Zum großen Sprung möchten Levin Hafenrichter (links) und der TSV Uhlbach in dieser Saison ansetzen und um den Titel mitspielen. Francesco Bonanno und der PSV haben einen guten Mittelfeldplatz im Visier. Foto: /Holger Strehlow

Der TSV Uhlbach wird hoch gehandelt und zählt mit den Sportfreunden und dem TV Zazenhausen zu den Topfavoriten. Der PSV Stuttgart ist in der Corona-Pause indes neue Wege gegangen.

Bad Cannstatt - Zuletzt rollte in der Kreisliga der Ball Ende Oktober 2020. Am Sonntag, 29. August, wird der lange unterbrochene Spielbetrieb wieder aufgenommen. Die Vereine und Verantwortlichen hoffen, dass die Spielzeit 2021/22 ohne Corona-Einschränkungen über die Bühne gehen wird. Gleichwohl hat sich in der Staffel 1 der Kreis der Titelaspiranten erweitert. Hoch gehandelt werden erneut der TSV Uhlbach, der TV Zazenhausen und die Sportfreunde. Einige Vereine trauen dem runderneuerten TSV Münster, dem ASV Botnang und dem PSV Stuttgart ebenfalls Meisterliches zu. In der Staffel 2 kommt dem griechischen Team von Omonia Vaihingen laut der Konkurrenz die Rolle des Topfavoriten zu, gefolgt von der Landesligaliga-Reserve des SV Bonlanden. Im Tabellenkeller müssen sich in der Staffel 1 im schlechtesten Fall vier Teams Sorgen um die nächstjährige Kreisliga-A-Zugehörigkeit machen, in der Staffel 2 können dies gar fünf sein.

TSV Mühlhausen

In der Staffel 1 hat es in Mühlhausen schon Tradition, mit einem dünnen Kader in die Spielzeit zu gehen. Auch Urgestein Patrick Kessler wusste von dem „Phänomen“ zu berichten, als er in der Vorsaison den Posten des spielenden Coaches übernahm. Doch als er sich nun vor dem Start in diese Vorbereitung die Spielerliste anschaute, die Anzahl seiner fußballerischen Kräfte durchzählte, entlockte dies dem Coach ein Lächeln und er sprach von „super“. Aus der eigenen A-Jugend kamen acht Spieler zu den Aktiven, von denen Mittelfeldspieler Milos Bjelkic, Abwehrmann Marvin Reichenwallner und die Angreifer Moritz Parzer und Marcel Fiedler nicht nur im Kader des A-Teams stehen würden, sondern „so mancher Anwärter auf einen Stammplatz“ sei. Zudem hält der Coach Furkan Balci (ehemals Jugend SV Fellbach) „für eine gute Alternative im Angriff“. Da mit Albert Aliu (VfL Stuttgart) nur ein Akteur seine Sachen zusammenpackte, hatte „ich einen 22-Mann-Kader in Aussicht und ein Konkurrenzkampf wäre seit längerer Zeit mal wieder entfacht“. Es blieb aber bei dem „wäre“. Das ursprüngliche „super“ wurde von der Mühlhausener Realität eingeholt und vor allem in den ersten drei Partien – unter anderem zum Auftakt bei den Sportfreunden und dann in Uhlbach – wird ein Spielermangel herrschen. Grund: Die eingeplanten Volkan Uyar und Martin Baumert sind noch gar nicht aufgetaucht – der Coach rechnet auch nicht mehr mit ihnen. Kessler selbst und Milos Bjelkic haben sich zudem die Bänder gerissen und fallen noch für einige Zeit aus. Mindestens sechs Monate fehlt Timo Bauer nach seinem Achillessehnenriss. Doch Jammern hilft nichts und Kessler ist dennoch davon überzeugt, „einen sicheren Mittelfeldplatz erreichen zu können“. Wichtig dafür wird aber sein, die Schwächephasen in den Partien, bei „denen wenig bis teilweise gar nichts geht, endlich in den Griff zu bekommen“. Darüber hinaus sieht der Coach noch Potenzial im spielerischen Bereich. „Unser Aufbauspiel muss sicherer werden.“

