Bleibt der Handball bald liegen? Vor allem auf Verbandsebene gibt es nicht mehr genügend Schiedsrichter, um den Spielbetrieb zu gewährleisten. Foto: dpa/Franz-Peter Tschauner

Der Schiedsrichterwart Dirk Zeiher hat klar zu verstehen gegeben, dass Unparteiische fehlen und unter aktuellen Bedingungen auf Verbandsebene der Spielbetrieb nicht durchführbar ist.

Bad Cannstatt -

Die Präsidiumsklausur des Handballverbandes Württemberg (HVW) stand im Zeichen der Schiedsrichter. Schiedsrichterwart Dirk Zeiher hat dem Präsidium im Vorfeld der Klausur deutlich aufgezeigt, dass der Spielbetrieb auf Verbandsebene unter den gegebenen Bedingungen nicht durchführbar ist. Zu lange haben die Vereine sich darauf verlassen, dass zu den Spielen am Wochenende Schiedsrichter kommen. Die Zeiten sind nun endgültig vorbei und leider haben es die Vereine selbst zu verantworten.

Nur 50 Schiedsrichterteams

Bei nur 50 zur Verfügung stehenden Schiedsrichterteams, aber 56 Wochenendspielen auf Verbandsebene, ist die Rechnung schnell gemacht. Zu viele Aufhörer und zu wenig neue Meldungen aus den Bezirken haben die Situation soweit verschärft, dass nicht mehr alle Spiele besetzt werden können. Aber auch in den Bezirken ist es bereits 5 nach 12! Und auch dieser Umstand wird dazu führen, dass nicht flächendeckend mit Team-Schiedsrichtern für die höchste Bezirksebene zu rechnen sein kann. Darüber hinaus wird ab dem Spieljahr 2022/2023 das Thema Punktabzug für die höchstklassige Mannschaft von Vereinen, die ihr Schiedsrichter-Soll nicht erfüllen, immer wahrscheinlicher.

Mittelfristige Ansätze

Der Verband hat gemeinsam mit seinen Bezirken aber auch erste mittelfristig wirkende Lösungsansätze erarbeitet. So wurden Beschlüsse für die Einführung eines Stufenplans in der Schiedsrichterausbildung gefasst. Neben dem bereits existierenden Kinderhandball-Spielleiter (Stufe 1) wird nun auch der Jugendhandball-Spielleiter als Stufe 2 und Vorstufe zum Schiedsrichter-Neuling eingeführt. Der verbindliche Einsatz der Jugendhandball-Spielleiter wird ab dem Spieljahr 2023/2024 in allen Bezirken möglich sein. Ab diesem Zeitpunkt müssen für jede gemeldete C-Jugend-Mannschaft dann auch zwei Jugendhandball-Spielleiter vom Verein bereitgestellt werden. Ein „Freikaufen“ wie aktuell beim Schiedsrichter-Soll wird es dann nicht mehr geben. Als erste Maßnahme hat das Präsidium einen Notfallplan verabschiedet. Die einzelnen Punkte werden durch Amtliche Bekanntmachung oder die Durchführungsbestimmungen für das Spieljahr 2021/2022 in Kraft gesetzt.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.hvw-online.org/aktuell/detail/news/notfallverordnung-verabschiedet.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: