Die generelle Frage bleibt: Schlägt der Ball überhaupt noch in der Saison 2020/21 im Tor ein? Foto: dpa/Jan Woitas

Der Fußballverband hat die Beschlussfassung modifiziert. Saison könnte erneut über Quotientenregel gewertet werden.

Bad Cannstatt - D ie Fußballer in Württemberg bleiben optimistisch und sehen immer noch eine Möglichkeit, die Ende Oktober unterbrochene Saison doch noch fertigspielen zu können. „Fußball ist eine Freiluft-Sportart und wir sehen gute Chancen dafür, mit steigenden Temperaturen wieder Fußball spielen zu können“, sagt denn auch Matthias Schöck, Präsident des Württembergischen Fußballverbandes (WFV). So hat der Beirat des WFV vergangene Woche einstimmig eine Änderung der Spielordnung beschlossen. Demnach sollen die Vorrunden zur Ermittlung direkter Auf- und Absteiger bis 20. Juni abgeschlossen und im Anschluss die Relegationsspiele ausgetragen werden. Voraussetzung ist die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zum 9. Mai. Dafür muss die Politik aber etwa drei Wochen zuvor grünes Licht zur Freigabe des Trainingsbetriebs erteilen. Nach der nun dreieinhalb Monate dauernden Zwangspause eine notwendige Zeitspanne, damit die Kicker wieder auf Betriebstemperatur kommen beziehungsweise so weit fit sind, um das Verletzungsrisiko niedrig halten zu können.

Ertönt der Anpfiff nicht wieder am 9. Mai, dann erfolgt – wie unter anderem bereits beim Handball, Volleyball oder Tischtennis geschehen – der endgültige Abpfiff der Spielzeit 2020/21. Die komplette Runde würde dann annulliert werden.

Der nun getroffene Beschluss weicht vom ursprünglichen Vorschlag des Verbandsspielausschusses, der den Vereinen zur Beurteilung vorgelegt wurde, jedoch etwas ab. So sieht dieser laut WFV nun vor, „dass die Wertung der Vorrunden bereits dann möglich ist, wenn mindestens 75 Prozent aller Mannschaften einer Staffel alle Vorrundenspiele absolviert haben, in diesem Fall dann auf Basis der Quotienten-Regelung“. Zur Anhörung des ursprünglichen Vorschlags gaben laut WFV von den insgesamt 1594 am Spielbetrieb teilnehmenden Klubs, 265 eine Stellungnahme ab. Laut WFV sprachen sich knapp 45 Prozent davon zur Fortführung der Runde bis zum 9. Mai mit Beendigung der Vorrunde und nachfolgender Relegation aus. 20 Prozent davon brachten Modifizierungen oder andere Vorschläge ins Spiel, 35 Prozent sprachen sich für den sofortigen Abbruch und die Annullierung der Runde aus. Bei letzterer Gruppe habe es sich nach Angaben des Verbands hauptsächlich um Mannschaften gehandelt, die sich in Abstiegsgefahr befinden würden.

„Unsere zentrale Aufgabe als Interessensvertreter unserer Vereine ist es, den sportlichen Wettbewerb bestmöglich zu organisieren. Mit dem gefassten Beschluss haben wir die Grundlage für eine sportliche Entscheidung in der laufenden Saison geschaffen“, sagte Präsident Matthias Schöck. Darüber hinaus streben die drei baden-württembergischen Fußballverbände ähnliche Regelungen an, so dass Klarheit auch für die Oberligen Baden-Württemberg – sowohl bei den Herren, Frauen und der Jugend – besteht.

Indes gilt die Beschlussfassung nicht für Pokalwettbewerbe auf Verbands- und Bezirksebene. Diese könnten auch für den Fall einer Annullierung der Meisterschaftsrunden fortgesetzt werden, wie von WFV-Seite zu hören war.

www.wuerttfv.de/news/beirat-beschliesst-stufenmodell-zur-rueckkehr-in-den-spielbetrieb/

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