Die Oberliga-Handballer werden von der aufgepeppten SG Pforzheim/Eutingen 2 mit 22:43 abgefertigt – aber SV-Trainer Markus Stotz sagt: „Kein Vorwurf an das Team.“
Da mussten die Freunde der Handballer des SV Leonberg/Eltingen nicht nur einmal kräftig schlucken: Der Oberligist unterlag am Sonntagabend bei der Reserve von Drittligist SG Pforzheim/Eutingen mit einem deftigen 22:43 (11:23).
Eine ziemliche Packung, doch Markus Stotz war nach den 60 Minuten keineswegs nach Toben, Schimpfen oder Kritisieren zumute – der Trainer sagte nüchtern und beherrscht: „Kein Vorwurf an die Mannschaft. Die Spieler haben ihr Möglichstes getan.“
Hört sich im ersten Moment verwunderlich an. Ein Team kassiert mehr als 40 Gegentore und geht mit einer Differenz von minus 21 aus der Partie – aber der Coach ist weit davon entfernt, einen Pulsschlag von 140 plus x zu haben. Doch es gibt eine einleuchtende Erklärung für die beherrschte Sachlichkeit nach einer Schlappe: Das Team der SG Pforzheim/Eutingen 2 war ein Handball-Upgrade, die Oberliga-Truppe wurde mit insgesamt sieben Akteuren aus dem Kader der ersten Mannschaft aufgepeppt, die sonst in der dritten Liga spielen. „Pforzheim war in dieser Konstellation zu stark für uns“, brachte es Markus Stotz auf den Punkt.
Denn nicht nur der Gegner war stärker als sonst, der SV hatte überdies einige Ausfälle zu verkraften. Die Position Rückraum Mitte musste von Yannick Oral ausgefüllt werden, weil die etatmäßigen Kräfte Christoph Hönig und Niklas Bolkart nicht zur Verfügung gestanden hatten. „Da fehlten uns zwei elementar wichtige Spieler“, betonte Stotz. Darüber hinaus waren Bastian Laib und David Klatte nach Krankheit nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Da der Personalengpass abzusehen war, hatte der SV Ex-Kapitän Andreas Binder (34) reaktiviert, der im Sommer 2024 seine Karriere beendet hatte. „Das alles soll keine Entschuldigung sein“, betonte Stotz.
Akzeptiert. Denn bei all diesen unheilvollen Vorzeichen durften Außenstehende es fast schon als zwangsläufig ansehen, dass der SV Leonberg/Eltingen nicht als Gewinner vom Spielfeld marschiert ist. Als keine wirkliche Überraschung darf ebenfalls angesehen werden, dass Bennet Löhmar aus dem Drittliga-Kader der SG mit neun Treffern erfolgreichster Torschütze des Abends war. Die geschwächten Leonberger waren deshalb schon früh auf die Straße der Verlierer gedrängt worden – nach gut zehn Minuten stand es 4:7, und schon zur Pause (11:22) war jedem klar, der nur einen Funken Handball-Verstand besitzt, dass nur noch ein Stromausfall in der Halle samt Spielabbruch die Gäste vor einer Schlappe würde retten können.
Nun stellte Markus Stotz seine Schützlingen nicht in den berühmten Senkel, doch ein wenig kritische Worte wollte er doch noch äußern. „Wir haben uns viele technische Fehler geleistet“, erläuterte der 59-Jährige, „wir standen uns oft selbst im Weg. Und wir haben in manchen Situationen nicht den Kampf geliefert, den wir hätten liefern können.“ Doch darüber, dass die SG ihren Oberliga-Kader massiv verstärkt hatte, beklagte sich der SV-Coach nicht. „So sind eben die Regeln“, sagte Stotz. SV Leonberg/Eltingen: Schneider; Oral (7/1), Schreiner (6), Wiederhöft (3/1), Salathe (2), Klatte (1), Kost (1), Laib (1), Wanner (1), Binder, Kutzner, Nilli, Rentschler.