Die Kinderzahlen in Fellbach steigen an, weshalb der Ausbau des Betreuungsangebotes erforderlich ist. In zahlreichen Kitas sind neue Gruppen geplant.Symbol Foto: dpa Quelle: Unbekannt

Fellbach (red) - Das Thema Kinder- und Schülerbetreuung wird in Fellbach auch künftig ganz oben auf der kommunalpolitischen Agenda stehen. Denn die Zahl der Kinder in der Kappelbergstadt steigt weiter.

So ist binnen eines Jahres - vom 2015 bis 2016 - die Zahl der unter Dreijährigen um 75 auf 1324 angestiegen. Die Entwicklung wird nach den vorliegenden Bevölkerungsprognosen bis 2030 anhalten. Insbesondere in Fellbach-Süd wird schon bis 2020 ein Anstieg um bis zu 100 Kinder im Kindergartenalter prognostiziert, stellte Erster Bürgermeister Günter Geyer im Gemeinderat bei der Fortschreibung der Bedarfsplanung für die Betreuungsangebote für Klein-, Kindergarten- und Grundschulkinder fest. Neue Wohnbaumaßnahmen würden zusätzliche Betreuungsbedarfe auslösen. Nicht bezifferbar sei die Zahl von Kindern, die durch den Familiennachzug anerkannter Flüchtlinge nach Fellbach kommen.

Aktuell zeichnet sich eine verstärkte Nachfrage nach Plätzen für unter Dreijährige in „betreuten Spielgruppen“ und in der „Halbtagsbetreuung“ ab. Auch bei Ganztagsplätzen für Klein- und Kindergartenkinder ist die Nachfrage unverändert groß. Für die Stadt und die Kindergartenträger bedeutet dies Handlungsbedarf. Einrichtungen müssen aus- und umgebaut werden.

So steht in Fellbach-Nord der Neubau des Christof-Kindergartens in Trägerschaft des Evangelischen Vereins an. Hier wird es eine zusätzliche Gruppe für unter Dreijährige geben. Im Kinderhaus „Zwergenzügle“ wird es zum neuen Kindergartenjahr eine weitere halbe Ganztagesgruppe geben, der Kindergarten Neue Straße 14 wird um eine Gruppe erweitert, geprüft wird die Erweiterung des Schultheiß- Brändle-Kindergartens um eine halbe Gruppe.

Für Schmiden und Oeffingen ist derzeit eine stadtteilübergreifende Aufnahme von Oeffinger Kindern in Schmidener Einrichtungen vorgesehen. Darüber hinaus soll geprüft werden, wie in Oeffingen weitere Kapazitäten geschaffen werden können. Frühestens zum Kindergartenjahr 2019/2020 wird der viergruppige Kindergarten im Stadtteil- und Familienzentrum an der Pauluskirche zur Verfügung stehen, dessen Bau freilich vom Gemeinderat noch beschlossen werden muss.

Weitere Maßnahmen für die kommenden Jahre sind die Sanierung des Gustav-Werner-Kindergartens in Schmiden, der Neubau oder die Sanierung des Melanchthon-Kindergartens mit Erweiterung sowie eine Neukonzeption und Erweiterung des Waldkindergartens. Im Zuge der Nachnutzung des Freibadgeländes prüft die Verwaltung derzeit, ob vorhandene Gebäude für einen neuen Kindergarten genutzt werden können oder ob ein neuer Kindergarten gebaut werden muss. Eventuell könnten auch die 2019 auf dem Ernst-Wiechert-Platz frei werdenden Container umgesetzt werden, in denen derzeit der Pauluskindergarten untergebracht ist.

Freilich ist der Ausbau der Angebote nur die eine Seite der Medaille. Der Arbeitsmarkt für pädagogische Fachkräfte sei weiterhin höchst angespannt, die Personalgewinnung damit anhaltend schwierig, so Günter Geyer. „Auch in den kommenden Jahren bedarf es weiterer finanzieller und inhaltlicher Anstrengungen, um den Herausforderungen an die Kinderbetreuung in Fellbach gerecht zu werden und so zu einem gelingenden Aufwachsen von Kindern in Fellbach beizutragen.“ Und natürlich müsse als konsequente Weiterführung des Ganztagesangebots im Kindergartenbereich mittelfristig auch der Ausbau der gesetzlichen Ganztagsgrundschule auf der Agenda stehen.

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