In der nördlichen Bahnhofsstraße gilt bald Tempo 30.Archiv Foto: Hauptmann Quelle: Unbekannt

Fellbach (red) - Fellbachs Gemeinderat sprach sich mit großer Mehrheit für einen Modellversuch aus: Ein Jahr lang gilt Tempo 30 in der nördlichen Bahnhofstraße.

Wie Baubürgermeisterin Beatrice Soltys erinnerte, resultiert der Vorschlag für Tempo 30 in der Bahnhofstraße unter anderem aus dem Stadtentwicklungskonzept „Staffel‘25“, das ein attraktives Einkaufen in belebten Stadtteilzentren als Ziel formuliert hatte, und aus dem Verkehrsentwicklungsplan (VEP. Der Befund ist klar: Es gibt in der nördlichen Bahnhofstraße zu viele Nutzungen auf zu engem Raum. Sie ist einerseits Einkaufsstraße, fungiert andererseits aber als innerörtliche Erschließungsstraße.

Im VEP wurde auf Basis einer breiten Bürgerbeteiligung eine Lösung für die problematische Situation erarbeitet. Sie zielt auf eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Bewohner, Gewerbetreibende und Kunden durch die Einführung von Tempo 30 und die Verlagerung des Fahrradverkehrs auf die Straße. Denn die kombinierten Geh- und Radwege sind zu schmal und werden noch durch andere Nutzungen eingeschränkt. Für den Radverkehr sollen freilich auch Alternativen in Form von Fahrradstraßen in den parallel verlaufenden Straßen angeboten werden.

Eine städtebauliche Aufwertung der nördlichen Bahnhofstraße ist abschnittsweise angedacht. Konkret schlug die Stadtverwaltung vor, für einen Modellversuch von einem Jahr Tempo 30 in der nördlichen Bahnhofstraße durch Beschilderung umzusetzen. Der Radverkehr soll im Grundsatz auf der Straße geführt werden, allerdings bleibt in der Modellphase auch die Nutzung der bisherigen Radwege möglich. Begleitend soll in der nördlichen Esslinger Straße sowie in der Eisenbahnstraße zwischen Bahnhofstraße und Esslinger Straße Tempo 30 umgesetzt werden, um Verdrängungseffekte zu vermeiden. Für den Radverkehr sollen Fahrradstraßen in den parallel verlaufenden Straßenzügen geplant werden.

Begleitet werden soll der Modellversuch durch eine Evaluation. Es werden unter anderem verkehrliche Kennzahlen erhoben und Lärmmessungen durchgeführt, um zu sehen, wie sich die Situation durch Tempo 30 konkret verändert. Auch Befragungen zur Aufenthaltsqualität sind vorgesehen.

Im Grundsatz ändert sich tagsüber durch Tempo 30 wenig. Schon heute liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Bahnhofstraße bei 27 km/h, 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer fahren langsamer als 37 km/h. Die Zeitverluste für den öffentlichen Nahverkehr durch Tempo 30 und den Radverkehr schätzt die Stadtverwaltung daher als marginal ein, zumal die Busse ohnehin mehrmals stoppen. Auch die Auswirkungen auf Rettungs- und Hilfsdienste schätzt die Stadtverwaltung als gering ein. Tagsüber dürften sich die Anfahrtszeiten nur minimal verschlechtern.

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