Obwohl die Frauen der Habo Bottwar SG Dritter in der Verbandsliga sind, kommt es zu einem Trainerwechsel: Janine Zieker übernimmt bis Saisonende.
Die Habo Bottwar SG hat am Freitag überraschend bekannt gegeben, dass die Zusammenarbeit mit der bisherigen Trainerin der ersten Frauenmannschaft, Daniela Thulke, in beiderseitigem Einvernehmen beendet wurde. Der Zeitpunkt sorgt für Verwunderung – denn die sportliche Lage hätte den Schritt nicht notwendig gemacht. Unter Thulkes Leitung etablierte sich das junge Team zuletzt auf dem dritten Tabellenplatz und blieb in den vergangenen fünf Partien ungeschlagen.
Keine sportlichen Gründe für den Cut
Warum es dennoch zur Trennung kam, bleibt offen. In der Vereinsmitteilung heißt es lediglich: „Wir danken Daniela herzlich für ihre engagierte und professionelle Arbeit. Sie hat unser Team in ihrer Zeit maßgeblich geprägt. Für ihre sportliche wie private Zukunft wünschen wir ihr alles Gute.“
Die Nachfolge ist bereits geregelt: Co-Trainerin Janine Zieker übernimmt bis zum Saisonende die Rolle der Cheftrainerin des Verbandsliga-Teams. Unterstützt wird sie ab sofort von Thomas Pflugfelder, der das Trainerteam ergänzt. „Die Habo SG ist überzeugt, mit dieser Lösung Kontinuität zu gewährleisten und der Mannschaft gleichzeitig neue Impulse zu geben“, heißt es weiter in der Meldung.
Ob der Trainerwechsel kurzfristig Unruhe ins Team gebracht hat, wird sich schon am Samstagnachmittag zeigen. Um 17 Uhr treten die Habo-Frauen bei der HSG Winterbach/Weiler an. Zwar stand die HSG lange Zeit im unteren Tabellendrittel, dies lag jedoch vor allem an der bislang geringen Zahl absolvierter Spiele.
Mit 9:7 Punkten aus acht Begegnungen rangiert der Gastgeber aktuell im stabilen Mittelfeld auf Platz sechs. Die Bottwartälerinnen stehen mit 13:7 Punkten aus zehn Spielen auf dem dritten Rang. „Grundsätzlich ist das kein Selbstläufer“, betont die neue Cheftrainerin Zieker. Die 40-Jährige, die ursprünglich aus Steinsfurt stammt und dort bereits früh vom Handballfieber gepackt wurde, gehört seit 15 Jahren zur Habo. Immer wieder warfen Verletzungen sie während ihrer aktiven Laufbahn zurück und führten sie schließlich Schritt für Schritt ins Traineramt – erst als Spielertrainerin bei den Frauen 2, später als Co-Trainerin bei Konny Baboi. Vor zwei Jahren beendete sie nach der Geburt ihres dritten Kindes ihre aktive Karriere endgültig.
Privat wie beruflich hat Zieker viel zu organisieren: Neben ihren drei Kindern (6, 4 und 2 Jahre) arbeitet sie drei Mal die Woche in einer Physiotherapeutischen Praxis, zwei Mal die Woche als Trainerin im Kindersport der KiSte Steinheim und betreut zusätzlich die Minis der Habo. Jetzt soll sie also auch die Verantwortung für die erste Damenmannschaft tragen – eine Aufgabe, die sie entschlossen angeht.
Janine Zieker l(i)ebt Handball
Für ihr Debütspiel muss sie allerdings gleich mehrere Ausfälle kompensieren. Neben drei Stammspielerinnen fehlt auch Mara Bossert, die sich im Sportunterricht einen Nasenbruch zuzog. Zudem verlief die Trainingswoche wegen zahlreicher Krankheitsfälle holprig. „Wir waren diese Woche nie in Vollbesetzung“, berichtet Zieker. Unterstützung aus der zweiten Mannschaft ist ebenfalls nicht möglich, da diese zeitgleich im Einsatz ist.
Dennoch bleibt Zieker optimistisch: „Winterbach ist schlagbar und wir können die beiden Punkte holen.“ Ein Sieg wäre der perfekte Abschluss einer bereits überraschend starken Hinrunde. „Definitiv ist Platz drei mit dieser jungen Truppe überraschend“, sagt sie. Gerade nach der Zusammenlegung mit dem Badischen Verband war unklar, welche Teams in die Staffel rutschen und wie stark die Konkurrenz dann für die Habo-Frauen sein würde. Ein Auswärtssieg in Winterbach wäre das sprichwörtliche Sahnehäubchen auf eine bemerkenswert stabilen ersten Saisonhälfte und auch ein optimaler Start für die neue Cheftrainerin.