Ralf Ahrens hat mit seinem Team die Deutschen Grillmeisterschaften gewonnen – wie ist er dazu gekommen? Und was grillt er selbst am liebsten?
Ganz braun gebrannt ist er, und wunderbar erholt: Ralf Ahrens ist eben aus dem Urlaub zurückgekehrt. Erholt hat er sich dabei auch vom anstrengenden letzten Juliwochenende – doch der Stress hat sich gelohnt. Seitdem darf sich Ahrens Grillkönig nennen, hat er doch den Titel des Deutschen Grillmeisters mit nach Hause gebracht.
„Das ist der Ritterschlag“, sagt Ahrens, der aber auch ausdrücklich sein Team lobt: „Was die geleistet haben, ist der Wahnsinn.“ Besonders lobt er seinen Stellvertreter Andreas Dahlmann und dessen Leistung, aber auch die anderen Mitstreiter: „Jeder im Team hat seine Stärken und seine Aufgabe.“ Sieben Gänge galt es vorzubereiten, jede Komponente muss dabei auf dem Grill gewesen sein – auch beim Dessert. Manches konnte man vorbereiten, üben, bei manchen Gängen gab es eine Überraschungskiste mit unbekannten Zutaten, aus denen spontan etwas kreiert werden musste.
„Dass wir und alle anderen Teilnehmer toll grillen können, ist klar“, resümiert Ahrens, „aber die Gerichte punktgenau fertigzumachen und anzurichten auf dem Teller, in einer Situation mit großem Druck, das ist gar nicht so leicht.“ Er war noch nie so aufgeregt wie bei diesen Meisterschaften, „die Fallhöhe war auch so hoch wie nie zuvor“. „Ich bin am Tag unter Spannung gestanden, aber das war gut, das brauche ich, um fokussiert reinzugehen und abliefern zu können.“
Erstmals 2018 bei einer Grillmeisterschaft
„Die Brandstifter“ heißt Ahrens’ Team bei den Meisterschaften, und so heißt auch die Firma, die er gegründet hat: „Die Brandstifter“ machen Catering und Grillkurse und betreiben das Betriebsrestaurant der Firma Zimmermann in Neuhausen. Und angefangen hat alles mit den Grillmeisterschaften 2018: „Wir sind abends beim Grillen zusammengesessen“, erinnert sich Ralf Ahrens. Aus einer Bierlaune heraus kam dann die Idee: lasst uns doch an den Grillmeisterschaften teilnehmen! Das Team – damals noch Ahrens und einige seiner Kumpel – fuhr nach Sindelfingen und kam prompt mit dem zweiten Platz nach Hause. „Wir sind damals mit Tupperschüsseln und Bierbänken hingefahren“, sagt Ahrens und lacht, „das war schon wild, heute sind wir professioneller unterwegs.“
„Da hatten wir dann Blut geleckt“, erzählt Ahrens, und nach der Corona-Pause ging es 2022 weiter: „Da wurden wir im Amateurbereich Dritter, und 2023 dann Deutscher Amateurmeister – ab da durften wir bei den Profis mitmachen.“ Ahrens holte sich Köche ins Team, die ersten Sponsoren kamen dazu, und dann auch die ersten Anfragen nach Catering und Grillseminaren. „Ich war im Einzelhandel beschäftigt“, berichtet Ahrens, „und mein Arbeitgeber ging während Corona insolvent. Da war es Zeit für etwas Neues.“
Lamm gehört zu den persönlichen Favoriten
Und so kam es zur Firmengründung. Mit den „Brandstiftern“ macht Ahrens Catering für Hochzeiten, Geschäfts- und Familienfeiern sowie Grillkurse. Mittlerweile arbeiten zehn Leute am Standort Neuhausen, Ralf Ahrens’ Frau ist im Büro in Leinfelden-Echterdingen für „das Wichtigste: die Rechnungen zuständig“, scherzt Ahrens. Und was isst der Deutsche Grillmeister am liebsten vom Grill? „Das kann ich gar nicht sagen, es gibt so viele leckere Sachen, es kommt drauf an, auf was ich Lust habe.“
Lamm gehört aber zu seinen Favoriten, sagt er, auch die asiatische Küche. Und er betont: „Das perfekte Barbecue gibt es nicht – es gibt so viele verschiedene Geschmäcker. Das, was einem selbst schmeckt, ist richtig.“ Machen die „Brandstifter“ das Catering bei einem Fest, genießt er es, die Reaktionen der Leute zu sehen: „Die Leute können ja genau zuschauen, wie wir grillen und alles frisch zubereiten. Wenn sie dann herzhaft reinbeißen und es ihnen schmeckt – das macht mich glücklich.“
Häufige Fehler beim Grillen
Kaltes Fleisch
Kaltes Fleisch aus dem Kühlschrank macht sich nicht so gut auf dem Grill. Denn dann kann es passieren, dass es außen verbrennt, innen aber noch roh ist.
Spiritus
Spiritus und auch andere chemische Anzünder erzeugen schädliche Dämpfe, und auch das Aroma der Speisen leidet. Vor allem, wenn das Grillgut schon auf dem Grill liegt, sollte dies vermieden werden.
Schmutz
Ein verschmutzter Grill beeinflusst negativ den Geschmack, kann sogar schlecht für die Gesundheit sein. Fettablagerungen können in Flammen geraten und und das Grillgut verbrennen.