Die Polizei sah sich in einer Situation gezwungen, den Schlagstock gegen Gegendemonstranten einzusetzen. Foto: Lichtgut - Ferdinando Iannone/Ferdinando Iannone

Gegen eine Veranstaltung der AfD haben am Freitagabend rund 200 Aktivisten des linken Bündnisses „Stuttgart gegen Rechts“ demonstriert. Acht Aktivisten gelang es, in das Rathaus einzudringen. Es kam zu Rangeleien zwischen Demonstranten und der Polizei.

Stuttgart - Rund 200 Aktivisten des linken Bündnisses „Stuttgart gegen Rechts“ haben am Freitagabend in der Stuttgarter Innenstadt gegen eine Veranstaltung der AfD demonstriert, die ab 18 Uhr im Rathaus stattgefunden hat. Bei der AfD-Veranstaltung unter dem Titel „Politik in Zeiten von Corona“ im Großen Sitzungssaal sprachen unter anderem die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion Alice Weidel sowie der AfD-Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier. Die AfD-Versammlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Presse war nicht zugelassen. Ein starkes Aufgebot der Polizei hatte zum Schutz der Veranstaltung zuvor die Zugänge zum Rathaus abgeriegelt.

Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizei

Im Anschluss an die Gegenkundgebung am Rande des Marktplatzes kam es zu einem nicht genehmigten Protestzug linker Aktivisten durch die Innenstadt rund um das Rathaus. Dabei versuchten die Demonstranten wiederholt, sich dem Gebäude zu nähern, was die Einsatzkräfte der Polizei verhinderten. Nach Auskunft eines Polizeisprechers kam es dabei in der Steinstraße zu Rangeleien zwischen Demonstranten und der Polizei. Von rund 15 Personen wurden die Personalien festgestellt, außerdem wurden Platzverweise erteilt. Um zu verhindern, dass die Demonstranten in die Königstraße gelangten, kam es laut Polizeiangaben außerdem zum Stockeinsatz.

Veranstaltung konnte planmäßig stattfinden

Wie die Polizei weiter mitteilte, war es unterdessen acht Aktivisten – darunter eine 17-Jährige – gelungen, in das Rathaus einzudringen und den Zugang zum Großen Sitzungssaal zu blockieren. Als die Polizei die Personalien der Blockierer feststellen wollte, sei es zu Widerstandshandlungen gekommen. Die Polizei schaffte acht der Aktivisten gegen 19 Uhr aus dem Rathaus und erteilte ihnen Platzverweise. Die 17-Jährige musste mit zum Polizeirevier, da ihre Eltern zunächst nicht erreicht werden konnten. Die AfD-Veranstaltung habe den Störungen zum Trotz planmäßig stattfinden können. Wie es den Demonstranten gelungen war trotz der Absperrungen ins Rathaus zu gelangen, war unklar.

Claudia Häußler, die Bezirksvorsitzende von Verdi-Stuttgart, nannte es im Rahmen der Protestkundgebung auf dem Marktplatz „einen Skandal“, dass die AfD die Veranstaltung im Rathaus abhalten durfte. Gegen 19 Uhr löste sich die Demonstration auf.

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