Die Kurve in der Oberen Heckenstraße ist unübersichtlich. Viele Kinder überqueren in diesem Bereich zwischen Treppenaufgang und Fußweg durch die Parkanlage die Fahrbahn. Foto: Kuhn

Es geht um die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg. Doch die Stadt lehnt einen Zebrastreifen an der Steinenbergschule ab – zu wenig Verkehr. Das Parkverbot soll aber ausgeweitet werden.

Hedelfingen - Die Stadt lehnt die Forderung des Bezirksbeirats nach einem Zebrastreifen in der Oberen Heckenstraße für mehr Sicherheit auf dem Schulweg ab. Zu gering sei das Verkehrsaufkommen. D ennoch sollen die Sichtverhältnisse für die Kinder auf dem Weg zur Steinenbergschule durch die Verlängerung des Parkverbots in der Kurve verbessert werden. Zusätzlich wird eine Markierung angebracht. „ Es ist zwar nicht das gewünschte Ergebnis, aber wenigstens eine kleine Verbesserung der jetzigen Situation“, zeigt sich Bezirksvorsteher Kai Freier zumindest zum Teil zufrieden.

Hintergrund der Forderung sind die immer wiederkehrenden gefährlichen Situationen. Vor allem am Übergang von der Parkanlage zum Treppenaufgang herrscht reger Fußverkehr. Die Kinder kommen die Steigen aus dem Ortskern empor oder laufen sie nach dem Ende des Unterrichts wieder hinunter. Das Problem: Regelmäßig parken Autos am Fahrbahnrand – von der Fruchtstraße bis zur Steinenbergschule. Im oberen Bereich in den vergangenen Monaten zunehmend auch dauerparkende Wohnmobile und Wohnwägen. Dadurch können die Autos nur einspurig vorbeifahren. Zudem würde das Tempolimit von 30 Stundenkilometern oftmals missachtet. Kinder, die zwischen den parkenden Fahrzeugen auf die Straße rennen, könnten nur schwer gesehen werden.

Voraussetzungen für Zebrastreifen nicht gegeben

Allerdings findet in der Oberen Heckenstraße, die mit den Fortführungen der Straße Am Steinenberg und der Kreßbronner Straße ausnahmslos in Sackgassen enden, lediglich ortskundiger Ziel- und Quellverkehr statt, heißt es in der Begründung der Stadt. Problematisch sei daher ausschließlich der morgendliche Bringverkehr der Eltern. Diese seien aber durch die Ortskenntnis für die besondere Situation von Hause aus sensibilisiert. Einen Unfallschwerpunkt gebe es an dieser Stelle nicht.

Grundsätzlich sei der Verkehr auf der Oberen Heckenstraße überschaubar. Somit ist die Voraussetzung von mindestens 200 Fahrzeugen in der Spitzenstunde für einen Zebrastreifen nicht gegeben – auch nicht zu Schulbeginn. Ein weiteres Problem aus Sicht der Stadtverwaltung ist, dass direkt am Überweg vom Treppenaufgang zum Fußweg in der Parkanlage ein Zebrastreifen aus technischen Gründen nicht realisiert werden könnte, da dieser in der Kurve liegt. Dieser müsste nach unten in den gerade verlaufenden Teil der Straße verlegt werden. Erfahrungsgemäß würde der Zebrastreifen dann durch den sehr großen Umweg kaum noch in Anspruch genommen.

Eine dauerhafte Geschwindigkeitsanzeigetafel sei ebenso nicht zielführend. Die Wirkung verpuffe nach wenigen Wochen, da sich ein „Abstumpfungseffekt“ bei den Autofahrern einstelle und die erzieherische Wirkung ausbleibe. Die Verkehrsüberwachung will daher an ihrem Konzept des ständigen Wechsels der bislang drei Anlagen vor Grundschulen, Kindergärten und Altenheimen festhalten.

Parkverbot verdeutlichen

Auch eine geforderte Gehwegnase lehnen die Behörden ab. Dies käme sowieso nur auf der Seite zum Park in Frage. Schließlich diene eine solche Maßnahme lediglich dazu, den Fußgängern durch den vorgelagerten Standort, eine verbesserte Einsicht auf den Verkehr zwischen den parkenden Fahrzeugen zu ermöglichen. In einer Parkverbotszone sie dies jedoch nicht zielführend. Denn bereits im vergangenen Jahr wurde das Parkverbot im Kurvenbereich erweitert. Und die Zone soll nun noch einmal um weitere rund zehn Meter bis zur Oberen Heckenstraße 10 ausgedehnt werden. Auf der Talseite sei durch den breiten Gehweg eine gute Sicht bereits vorhanden.

Zumindest soll das Parkverbot durch eine neue Markierung noch einmal verdeutlicht werden. „Die Erfahrung zeigt, dass dies eine Signalwirkung hat“, freut sich Freier, dass seine beharrliche Forderung zumindest dies ermöglichte. Und auch ein weiterer „Achtung Kinder“-Hinweis soll auf der Straße auf die Situation aufmerksam machen. „Für die Sicherheit der Kinder sollte eine Markierung doch möglich sein“. Auch in Zukunft will er das Thema weiterverfolgen, denn „steter Tropfen höhlt den Stein“.

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