Doppelt schmerzhaft war der Nachmittag für Florian Reu (rechts) – hier im Zweikampf mit Mühlhausens Marvin Reichenwallner. Verletzt musste Reu früh vom Platz, zudem unterlag er mit dem TSV Münster mit 1:2.Foto: Holger Strehlow Foto:  

In der Fußball-Kreisliga A, Staffel 1, verliert der TSV Münster sein Heimspiel gegen den TSV Mühlhausen verdient mit 1:2 (1:1).

Münster - Sowohl den TSV Münster als auch den TSV Mühlhausen plagen in diesen Tagen enorme Personalprobleme. So nahmen bei den bis dato sieglosen Mühlhausenern mit Christos Koutretsis und Cüneyt Cakir zwei Spieler auf der Bank Platz, die zuvor 90 Minuten erfolgreich – 3:0-Sieg über Münster II – in der Zweitvertretung wirbelten und später auch bei der Ersten noch ran mussten. Auf Münsterer Seite hat Trainer Stefan Schuon auch zahlreiche Ausfälle zu beklagen. „Es fehlen acht Stammkräfte. Dazu kamen dann die allesamt in der ersten Hälfte verletzten Daniel Weiß, Mohran Hussein und Florian Reu. Es hat sich gezeigt, dass wir so viel Qualität nicht ersetzen können und die zweite Garde das einfach nicht kompensieren kann“, sagte Schuon nach dem Spiel. Mit den ersten 25 Minuten des Spiels war der Coach noch sehr zufrieden, haderte einzig mit der Torausbeute. „Da waren wir der Chef im Ring, haben es nur vergessen, trotz guter Chancen das Ergebnis auszubauen.“ In der Tat. Bereits nach drei Minuten vollendete Yücel-Emre Coskun einen schönen Spielzug über Kapitän Jan Schwarz und Nico Walleser zum 1:0. Kurz danach verpasste erneut Coskun nachzulegen und Mühlhausens Spielertrainer Patrick Kessler sprach nach der Partie mit Schrecken von den ersten 25 Minuten: „Wir waren in der Defensive wieder zu weit weg und ich hatte die Befürchtung, dass Münster uns ob des schnellen Tempos platt spielt“.

Erste Auswechslung nach neun Minuten

Nach neun Minuten musste Weiß verletzt runter und seinem Ersatz – Lukas Brodrecht – unterlief praktisch mit der ersten Berührung ein Stoppfehler. Marcel Fiedler über nahm das Spielgerät dankend, passte schön auf Jens Zangenberg und dieser traf frei vor Münsters Schlussmann Patrick Löchner zum 1:1. Danach vergab Münster zwar weiter so manche gute Chance, doch die Gäste wurden mutiger. Mit der Münsterer Torannäherung war so gut wie Schluss, als Stürmer Mohran Hussein nach 38 Minuten verletzt runter musste. „Spätestens da hatte unser Auftreten aber auch gar nichts mehr mit Kreisliga-A-Fußball zu tun. Das war nur noch schlimm“, ärgerte sich Schuon. Mühlhausen spielte sich indes immer mehr in die Partie und hatte bereits gute Konter – häufig eingeleitet vom starken Sechser und Kapitän Fabian Rück oder seinem ebenfalls guten Nebenmann Jan Kemfert – und fortgeführt von den ebenfalls im Lauf des Spiels immer besser werdenden Jens Zangenberg, Mesut Acar, Furkan Balci und Sturmspitze Fiedler.

Vorentscheidung gleich mehrmals verpasst

Eine schöne Kombination eben über Rück zu Kemfert, der Fiedler herrlich anspielte und dieser vor Löchner einschob, bedeutete nach 51 Minute das 2:1 für die Gäste und letztlich auch den Siegtreffer. Münster brachte so gut wie keine gefährliche Situation mehr vor das Tor von Mühlhausens Keeper Philipp Imhof, während die Gäste – teilweise über schöne Kombinationen – die Vorentscheidung gleich mehrmals verpassten. So hätten unter anderem drei Mal der eingewechselte Cakir (86./89./94.) und Kessler per Kopf an den Pfosten (87.) früher für klare Verhältnisse sorgen müssen. „Nachdem wir in dieser Saison schon in der Schlussphase so manches Spiel aus der Hand gegeben haben, bin ich froh, dass wir das Resultat über die Zeit retten und den wichtigen ersten Saisonsieg einfahren konnten“, so ein glücklicher, aber auch ausgelaugter Spielertrainer Kessler nach dem Abpfiff, der vor allem „mit der Einsatzbereitschaft seiner Truppe hochzufrieden“ war.

TSV Münster: Löchner; Walleser, Wolf, Reu (44. Sholabomi), Knauß, Schwarz, Kärcher (75. Ernewein), Coskun, Weiß (9. Brodrecht), Schöpper, Hussein (39. Vasic).

TSV Mühlhausen: Imhof, Schneider (46. Baunert), Kessler, Köngeter, Reichenwallner, Kemfert, Rück, Zangenberg, Acar (71. Koutretsis), Balci (62. Wallaschek), Fielder (79. Cakir).