Porsche könnte bald an de Börsen notiert sein. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Ein Börsengang bietet den Stuttgartern mehr Freiheiten – und kann VW viel Geld einbringen.

Stuttgart - Es ist 13 Jahre her, dass Porsche-Miteigentümer Wolfgang Porsche mit tränenerstickter Stimme sagte: „Der Mythos Porsche lebt und wird nie untergehen.“ Das war, als Konzernchef Wendelin Wiedeking den Übernahmekampf gegen Volkswagen verloren hatte und der Stuttgarter Sportwagenhersteller in dem Wolfsburger unternehmen aufging.

Mehr als nur eine Perle

Nun, mit den VW-Plänen, die Porsche AG an die Börse zu bringen, könnte die Übernahme teilweise rückgängig gemacht werden. Es geht dabei aber offensichtlich nicht darum, alte Zeiten wiederherzustellen. Für eine stärkere Loslösung spricht vielmehr die Perspektive, die es beiden eröffnen kann.

Porsche steuert zum VW-Konzern bis zu 90 Prozent des Unternehmenswerts, aber nur drei Prozent der Fahrzeuge bei – das zeigt, dass der Begriff „Perle“ eine massive Untertreibung ist. Ein Aktienverkauf könnte VW nicht nur immense Summen in die Kassen spülen, sondern auch den eigenen Börsenwert erhöhen.

Bei Chips profitiert Porsche von VW

Auch für Porsche hat eine Loslösung ihre Vorteile – so müssen die Stuttgarter ihre Gewinne bisher erst einmal an VW abführen. Im Gegenzug werden allerdings Aktionäre ordentliche Dividenden erwarten. Daran, die Bande zu VW zu lösen, dürfte auch Porsche kein Interesse haben. Das zeigt nicht zuletzt der Mangel an Chips. Als besonders ertragsstarke Tochter erhält Porsche von der Mutter VW diese Bauteile bevorzugt – und kann deshalb die Rekordfahrt fortsetzen.