Man muss sie leider ein bisschen bewundern: Heidi Klum (Mitte, mit Schauspielerin Milla Jovovich und Designer Julien MacDonald). Foto: ProSieben/Richard Hübner

Unsere Autorin ist eine jener mittelaltern Akademikerinnen, die sich freiwillig Heidi Klums Model-Show anschauen. Aber warum? Die Antwort ist ihr selbst unheimlich.

Stuttgart - Menschen, die das Dschungelcamp schauen, haben es gut. Die RTL-Sendung, die offiziell „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ heißt, hat es geschafft, das Unterhaltungsformat für ansonsten nur Kulturteil-lesende und Arte-guckende Intellektuelle zu werden. Was haben Feuilleton-Journalisten nicht alles hineingeschwurbelt in dieses Stelldichein der abgehalfterten Prominenten. Klassische Heldenreisen, griechische Tragödien und ein kathartisches Narrenspiel wurden aus Stierhoden-Snacks, Kuh-Pipi-Drinks und intimen Lagerfeuergeständnissen exzerpiert. Ibes, so die Kurzform, ist das Laster, das „Guilty Pleasure“, mit dem man auf Twitter seine Ironiefähigkeit unter Beweis stellen kann, bevor man sich wieder dem Manufactum-Katalog zuwendet.

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