In seinem berührenden Roman „Schwebebahnen“ fliegt der Stuttgarter Autor Hanns-Josef Ortheil zurück in eine Zeit, in der ein junger Außenseiter in der Welt Fuß zu fassen versucht.
Man möchte diesem Buch die Warnung vorausschicken, es sich damit nicht zu einfach zu machen. Denn auf den ersten Blick könnte man sich fragen, ob es im Moment keine wichtigeren Geschichten zu erzählen gäbe, als die Erlebnisse eines verschrobenen Jungen, der sich statt für Fußball und die Mitgliedschaft im Jugendbandenwesen Gleichaltriger lieber für Klavierspielen, Zugfahrpläne und das Bibliografieren gelesener Bücher interessiert. Wie leicht wäre es, an dem naiven Ton Anstoß zu nehmen, der dem hier gerne als „kleiner Mann“ titulierten Protagonisten auf einem Bildungsweg folgt, der offenbar schon in den 50er Jahren, in denen das Ganze spielt, als hoffnungslos aus der Zeit gefallen anmuten musste.
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