Die Chaosfahrt des 27-Jährigen endete am Löwentor. Foto: 7aktuell.de/Andreas Werner - 7aktuell.de/Andreas Werner

Die fast vierstündige Chaosfahrt eines 27 Jahre alten Mannes endete am Dienstag mit einer Massenkarambolage am Löwentor, bei vier Personen verletzt wurden, zwei davon schwer.

Bad CannstattWas für eine Chaosfahrt. Ein 27 Jahre alter Mann verursachte am Dienstagnachmittag binnen vier Stunden offenbar unter Drogeneinfluss zahlreiche Unfälle mit mehreren Carsharing-Fahrzeugen. Erst eine Massenkarambolage am Löwentor (wir berichteten) stoppte die Amokfahrt des 27-Jährigen, der sich mittlerweile in einer psychiatrischen Einrichtung befindet. Die Bilanz: Vier Personen wurden verletzt, darunter zwei schwer, sowie ein Sachschaden von mehr als 120 000 Euro.

Zum ersten Mal war der 27-Jährige in Degerloch Passanten aufgefallen, als er gegen 13.50 Uhr mit einem Elektro-Smart mehrmals mit quietschenden Reifen das Rondell am Albplatz umrundete. Die Augenzeugen verständigten die Polizei, die den Fahrer festnahm. Ein Alkoholtest verlief zwar negativ, doch stand der Mann laut Schnelltest unter Cannabis-Einfluss. Zudem hatte er noch sieben Gramm Marihuana dabei. Die Beamten nahmen ihn mit zur Blutprobe in ein Krankenhaus und beschlagnahmten seinen Führerschein. „Die Beamten hatten den Eindruck, dass er die Maßnahmen akzeptiert und den Hinweis auf das vorläufige Fahrverbot verstanden hat“, sagt Polizeisprecher Tobias Tomaszewski.

Rollerfahrer verletzt

Pustekuchen – nachdem er um 16 Uhr wieder entlassen wurde, mietete er sich kurzerhand das nächste Fahrzeug und fuhr nach Fellbach. Im Gewerbegebiet in der Wilhelm-Pfitzer-Straße gefährdete er eine Passantin und nahm einem Lastwagen die Vorfahrt. Die Frau alarmierte um 16.45 Uhr die Polizei. Während die Fahndung lief, war der Amokfahrer bereits wieder in Stuttgart am Start und bog am Schlossgarten in die Wolframstraße ab.

Auf Höhe des Wolframtunnels kam er offenbar nach links auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit zwei dort wartenden Rollerfahrern im Alter von 51 und 57 Jahren. Hierbei wurde einer der beiden leicht verletzt. Doch der 27-Jährige fuhr unbeirrt über den Gehweg weiter. Auf Höhe des Milaneos parkte er das beschädigte Fahrzeug und mietete sich kurz darauf seinen mittlerweile dritten Carsharing-Smart. Mit dem fuhr er auf der Heilbronner Straße weiter in Richtung Pragsattel. Auf Höhe der Mia-Seeger-Straße verursachte er dann einen weiteren Verkehrsunfall, fuhr jedoch abermals unbeirrt weiter. Dabei schlängelte er sich rücksichtslos durch den Stau und streifte vier Autos.

Doch dann näherte sich das Ende der Horrorfahrt. Nachdem der 27-Jährige gegen 17.40 Uhr von der Heilbronner Straße in die Pragstraße abgebogen war, verursachte er nach wenigen Metern kurz vor dem Löwentor eine Massenkarambolage mit fünf Fahrzeugen, die alle nach links in die Löwentorstraße abbiegen wollten und an der roten Ampel warteten. Der Smart fuhr auf einen vorausfahrenden Kia auf, welcher seinerseits auf einen bereits wartenden BMW geschoben wurde. Dabei kippte der Kia auf die rechte Fahrzeugseite. Der BMW wurde im weiteren Unfallverlauf auf einen davor stehenden VW, dieser auf einen Mercedes und dieser wiederum auf einen Honda geschoben. Bei dem Verkehrsunfall wurden die 31-jährige Kia-Fahrerin und der 35 Jahre alte VW-Fahrer schwer verletzt und in Krankenhäuser eingeliefert. Der 27-Jährige, der laut Polizei auf den Fildern wohnen soll, wurde zur Untersuchung in eine Psychiatrie eingewiesen. Der Gesamtsachschaden dürfte sich auf rund 120 000 Euro belaufen.

Zeugen und Personen, die von dem 27-Jährigen gefährdet oder geschädigt wurden, können sich unter 89 90-41 00 bei der Polizei melden.

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