Münsters Nico Walleser (rechts) und PSV-Akteur Sebastian Kiebel Foto: /Holger Strehlow

Der PSV Stuttgart gewinnt das Kellerduell der Fußball-Kreisliga A, Staffel 1, beim TSV Münster mit 2:1 – Endstand steht bereits zur Pause fest.

Münster - Es war das Aufeinandertreffen der beiden harmlosesten Offensivabteilungen der Liga. Gastgeber TSV Münster traf in 15 Begegnungen 21, der PSV gar nur 20 Mal. Warum der Torschrei bei beiden Klubs bislang spärlich ausfiel, war nach den gestrigen, gemeinsamen 90 Minuten nicht weiter verwunderlich. Ein konstruktives Aufbauspiel war bei beiden Teams Fehlanzeige, hoch und weit hatte Hochkonjunktur, dementsprechend waren Kombinationen rar – so wechselte der Ball meist schnell wieder den Besitzer. So sieht der typische Abstiegskampf eben aus. Ergab sich dann doch mal so etwas wie eine aussichtsreiche Situation, wurde entweder zu ungenau, überhastet oder gar nicht abgeschlossen. So musste ein frustrierter TSV-Coach Sascha Rauhut, der wegen mehrfachen Meckerns nach 75 Minuten Gelb-Rot sah, nach der Partie erkennen: „Unsere Baustelle Offensive haben wir immer noch nicht behoben, erarbeiten uns einfach zu wenige zwingende Aktionen.“ Dabei sei er stellenweise mit seinem Team zufrieden gewesen. Jedoch habe man eben in den Phasen leichter Dominanz – beispielsweise so etwa nach zehn Minuten – einfach keine Mittel gehabt, um das PSV-Tor in Gefahr zu bringen. Auch die Gäste hatten laut Neu-Trainer Damian Nagler eigentlich vor, im Vergleich zur Vorrunde mehr spielerische Linie reinzubringen. „Doch zugegeben“, so Nagler, „ meine Jungs waren zu nervös, sodass aus dem geplanten Aufbauspiel auch nichts wurde“. Am Anfang habe man Glück gehabt, das Freistoßtor sei dann aber der Dosenöffner gewesen und „letztlich haben wir verdient gewonnen“. Trotz weitestgehendem Spielverlauf auf Augenhöhe deshalb verdient, weil die Gäste in der Abwehr den entscheidenden Fehler weniger machten als Münster. In Minute 36 vertändelte nämlich ein TSV-Abwehrspieler leichtfertig den Ball tief in der eigenen Hälfte. Der PSV reagierte schnell, der Ball kam zu Neuzugang Dennis Schmidt, der frei vor TSV-Keeper Tobias Essig quer legte und Sascha Ferantino problemlos ins leere Tor traf. Besagter Dosenöffner des PSV war ein Freistoß nach einem Handspiel 18 Meter vor dem Tor. Die erste Chance des gesamten Spiels, die sich Simon Yanar nicht entgehen ließ und herrlich verwandelte. Vor dem 0:2 vergaben die Gastgeber zwei gute Aktionen – beides Mal standen die Schützen klar im Abseits, der Pfiff blieb jedoch aus. Wieder scharf machten die Münsterer die Partie dann doch noch mit der letzten Gelegenheit vor dem Halbzeitpfiff. Einen Eckball von Kapitän Rene Weinhardt bugsierte Aros Siwailly mit dem Oberschenkel zum 1:2 über die Linie. Nach der Pause kämpften beide Teams zwar verbissen weiter, doch spielerisch flachte die Partie noch mehr ab. Die Münsterer Nils Engelhardt (80.) und Florian Reu (89.) kamen direkt vor PSV-Schlussmann Kevin Karl nicht richtig zum Abschluss. Auf der Gegenseite setzte Lokman Koc (85.) das Leder gegen das Lattenkreuz. Weitere Aufreger nach der Pause waren noch die Gelb-Roten Karten für eben TSV-Coach Sascha Rauhut und den starken PSV-Abwehrspieler Falco Neuber (86.).

„Auch wenn unser Plan eine andere Spielweise vorsah, bin ich dennoch begeistert, wie die Jungs gekämpft haben. In unserer Situation zählen nur die Punkte“, freute sich Nagler über seinen geglückten Trainer- Einstand. Der PSV bleibt zwar weiterhin Vorletzter, rangiert aber nur noch drei Punkte hinter dem Relegationsplatz und dem Nichtabstiegsplatz. Auf Letzterem befindet sich nun der TSV Münster.

TSV Münster: Essig; Hetzel, Reu, Recht­steiner, Siwailly, Weinhardt, Coskun, Mi­takidis, Achziger (46. Fonseca Lourenco), Guerra (63. Engelhardt), Walleser (87. Mocan).

PSV Stuttgart: Karl; Söllner, Neuber, Sey­fried, Mentel, Yanar, Schmidt, Guerra (58. Nemce), Ferantino (75. Draganovic/86. Bahram), Koc, Höninger (28. Kiebel).

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