten Hanggrundstücke einmal im Jahr gemäht. Das mühselige Unterfangen verhinderte aber nicht, dass sich immer wieder andere Pflanzenarten ansiedelten und die beiden Steppenheiden gefährdeten. Der künftige Pflegeaufwand für die rund zwei Hektar geschützte Fläche wird sich für die Verbände mit dem tierischen Einsatz daher deutlich reduzieren.

Noch zur Jahrtausendwende war der Wald auf dem Kappelberg eher spärlich vertreten. Alte Ansichten und Fotos zeigen einen „kahlen Berg“. Auf den Freiflächen, die durch Übernutzung und Abholzung entstanden waren, siedelten sich dann nach und nach wieder Bäume an. Die verbliebenen Steppenheide-Flächen sind heute als sogenanntes FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat), das einen äußerst schützenswerten Lebensraum beschreibt, Bestandteil der europäischen Schutzfläche Natura 2000. Damit diese Flächen erhalten bleiben, besteht für jedes Habitat ein detaillierter Pflegeplan. Das „Kurzhalten“ des Bewuchses ist eine der Hauptaufgaben in der Steppenheide. Für ihren Einsatz benötigen die Ziegen eine feste Fläche, die mit einem mobilen Elektrozaun abgegrenzt wird. Im Juni weiden die Ziegen auf der östlichen Steppenheide und danach im westlichen Bereich. Während der Beweidung ist der Schotterweg in der westlichen Heide nicht begehbar. Der Fuß- und Radverkehr wird während der Sperrung umgeleitet. red

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