Die Polizei ist mit Schutzmasken unterwegs – dabei kommt es immer wieder zu heiklen Einsätzen. Foto: 7aktuell.de/Oskar Eyb

Abstand halten, Kontakte vermeiden? Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen, bei denen Corona-Schutzmaßnahmen keine Rolle spielen.

Stuttgart - Ringkämpfe, Faustschläge, Spuckattacken: Immer wieder kommt es in virologisch heiklen Zeiten zu Übergriffen. So landete am Mittwoch ein 23-Jähriger vor dem Haftrichter, nachdem er tags zuvor in einer Stadtbahn unliebsam aufgefallen war. An anderer Stelle sorgte eine 33-jährige Frau für Aufregung, als sie wahllos Passanten attackierte und bespuckte.

Wie die Polizei mitteilte, war der 23-Jährige am Dienstag gegen 6.45 Uhr in der Innenstadt in einer Stadtbahn von Kontrolleuren erwischt worden. Das Prüfpersonal stellte fest, dass der Mann weder einen gültigen Fahrausweis dabei hatte noch den im Nahverkehr vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz trug. Eine Rücksichtslosigkeit auch gegenüber den Fahrgästen. Der Doppel-Sünder zeigte sich allerdings wenig einsichtig. Er leistete heftige Gegenwehr.

An der Haltestelle Neckartor endete für den 23-Jährigen die Fahrt. Die beiden Kontrolleure konnten ihn bis zum Eintreffen einer Polizeistreife dingfest machen. „Es handelt sich um einen polizeibekannten Wohnsitzlosen“, sagt Polizeisprecherin Ilona Bonn, „gegen ihn hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl beantragt.“

Frau geht am Feuersee auf Passanten los

Alle Hände voll zu tun hatte die Polizei am Dienstag auch am Feuersee im Stuttgarter Westen. Dort lief eine 33-jährige Stuttgarterin umher, die aus nicht erkennbaren Gründen Passanten ins Visier genommen hatte. Nach bisherigen Erkenntnissen soll sie gegen 16.45 Uhr mehrere Fußgänger beleidigt und angespuckt haben. Dabei soll sie auch mit ihrem Rucksack auf eine bisher noch unbekannte Passantin eingeschlagen haben. Zeugen alarmierten die Polizei, die dem Spuk ein Ende bereitete. Die 33-Jährige wurde schließlich in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen.

Das Revier Gutenbergstraße hat nun die weiteren Ermittlungen übernommen. „Gesucht werden weitere Zeugen und mögliche Geschädigte, vor allem die Frau, die offenbar mit dem Rucksack geschlagen wurde“, sagt Polizeisprecherin Bonn.

Spuckattacken im S-Bahn-Bereich

Nicht immer haben die Betroffenen ein Interesse an den Ermittlungen. So blieb beispielsweise auch jene Frau unbekannt, die am 12. März in Zuffenhausen in einer S-Bahn der Linie S 5 von einem 29-Jährigen attackiert und angespuckt worden war. Bei der Auswertung des Videomaterials hatte es zudem Probleme gegeben. „Immerhin haben sich in der Folge aber noch mehrere Zeugen gemeldet, die den Ablauf so bestätigt haben“, sagt Bundespolizei-Sprecher Yannick Dotzek.

Auch in der Region Stuttgart bekommt es die Polizei mit spuckenden Tätern zu tun – zuletzt besonders im Bereich von Bahnhöfen. Erst am Sonntag war am S-Bahn-Halt Leonberg im Kreis Böblingen ein 63-jähriger Reisender in der Bahnhofsunterführung am Hals gepackt und bespuckt worden, nachdem er einen 25-Jährigen auf die Vorschriften des Infektionsschutzes aufmerksam gemacht hatte. Die Polizei nahm den Angreifer fest und ermittelt wegen des Verdachts der Beleidigung und Körperverletzung. Am Samstag war es ein 22-Jähriger, der in Markgröningen im Kreis Ludwigsburg als Ladendieb festgenommen werden sollte – und dann einen Polizisten anspuckte. Die Beamten mussten den sich heftig wehrenden Mann mit Handschließen und Mundschutz bändigen.

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