Quelle: Unbekannt

Kinder stehen im ersten Stockwerk der Grundschule Sommerrain am Fenster und rufen lautstark nach der Feuerwehr. Allerdings handelte es sich bei dem Szenario nur um eine Großübung, die am Samstagmorgen von den Freiwilligen Feuerwehren aus dem Sommerrain und aus Schmiden abgehalten wurde.

Die Ungeduld der jungen Statisten ist an diesem Samstagmorgen spür- und hörbar. „Wann kommen sie endlich“, will ein kleiner Steppke wissen. „Vielleicht ruft ihr einfach nochmals um Hilfe?“, schlägt eine Mutter vor. Das muss sie den Kindern nicht zweimal sagen. Mit schnellen Schritten rennen diese zu den geöffneten Fenstern im Obergeschoss der Grundschule Sommerrain und verlangen lautstark nach den Rettungskräften, die bereits auf der gegenüberliegenden Straßenseite ihre Fahrzeuge abgestellt haben. Zunächst ragt der vordere Teil einer Leiter in das Klassenzimmer hinein, Sekunden später erscheint Evelyn Krauß in der Fensteröffnung und erkundigt sich nach möglichen Verletzungen. „Hier“, sagt ein Junge und hält ihr einen Zettel unter die Nase. Auf diesem ist notiert, dass er eine leichte Brandverletzung an der Hand hat. „Kühl diese mit Wasser“, empfiehlt Krauß.
Einer, der das Vorgehen der Einsatzkräfte genau beobachtet, ist Hans-Peter Abt, Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr Sommerrain. Aber nicht nur deren Helfer sind an diesem Morgen Teil der alle zwei Jahre stattfindenden Großübung, Unterstützung kommt auch von der Schmidener Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Fellbach. „Nicht zu vergessen: das Drehleiterfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Münster ist mit dabei.“
Nachdem der Alarm losgegangen ist, sehen sich die rund 45 Einsatzkräfte in der Edelweißstraße zwei Szenarien gegenüber: Auf dem Dach des abbruchreifen Pavillons befindet sich eine Person, die bei Reparaturarbeiten einen Unfall erlitten hat. Was ihre Rettung erschwert: Die darunter liegenden Räume sind verraucht, zudem befinden sich darin noch Personen, die evakuiert werden müssen. Der zweite Schauplatz: ein Feuer im Gebäude der Grundschule. Etwa 15 Personen befinden sich in einem Klassenzimmer. Der Weg zu ihnen führt über einen verrauchten Flur, in dem eine Person auf dem Boden liegt, die nicht mehr ansprechbar ist – oder eben über die Fenster im ersten Stockwerk. Diese lassen sich allerdings nur zum Teil öffnen, wie die Helfer an Ort und Stelle überrascht feststellen müssen.
Den tatsächlichen Ernstfall eins zu eins zu simulieren, sei unmöglich, betont Hans-Peter Abt und verweist auf Risiken wie versteckte Glutnester. „Und natürlich stehen die Einsatzkräfte dann unter einem anderen Druck als bei einer Übung.“ Entsprechend sind die Herausforderungen an diesem Tag andere: „Angesichts der besonderen Zusammensetzung achten wir heute darauf, wie Abstimmung und Absprachen unter den Einsatzkräften funktionieren. Schließlich sind Personen darunter, mit denen man sonst nicht übt und die man teilweise auch nicht kennt.“
Der erste Eindruck nach Abschluss der gemeinsamen Großübung ist positiv – gerade weil der Einsatz den Beteiligten angesichts der Temperaturen und dem schweren Atemschutz einiges abverlangte. Alle Statisten wurden jedoch wohlauf ins Freie geführt, die rund 80 Kilogramm schwere Dummy-Puppe wurde vom Dach des Pavillons geholt und der falsche Rauch aus dem Schulgebäude verjagt. Die entscheidende „Manöverkritik“ der Führungskräfte steht allerdings noch aus. „Den Ablauf werden wir später analysieren und detailliert besprechen“, kündigt Abt an. Der letzte „ Einsatz“ an diesem Samstag ist zumindest in aller Sinne: Es geht es zum gemeinsamen Mittagessen nach Schmiden.

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