Die Lurchis entscheiden den Drittliga-Krimi bei Saase3 Leutershausen mit 35:32 für sich und bleiben im zwölften in Folge in der 3. Liga Süd ungeschlagen.
Die Männer des SV Salamander Kornwestheim haben sich in der 3. Liga Süd in einer bis in die Schlussminute offenen Partie einen grandiosen 35:32 (18:16) - Auswärtssieg bei Saase3 Leutershausen gesichert. Denn erst in den finalen Minuten konnten die Kornwestheimer einmal mehr mit Moral und Abgeklärtheit das Pendel für sich ausschlagen lassen. Leutershausens Trainer Florian Taafel zollte seinem ehemaligen Verein nach dem Spiel Anerkennung: „Größten Respekt an die Lurchis“, sagte er auf der Pressekonferenz.
Respekt zeigte auch SVK-Cheftrainer Alexander Schurr – vor allem gegenüber den Schiedsrichtern. Nachdem er bereits in der vierten Spielminute mit einer Verwarnung belegt worden war, kassierte die Bank in der 40. Minute eine Zwei-Minuten-Strafe. Um nicht den Rest der Partie auf der Tribüne verbringen zu müssen, verfolgte Schurr die Begegnung anschließend möglichst zurückhaltend, sitzend und fast stumm. Übrigens: Auch Taafel hatte bereits in der 17. Minute Gelb gesehen in einer ausgesprochen emotionale Partie.
SV Kornwestheim liegt zur Pause vorn
Von Beginn an entwickelte sich der erwartete intensive und hitzige Schlagabtausch. Zwar erwischten die Gastgeber den besseren Start und gingen in Führung, doch Kornwestheim glich immer wieder aus. Nach einem 5:7-Rückstand (10. Minute) hielten sich die Lurchis über ein 9:9 (13.) und ein 13:13 (20.), erzielt durch Finn Joneleit in der Partie. Joneleit war es auch, der Kornwestheim gleich darauf dann erstmals in Führung brachte. Diese hielt jedoch nur kurz, denn Leutershausen schlug erneut zurück.
Mit drei Treffern in Folge – durch Luke Kaysen sowie zweimal Felix Kazmeier per Siebenmeter – riss Kornwestheim das Spielgeschehen aber kurz vor dem Pausenpfiff wieder an sich. Nach einem weiteren Treffer von Kazmeier ging es schließlich mit einer knappen 18:16-Führung in die Kabinen.
Natürlich blieb es auch in der zweiten Spielhälfte hoch spannend. Die Lurchis setzten sich auf drei Tore ab, doch Leutershausen kämpfte sich umgehend zurück. Bereits in der 35. Minute war beim 20:20 wieder alles offen. Mehrfach konnten sich nun die Schurr-Sieben leicht absetzen, doch immer wieder gelang den Gastgebern der Ausgleich – zuletzt beim 26:26 zur 45. Minute.
In die Crunchtime starteten die Salamanderstädter dann mit einer hauchdünnen 29:28-Führung. In der 53. Minute erhöhten sie auf 32:29, doch nur eine Minute später stand es bereits wieder 32:31. Kein Spiel für schwache Nerven. Und Leutershausen hatte die Chance, das Spiel nun endgültig zu drehen, agierte in den entscheidenden Momenten jedoch nicht konsequent genug. Zudem zeigte sich SVK-Keeper Jan Tinti in dieser Phase wieder einmal in Topform. Der offene Schlagabtausch zog sich damit bis in die Schlussminuten. Erst in der 59. Minute stellte Felix Kazmeier mit einem wuchtigen Schlagwurf auf 35:32 und machte damit die Entscheidung klar - und den Endstand.
Team kuriert in der Pause Blessuren aus
„Heute hätte es alles gebraucht, um etwas gegen Kornwestheim zu holen“, sagte Taafel und zollte zugleich seinem eigenen Team großen Respekt. Auch Schurr war sich des knappen Ausgangs mehr als bewusst: „Leutershausen war eine wirklich harte Nuss. Wir sind sehr froh, dass wir diese beiden Punkte mit nach Kornwestheim nehmen können.“ Mit dem Erfolg bleiben die Lurchis auch im zwölften Spiel ungeschlagen. Die nun anstehende einwöchige Pause kommt der Schurr-Sieben sehr gelegen, um kleinere Blessuren auszukurieren und nach dem intensiven Rückrundenstart kurz durchzuschnaufen.
SV Kornwestheim: Henke, J. Tinti – Reu, Keil, Zeppmeisel (3), Kazmeier (9/3), C. Tinti (1), Lanig (4), Lantella (6), Kaysen (3), Döll (3), Kägler (1), Joneleit (5).