Am Wochenende ruht in vielen hallen der Ball, zahlreiche Handballspiele wurden vorsichtshalber abgesagt. Foto: picture-alliance/ dpa/Franz-Peter Tschauner

Beim Handball können im Bezirk vorsichtshalber Spiele abgesagt werden, beim Tischtennis muss ein Corona-Verdachtsfall vorliegen.

Bad Cannstatt - Die Absagen im Handball-Bezirk Rems-Stuttgart haben sich am vergangenen Spieltag gehäuft. Auch an diesem Wochenende wurden im Vorfeld schon zahlreiche Partien abgesetzt. So haben auch die HSG Oberer Neckar und die HSG Gablenberg-Gaisburg aufgrund der aktuellen Gesamtlage in Bezug auf Covid-19 von der Möglichkeit gebrauch gemacht, bereits bis Freitagmorgen 10 Uhr, vorsichtshalber die Partien abzusagen (wir berichteten) – ohne Strafen zu befürchten. Dies bekräftigt auch der Verband. Diejenigen, die es aus nachvollziehbaren Gründen ablehnen, Handball zu spielen, haben die Möglichkeit die Teilnahme am Spielbetrieb auszusetzen, ist auf der Verbands-Homepage zu lesen. „Kein Team wird daraus nachteilige Konsequenzen – zum Beispiel Strafen oder Gebühren – zu tragen haben“, erklärt Verbandsmanager Thomas Dieterich.

Auch die HSG Cannstatt-Münster-Max-Eyth-See hat nachgezogen und beschlossen, die „Spiele bis Ende Oktober abzusagen“, sagt HSG-Spielleiter Joachim „Jox“ Hoffmann. Damit wolle man nicht nur der aktuellen Corona-Situation Rechnung tragen, sondern sich auch solidarisch mit anderen Vereinen zeigen. „Den Trainingsbetrieb wollen wir gemäß der Corona-Verordnung Sport, wenn möglich, aufrecht erhalten“, so Hoffmann. Der T V Obertürkheim bekundete indes Bereitschaft zu spielen, doch die jeweiligen Gegner sagten im Vorfeld ab – zuletzt teilte der TSV Lorch/Alfdorf 2 den Männern des TV Obertürkheim mit, nicht zum Bezirksliga-Spiel anzutreten. Übrigens: In der Bezirksliga finden an diesem Wochenende überhaupt keine Begegnungen statt, alle wurden im Vorfeld abgesetzt.

Trotz der gehäuften Spielabsagen gibt es noch keine pauschale Absage des Spielbetriebs in Württemberg. „Der HVW hat den Auftrag, Handball zu ermöglichen. Alle aktuell gültigen Verordnungen lassen sowohl den Trainingsbetrieb als auch den Spielbetrieb in allen Sportarten zu“, weiß Dieterich.

Auch Tischtennis wird weiterhin gespielt, auch wenn Thomas Walter, Geschäftsführer des Verbandes Württemberg-Hohenzollern, ebenfalls von steigenenden Spielabsagen spricht. „Es hält sich aber noch in Grenzen“, so Walter. Anders als im Handball bedarf es auf Verbandsebene für eine Absage ohne Strafen eines Corona-Verdachts oder positiven Falls. Überregional, also ab der Oberliga, stellt sich die Lage wieder anders dar. „Ein Team kann ohne Konsequenzen absagen, wenn es bei einem Verein antritt, der sich in einem Risikogebiet befindet“, so Walter. Er hat als Mannschaftsführer des Sportbund Erfahrung damit – Landshut trat in der Vorwoche bei den Drittliga-Damen des Sportbund nicht an, weil der Inzidenzwert über 50 Infektionen pro 100 000 Einwohner lag. Für das Wochenende sieht es so aus, dass sowohl die Männer als auch die Frauen ihre Spiele in Bayern bestreiten werden. Eine Absage muss 48 Stunden vor Spielbeginn mitgeteilt werden. Das ist nicht geschehen.

Gleichwohl gibt es auf Verbandsebene Änderungen im Spielbetrieb. Ab jetzt dürfen keine Doppel mehr gespielt werden, „dafür tritt aber jeder Spieler und Spielerin zu zwei Einzelpartien an“. Das heißt: Eine Partie ist nicht automatisch beendet, wenn eine Mannschaft neun Siege eingefahren hat. Ein 12:0-Erfolg ist ab diesem Wochenende also möglich.

Im Fall eines vorzeitigen Abbruchs hat der Tischtennis-Verband bereits vorgesorgt. „Die Statuten lassen es nun zu, dass die Saison unterbrochen werden kann und im März, April fortgeführt wird und eine verkürzte Runde, also nur eine Halbserie, gespielt wird“, so Walter.

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