PSV Stuttgart

Während im Lockdown bei vielen Vereinen Stillstand herrschte, war der PSV ganz schön aktiv – und zwar auf Instagram. Mit regelmäßigen Posts und Live-Interviews, auch mit den Neuzugängen, war der Verein auf der Plattform umtriebig. Trainer Damian Nagler bezeichnete sein Team dabei als „FC Bayern der Kreisliga A“, was bei der Konkurrenz teilweise zu Kopfschütteln führte und von „die spinnen doch“, die Rede war. „Ein stückweit wollten wir provozieren“, sagt Nagler, „aber wir haben uns damit selbst auf den Arm genommen und viele haben wohl die Ironie nicht erkannt“ – den beabsichtigten sehr positiven Nebeneffekt auch nicht. Der PSV wollte damit die Aufmerksamkeit – „auch für den Kreisliga-A-Fußball“, so Nagler – steigern und Sponsoren generieren. Mit Erfolg. „So bekamen wir drei neue Trikotsätze, zwei komplette Ausgehanzüge und zwei einheitliche Trainingskleidungen gesponsert.“ Und weil das Ganze ja nur ironisch gemeint war, setzt sich der Verein auch realistische Ziele und hat nicht den Aufstieg im Visier. „Ein einstelliger Tabellenplatz soll es auf jeden Fall werden, wie weit es nach vorne geht, muss sich zeigen.“ Zumindest hat sich der PSV zielgerichtet verstärkt – ganz besonders in der Offensive. Die Defensive sei bereits stabil gewesen, im Angriff habe es aber nur Lokman Koc gegeben. „Das wussten die Gegner, nahmen ihn teilweise in doppelte Manndeckung und unser Angriffsspiel stockte.“ Mit den Neuzugängen Patrick Weigl (auch spielender Co-Trainer, zuletzt Trainer SV Gablenberg), Nikolai Pozorski (Gablenberg), Konstantinos Baxevanidis, (VfL Stuttgart), Theofilos Lialios (beide VfL Stuttgart) und Noel Guerra (TSV Münster) „ist unser Spiel nach vorne nicht mehr ausrechenbar“. Wie weit es für den PSV nach vorne gehe, hänge auch vom Start ab. Und das ist laut Nagler „ein absolutes Brett. „An den ersten vier Spieltagen bekommen wir es mit drei Titelaspiranten zu tun.“ Das sind für den Coach der ASV Botnang (Auswärtsspiel zum Auftakt um 15 Uhr), die Sportfreunde Stuttgart und Uhlbach. „Die Partien können richtungsweisend sein.“

TSV Uhlbach

Den Götzenberg-Kickern kam in der Vorsaison der coronabedingte Abbruch höchst ungelegen. Alle bis dahin absolvierten sechs Spiele wurden von der Truppe des Trainer-Duos Stefan Schullehner/Carmine Greco eindrucksvoll gewonnen, der Vorsprung auf die Konkurrenz betrug bei zwei weniger ausgetragenen Partien einen Punkt. Die verpasste Aufstiegschance hat man beim TSV längst abgehakt, schaut nach vorne und will es in diesem Jahr packen. „Es kommen sicherlich mehrere Mannschaften für den Titel in Frage. Ich denke aber, dass wir wieder ein heißer Anwärter sind“, sagt Stefan Schullehner, der weiterhin als spielender Trainer unterwegs sein wird. Das Plus des TSV: „Wir sind spielerisch stark, verfügen über einen tollen Teamgeist und sind in allen Mannschaftsteilen mehrfach gut besetzt. Auswechslungen tun uns nicht weh, weil man genau weiß, der frische Spieler gibt alles und bringt ebenfalls Qualität mit, sodass kein Leistungsabfall zu befürchten ist.“ Und besagte Qualität hat sich bei den Uhlbachern weiter gesteigert. Darius Tabatabai dürfte noch A-Jugend spielen, wird aber schon hochgezogen, weil er über viel Potenzial verfüge. „Der Junge kann alles spielen und es in die Startformation schaffen.“ Dem Götzenbergern Tschüss hat indes kein Akteur gesagt. Die Vorbereitung verlief aber schleppend, teilweise sei sozusagen eine ganze Mannschaft im Urlaub gewesen. Schullehner, der selbst unterwegs war, nimmt’s aber gelassen. „Die abwesenden Spieler haben individuell trainiert, verfügen also auch über eine gewisse Fitness. Ab September wird die Truppe dann wieder so gut wie komplett anwesend sein.“ Zum Auftakt am Sonntag (15 Uhr) muss der TSV zum FC Stuttgart-Cannstatt. „Über den FC weiß ich nichts. Da wir aber so viele Spiele wie möglich gewinnen wollen, wollen wir auch zum Auftakt drei Zähler einfahren.“

