Die „Gruppe S.“ trat bei ihren Treffen martialisch auf. (Archivbild) Foto: StN

Laut Anklage sind die zwölf mutmaßlichen Mitglieder und Unterstützer der rechtsterroristischen „Gruppe S.“ in der rechtsextremen Szene gut vernetzt und haben auch Kontakte zu Waffenlieferanten.

Stuttgart - Sie wollten der Anklage zufolge Muslime töten und einen Bürgerkrieg anzetteln: In Stuttgart stehen seit Dienstag zwölf mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der rechtsterroristischen Vereinigung „Gruppe S.“ vor Gericht. Die Angeklagten seien gut vernetzt gewesen in der rechtsextremen Szene und hätten teils enge Kontakte zu Waffenlieferanten besessen, sagte die Vertreterin der Bundesanwaltschaft am Dienstag beim Prozessauftakt vor dem Oberlandesgericht.

Die Angeklagten hätten der Bundesanwaltschaft zufolge eine ausländerfeindliche und nationalsozialistische Grundhaltung geteilt, sowie ihren Hass vor allem auf Muslime und Juden. Sie hätten von „Menschenmüll“ und „Kakerlaken“ gesprochen. Sie vernetzten sich demnach über Telegram-Chatgruppen, wollten sich Waffen besorgen und damit Moscheen überfallen, hatten aber auch Politiker und Andersdenkende im Visier.

„Gruppe S.“ ist nach ihrem Rädelsführer benannt

Der als Rädelsführer angeklagte Werner S. aus dem Raum Augsburg habe versucht, Führungspersonal aus der rechten Szene für seine Gruppe zu rekrutieren, weil er sich von ihnen viel Mobilisierungspotenzial versprochen habe.

Die Angeklagten wurden am 14. Februar 2020 festgenommen. Von den zwölf Angeklagten sitzen elf in Untersuchungshaft, einer befindet sich auf freiem Fuß. Das Staatsschutzverfahren ist ein Mammutprozess mit Dutzenden Beteiligten, bis Mitte nächsten Jahres sind Verhandlungstermine geblockt.

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