Die Handballer des TSV Schmiden gewinnen das Spitzenspiel gegen den HTV Meißenheim mit 34:29 und sind nun alleinige Tabellenführer in der Staffel 1 der Oberliga.
Die Handballer des TSV Schmiden sind seit Freitagabend wieder alleinige Spitzenreiter in der Staffel 1 der Oberliga. Im Spitzenduell mit dem bis dato punktgleichen HTV Meißenheim setzten sich die Gastgeber vor den rund 400 Zuschauern in der Schmidener Sporthalle mit 34:29 durch, nachdem sie zur Pause noch mit 16:18 in Rückstand gelegen hatten.
Mann des Spiels: Torwart Magnus Riegel
Sieggarant war der alle überragende Schmidener Schlussmann Magnus Riegel. Hätte es eine Wahl zum Spieler des Spiels gegeben, sie wäre zweifellos auf den Schmidener Schlussmann gefallen. Mit 19 Paraden zog er den Gästen fast im Alleingang den Zahn. Seine zehn gehaltenen Bälle im zweiten Durchgang bedeuteten eine Quote von fast 50 Prozent.
Riegels erste Parade: ein gehaltener Siebenmeter
Zum Vergleich: das Gäste-Torwart-Duo Mirco Zander und Steffen Bader kam über die gesamte Spielzeit gesehen in Summe auf zehn gehaltene Bälle. Dabei war Riegel zunächst gar nicht gut in die Partie gekommen. Seine erste Parade datierte in der 6. Spielminute, als er beim Stand von 1:3 einen Siebenmeter von Philipp Hasemann vereitelte. Danach allerdings lief er zu Hochform auf.
Die TSV-Abwehr lässt es oft an Aggressivität vermissen
Warum der TSV trotzdem bis zur Pause nur ein einziges Mal in Führung lag (8:7, 13. Spielminute) und mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Pause ging, lag zum einen an acht technischen Fehlern, zum anderen an der fehlenden Aggressivität in der Abwehr. Immer wieder kamen die Meißenheimer bei der zunächst von Trainer Richard Babjak aufgebotenen 6:0-Abwehr ohne große körperliche Bedrängnis zum Abschluss. Auch über den Kreisläufer waren die Gäste bis dahin immer wieder erfolgreich.
Babjak vertraut fast die ganze Zeit auf seine Anfangs-Sieben
Besser wurde es erst in der zweiten Hälfte, als der Schmidener Coach auf eine 4:2-Abwehrformation umstellte. „Das ist unsere Notfallbremse. Die haben wir diesmal gebraucht“, sagte Babjak, der seine Anfangs-Sieben fast 60 Minuten durchspielen ließ. Wechsel, sagte er, können gut sein, sie können aber auch kritisch sein, weil man meistens immer zwei Angriffe brauche, um zu sehen, ob der Spieler von der Bank gut ins Spiel komme. „Diesmal hatten wir keine Zeit für Wechsel“, sagte er. Einzig Robin Paul durfte von der Bank kommend im linken Rückraum länger ran – weil er gleich im Spiel war und am Ende auf fünf Tore kam. Vier davon erzielte er in der Schlussviertelstunde.
Beim 24:24 schaffen die Gäste letztmalig den Ausgleich
Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten die Gastgeber, die in der 39. Minute erstmals mit zwei Toren führten (23:21). Beim 24:24 schafften die Gäste um Alexander Velz – der Spielmacher hatte in der Saison 2023/2024 mit der SG BBM Bietigheim den Erstliga-Aufstieg geschafft, war dann aber zu seinem Heimatverein zurückgekehrt, um sich um sein berufliches Standbein zu kümmern – letztmalig den Ausgleich (42.). Zehn Minuten vor Schluss führte der TSV mit 31:25 – der Drops war gelutscht. Auch, weil die Gäste längst von ihrem Matchplan abgerückt waren. „Wir haben uns Würfe genommen, die wir uns hätten nicht nehmen dürfen“, sagte der Trainer Christoph Baumann. Die offensive Abwehr habe seinem Team zugesetzt, und in der eigenen Defensive „haben wir nicht mehr den Zugriff bekommen“.
TSV macht mit dem Sieg einen wichtigen Schritt
Für die Meißenheimer war das 29:34 die erste Niederlage nach zuletzt neun Siegen nacheinander. Den Aufstieg in die Regionalliga hat der Dorfverein, der in der vergangenen Saison in der Oberliga Südbaden Dritter geworden war, vor der Runde nicht als Ziel ausgegeben. „Wir reiten gerade auf einer Welle und schauen mal, wie weit es geht“, sagte Baumann, der in Torwart Zander nur einen Spieler hat, der seine Wurzeln in einem anderen Verein hat. Für Babjak bedeutete der Sieg einen ganzen wichtiger Schritt in Richtung des erhofften Aufstiegs. „Wir haben jetzt nicht nur zwei Punkte Vorsprung, sondern sind auch im direkten Vergleich besser.“
Nächstes Spiel beim SV Leonberg/Eltingen
Das nächste Spiel bestreitet der TSV erst wieder am Samstag, 21. Februar (20 Uhr, Sporthalle in Leonberg) beim SV Leonberg/Eltingen. Die Gastgeber hatten das Hinspiel in Schmiden mit 36:35 gewonnen und dem TSV damit seinerzeit die erste Saisonniederlage beigebracht.
TSV Schmiden: Riegel, Scheiner – Feirabend (8), Baur (6), König (5), Robin Paul (5), Bühler (4), Geßwein (4), Brantch (1), Pichler (1), Siebel, Weber, Traub, Funk, Züfle, Türk.