TSV Münster

Es heißt, der Fußball schreibe die kuriosesten Geschichten. Vor kurzem hat sich dies wieder bewahrheitet. In seinem ersten Pflichtspiel als neuer Trainer des TSV Münster musste Stefan Schuon bei der Spvgg Cannstatt antreten. Ausgerechnet dem Verein, für den er viele Jahre spielte und auch erfolgreich anleitete. Das Pokalspiel gegen die Spvgg II wurde „nach einem schwachen Auftritt“, so Schuon, mit 4:1 gewonnen. Ansonsten war es ganz und gar nicht schwach, was seine neue Mannschaft bislang in der Vorbereitung abgeliefert habe. Neu ist dabei das richtige Wort, denn bei den Grünhemden folgte so etwas wie eine Rundum-Erneuer­ung, sind 14 frische Spiele gekommen, die allesamt „im Kader der ersten Mannschaft stehen“. Vor allem Akteure für die Offensive, die teilweise eine „enorme Qualität mitbringen“, so Schuon. Unter anderem meint er die Heimkehrer Bernhard Kreis (SC Stammheim), Simon Knauß (aktuell verletzt) und Marvin Haller (beide TSV Schwaikheim). Auch Mohran Hussein spielte bereits für Münster und ist „ein gefährlicher Stürmer“. Gleiches gelte für Kevin Sholabomi, gekommen vom Bezirksligisten TB Untertürkheim. „Vorne mussten wir unbedingt etwas machen, da war in der Vergangenheit wenig los in Münster.“ Dagegen sei der Defensivverbund in den Spielzeiten zuvor schon ganz gut gestanden. Zuwachs gab es dort dennoch – unter anderem von Jens Wörner (Grün-Weiß Sommerrain) – ebenfalls ein TSV-Urgestein. Die Rückrufaktion habe man bewusst gemacht. Denn das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans hätte zuletzt stark gelitten. „Vordergründig wollen wir deshalb durch Einsatz und spielerisch guten Fußball den verlorenen Kredit der Zuschauer zurückgewinnen.“

Trotz der zweifelsohne vorhandenen Qualität des Teams gibt man sich – nach den miserablen Saisonen der Vorjahre – bescheiden. „Eine sorgenfreie Runde peilen wir an, in dem sich das Team festigen und zusammenwachsen soll.“ Längerfristig werden die Ziele dann ambitionierter. „Klar, irgendwann soll der TSV wieder in der Bezirksliga spielen.“ Zum Auftakt am Sonntag (15 Uhr) tritt Münster beim TV Zazenhausen an.

