Die zehn Treffer von Felix Wente (mit Ball) reichen dem gastgebenden SV Fellbach nicht zum Sieg im Stadtderby. Foto: Maximilian Hamm

Die Handballer des SV Fellbach geben das Verbandsliga-Spiel gegen den Stadtnachbarn TV Oeffingen in den finalen Sekunden noch aus der Hand und verlieren mit 32:33.

Joe Traub zog sich das Trikot über den Kopf und hätte es wohl am liebsten in die Hallenecke geworfen. Felix Wente schlich kurz nach dem Spielende ungläubig über das Feld, andere Handballer des SV Fellbach saßen auf der Bank und blickten ins Leere. Die beiden mit jeweils zehn Treffern besten Torschützen des Teams und ihre Mitstreiter konnten es nicht fassen, dass all ihre Mühen umsonst gewesen sein sollten. Doch die Anzeigetafel log nicht. Dort stand am Samstagabend das Endergebnis dieses aufreibenden Stadtderbys, das die Gäste des TV Oeffingen am Ende mit 33:32 (15:17) für sich entscheiden konnten. Die Fellbacher Handballer hatten dieses Verbandsliga-Spiel vor den rund 450 Zuschauern in der heimischen Zeppelinhalle tatsächlich noch aus den Händen gegeben. Eine Minute vor Schluss hatten sie bei einer 32:30-Führung den Sieg bereits vor Augen, verloren dann aber die Übersicht und mussten in der Folge zusehen, wie die Gäste aus Oeffingen mit ihren Fans feierten. „Wir haben die ganze Zeit daran geglaubt“, sagte Tobias Unfried, der Trainer des TV Oeffingen.

Was war in dieser finalen – alles entscheidenden – Spielminute geschehen? Zunächst erzielte Lucas Frey den Anschlusstreffer zum 31:32. Anschließend nahm der SVF-Coach Frank Schmid eine Auszeit. „Uns war klar, dass der Gegner jetzt über das gesamte Feld offensiv decken würde“, sagte er. Doch das Wissen genügte seiner Mannschaft nicht. Sie ließ sich eine halbe Minute vor dem Spielende den Ball abnehmen, und Tim Köhler markierte umgehend den 32:32-Ausgleich. Mit diesem Ergebnis hätten wohl beide Trainer leben können. Doch den Fellbacher Handballern passierte der gleiche Fehler ein zweites Mal, jetzt setzte Levi Fröschle sich durch und traf tatsächlich noch zur 33:32-Führung für sein Team – es war zugleich der Endstand in diesem hitzigen und spannenden Nachbarschaftsduell. Der Tabellenzweite TV Oeffingen hat diese Begegnung am Samstag gewonnen, doch wahr ist auch: die Fellbacher Handballer haben den Sieg verschenkt.

Ausgeglichener Spielverlauf

Der gesamte Spielverlauf war ausgeglichen gewesen, die knappe Führung wechselte hin und her, die Zuschauer kamen auf ihre Kosten. Die Gastgeber waren ohne die für gewöhnlich treffsicheren Louis Waldraff und Jan Spindler angetreten. Tobias Unfried dagegen konnte kurzfristig doch auf den Spielmacher Fynn Fröschle und auch wieder auf Luis Westner zurückgreifen; dessen Einsatz hatte sich erst beim Aufwärmen entschieden. Die Abwehrreihe der Gäste, in der Statistik die sicherste der Liga, stand dieses Mal nicht ganz so sicher. Das lag aber auch an der Offensivstärke der Fellbacher Handballer. Doch am Ende zählte nur das Ergebnis, das auf der Anzeigetafel leuchtete: 32:33. „Das war eine bittere Niederlage. Wir haben super gespielt, aber uns fehlt die Abgezocktheit“, sagte Frank Schmid. Und deshalb waren Joe Traub, Felix Wente und ihre Mitspieler nach dieser ersten Heimniederlage der Saison frustriert, ungläubig und verbittert. Für sie ist die Hinrunde beendet. Bei den Handballern des TV Oeffingen dagegen steht am nächsten Samstag, 20 Uhr, noch das Heimspiel gegen das abstiegsgefährdete Team der SV Remshalden auf dem Programm.

SV Fellbach: Beck, Osap – Wente (10), Joe Traub (10/5), Dierl (3), Georg (3), Kapp (2), Mergenthaler (1), Pick (1), Schauer (1), Spiertz (1), Bartsch, Freudenreich.

TV Oeffingen: Seeger, Schreiner, Schweizer – Köhler (5), Köngeter (5/1), Stöhr (5), Frey (4), Rühle (4), Levi Fröschle (3), Ferdinand Würmle (3/2), Fynn Fröschle (2), Manuel Paul (1), Westner (1), Kolotuschkin, Langenfeld, Meyer.