Die Melchior-Jäger-Stuben in Steinheim-Höpfigheim (Kreis Ludwigsburg) feiern Ende Februar ihre Wiedereröffnung. Der neue Pächter will auch ein Experiment wagen.
Die Höpfigheimer Gastrolandschaft ist in den vergangenen Jahrzehnten auf ein einziges Restaurant zusammengeschrumpft. Besucher konnten in dem Steinheimer Stadtteil nur noch in den Melchior-Jäger-Stuben einkehren. Doch selbst dort ist seit einigen Wochen der Herd aus. Der Vertrag mit den Pächtern sei zum 31. Dezember ausgelaufen, der Betrieb Ende November beendet worden, sagt der Bürgermeister Thomas Winterhalter, der aber auch gute Nachrichten vermelden kann. Der Kontrakt mit einem Nachfolger sei bereits unterschrieben.
„Wir sind sehr glücklich, jemanden gefunden zu haben“, erklärt der Rathauschef. Dieser jemand ist Ramadan Morina. Der 56-jährige Murrer blickt auf eine lange Erfahrung in der Gastronomie zurück, hat zum Beispiel schon für die „Ziegelhütte“ oder die SGV-Vereinsgaststätte in seinem Heimatort gekocht. Als Pächter eines Restaurants betritt er jedoch Neuland. Wobei er Unterstützung bei seiner Premiere hat. Als weiteren Koch bringt er Naser Krasniqi mit, mit dem er schon bei früheren Stationen zusammengearbeitet hat. Dazu wird seine Frau den Service schmeißen. Die zwei erwachsenen Kinder werden ebenfalls dabei helfen, das Restaurant in Schwung zu halten.
Albanische Wurzeln, aber italienische Küche als Steckenpferd
Morina hatte schon längere Zeit die Fühler nach einem Lokal ausgestreckt, in dem er die Regie übernehmen könnte. „Ich liebe es, in einem Restaurant zu arbeiten“, sagt der dreifache Vater. Als die Melchior-Jäger-Stuben auf den Markt kamen, packte er die Chance beim Schopfe und bewarb sich. „Ich wollte in der Nähe von Murr sein. Von Murr nach Höpfigheim fährt man in fünf Minuten“, sagt der Mann mit albanischen Wurzeln, dessen Spezialität die italienische Küche ist.
Bei der Zubereitung von Pizza, Lasagne und Co. wird er dann auch den Hut in den Melchior-Jäger-Stuben aufhaben. Sein Kollege Naser Krasniqi wird den schwäbisch-deutschen Teil auf der Speisekarte abdecken. „Er hat in der Schweiz seine Ausbildung zum Koch gemacht“, erklärt Ramadan Morina. Ergänzend zu italienischen und deutschen Mahlzeiten werde man auch die eine oder andere Spezialität aus dem Balkan im Portfolio haben.
Probehalber wird es einen Mittagstisch geben
Die Wiedereröffnung des Restaurants in Höpfigheim soll am letzten Februar-Wochenende gefeiert werden. Von da an wird das Lokal bis auf den Ruhetag am Montag jeden Abend geöffnet haben, sonntags sogar durchgängig. Zum Start möchte Morina zudem den ganzen März hindurch probehalber einen Mittagstisch anbieten. Sollte die Resonanz positiv ausfallen, könne man daran auch weiter festhalten. Es steht und fällt also mit dem Interesse der Kunden.
Der neue Wirt hofft generell auf viele Gäste. Er ist überzeugt davon, dass Gastronomie auch in kleineren Ortschaften funktionieren kann, wenn der Service stimmt und das Essen schmeckt. Zudem könne man in Höpfigheim mit vielen Parkplätzen für die Kunden punkten. Eine Internetpräsenz möchte Morina noch aufbauen, aber dazu müsse erst die Speisekarte komplett fix sein.
Der Pächter würde sich auch wünschen, die Gaststätte umzubenennen. Zumindest ein bisschen. Ihm schwebt vor, das Lokal „Morinas Jägerstuben“ zu taufen. Aber das müsste von der Stadt abgesegnet werden, wo der Ball jetzt liegt. So oder so steht fest, dass im einzigen Restaurant Höpfigheim bald wieder der Herd angeschmissen wird.