SV Grün-Weiss Sommerrain

Markus Treyz hört sich sehr zuversichtlich an, wenn er über die kommende Runde spricht. Man wolle schnell einen gesicherten Mittelfeldplatz klar machen und „dann schauen, wie weit es nach vorne gehen kann“, sagt der Sommerrainer Trainer. Es störte ihn auch gar nicht, dass während der Vorbereitung in der Regel nur 50 Prozent des Kaders anwesend gewesen sei. „Klar konnten wir nur im Ausdauerbereich etwas machen, mehr aber auch nicht.“ Wobei das sei nicht tragisch gewesen, denn: „Jeder der da war, hat alles gegeben, sich voll reingehängt. Sowohl im Training als auch bei den Testspielen.“ Und von seinem Kader ist er angetan. Alle Akteure hätten das Zeug für die Startformation, sodass, egal wer spielt, kein Leistungsabfall zu befürchten sei. Zudem wurde das fußballerische Personal aufgewertet, vor allem durch die beiden Defensivspieler Giuseppe Gerbi (TSV Weilimdorf II) und Arjanit Hasaj ( TV Pflugfelden). „Dort hatten wir in der Vergangenheit Probleme, durch die beiden erhoffe ich mir Stabilität.“ Für diese Stabilität sei aber auch die ganze Mannschaft verantwortlich und zuständig. „Wir müssen im Kollektiv verteidigen und jeder mitmachen. In der Vergangenheit hatten wir immer wieder Phasen im Spiel, da ist der eine oder andere aus unserem Konzept ausgebrochen, hat nicht mitgemacht und prompt boten wir dem Gegner Lücken an, die dieser dann nutzte.“ Um recht weit vorne mitmischen zu wollen, müssen wir das abstellen.“ Wie weit die Defensivstabilität bei den Grün-Weissen fortgeschritten ist, kann sich schon in den beiden Auswärtspartien am Sonntag, 15 Uhr, beim TV Kemnat und dann bei der Sportvg Feuerbach II zeigen. „Vier Punkte sollten drin sein.“

VfB Obertürkheim

Nach nur einer Spielzeit mit der SportKultur Stuttgart – und diese wurde ja nach zwei Monaten beendet – tritt der VfB wieder als eigenständige Mannschaft an. Möglich macht das sozusagen die Übernahme der kompletten letztjährigen zweiten Mannschaft des TSV Münster. Aufgrund von Unstimmigkeiten ist die Truppe samt Trainer Angelo Nigro abgewandert und auf der Suche nach einem Verein mit VfB-Abteilungsleiter Wolfgang Frech ins Gespräch gekommen. „Es hat gepasst und deshalb spielen wir nun beim VfB“, sagt Trainer Nigro. Und dies in der Kreisliga A. „Wir waren in der Vorsaison auf direktem Weg Richtung Aufstieg, dann kam der Corona-Stopp. Nun können wir dennoch in der Kreisliga A spielen.“ Bange vor der Aufgabe ist dem Coach nicht. Klar sei der Klassenerhalt das Ziel. Jedoch verfüge die Mannschaft über gute Charaktere, gute Einzelspieler und sei noch entwicklungsfähig. „In der Vorsaison haben wir uns erst zusammengefunden, dann aneinander gewöhnt und allmählich eingespielt. Dieser Prozess ist aber noch nicht abgeschlossen, sodass noch Potenzial schlummert.“ Zu den angesprochenen guten Einzelspielern zählt der Coach unter anderem Igor Erich auf der Sechserposition und Mittelfeldregisseur Hans Fakner. „Das sind unsere Schlüsselspieler.“ Ebenfalls gut aufgestellt sieht Nigro sein Team zwischen den Pfosten. Mit Alessio Gaeta und Daniel Teixeira „stehen uns zwei sehr gute Torhüter zur Verfügung, die uns Punkte retten werden.“ Punkte und zwar deren drei hat der Coach zum Auftakt am Sonntag, 15 Uhr, im Heimspiel gegen die SKG Botnang im Visier. „Ich denke, ein Sieg ist möglich und würde sicherlich für Schwung sorgen und das Selbstvertrauen stärken.“

TB Untertürkheim II

Wegen Corona vor zwei Jahren aufgrund der Quotientenregelung aufgestiegen, in der abgebrochenen Vorsaison wegen Corona in der A-Liga geblieben. In der Spielzeit 2021/22 soll der Klassenerhalt in der Staffel 2 ohne „fremde Hilfe“ gelingen. Der Klassenerhalt ist auch das erklärte Ziel von Neu-Trainer Johannes Würth, der das Amt vom zur ersten Mannschaft aufgestiegenen Matthias Summer übernommen hat. „Wir haben eine sehr, sehr junge Mannschaft, nur drei Akteure sind älter als 30 Jahre“, sagt Würth. Und viele der jungen Wilden hatte der neue Coach bereits unter seinen Fittichen. Seit mehr als vier Jahren war der 34-Jährige für die TBU-A-Jugend zuständig und betritt nun Neuland. „Das ist meine erste Station als Aktiventrainer. Es wird eine spannende Aufgabe und macht bislang richtig Spaß, weil die Jungs trainingseifrig sind, dazu lernen wollen und eine gute Stimmung herrscht.“ Dabei fordert der neue Coach von seinen Spielern die Gier nach dem Ball. Soll heißen: „Fußball spielen kommt bei mir vor Fußball kämpfen. Das war schon immer meine Philosophie.“ Gleichwohl Würth bewusst ist, dass man auch die Ärmel hochkrempeln und bis zum Umfallen fighten muss, will man den Klassenerhalt schaffen. „Ordentlich laufen können die Jungs, sie müssen aber noch Erfahrung dazu gewinnen, ebenso lernen, ordentlich dagegenzuhalten.“ In der Vorbereitung habe er in diesen Bereichen Fortschritte erkannt. „Wir sind auf einem guten Weg, dürfen aber nicht nachlassen.“ Vor allem nicht zum Auftakt, wenn es am Sonntag, 15 Uhr, zu Hause gegen die erfahrene und zweikampfstarke Truppe von Kosova Bernhausen geht.

FSV Waldebene Ost

Was bei der Jugend schon der Fall ist, tritt ab der kommenden Runde auch bei den Aktiven ein: Der SV Gablenberg und der FV Stuttgart 1896 haben sich zum FSV Waldebene Stuttgart Ost zusammengefunden, die Spvgg Ost soll noch folgen. Und die erste Mannschaft des FSV spielt in der Staffel 2, eben dort, wo der SV Gablenberg sonst auf Punktejagd ging. Schaut man sich den Kader des FSV an, dann setzt sich das Team auch nahezu komplett aus ehemaligen SVGlern zusammen. Auch Neu-Trainer Andreas Mitulidis, der aus dem Rheinland stammt und bei der Fortuna Düsseldorf schon die U 15 betreute, kommt vom ehemaligen SVG – er trainierte zuletzt die A-Junioren und die zweite Mannschaft. Seine Philosophie von Fußball ist das Offensivspiel. „Lieber eine Partie mit 7:3 gewinnen, als mit 1:0“, sagt der 28-Jährige, der bei der Fußballschule des VfB angestellt ist. Und diese Philosophie könne er mit dem Team durchaus spielen. „Wir haben viele gute Offensivkräfte in unseren Reihen. Einzig ein weiterer Stürmer würde uns noch guttun.“ Darüber hinaus müsse sich das Team noch finden und vollends zusammenwachsen. Aus diesem Grund bläst man beim FSV nicht zur Titeljagd. „Wir wollen oben mitspielen, ganz vorne wäre aber wohl noch zu vermessen.“ Auch wenn viele junge mit Potenzial ausgestatten Akteure in der Truppe zu finden sind, bilden die zentrale Achse erfahrene Akteure: Abwehrspieler Murat Ala, der defensive Mittelfeldspieler Leo Christ und dessen Cousin und Heimkehrer Thomas Christ (Global Stuttgart) davor seien die Führungsspieler. „Wenn sie nicht auf dem Platz stehen, dann geht uns definitiv Qualität verloren. Sie sind nicht zu ersetzen.“ Zum Auftakt am Sonntag (15 Uhr) empfängt der FSV Germania Degerloch. Die wahre Stärke des Teams wird dann wohl noch nicht zu erkennen sein. „Die Vorbereitung verlief aufgrund vieler Urlauber schleppend und auch zum Start haben wir nicht alle Mann an Bord.“

VfL Stuttgart

Der VfL hat bislang von Corona profitiert. Als die Saison nach der Quotientenregelung gewertet wurde, gab es keine Absteiger, und beim Abbruch in der vergangenen Runde stand man auch auf einem Abstiegsplatz. Jedoch war das rettende Ufer noch in Reichweite und ein Aufwärtstrend erkennbar, nachdem Erdem Ürün das Amt als Spielertrainer Ende September 2020 übernommen hat. Und diesen Aufwärtstrend gelte es nun fortzusetzen, so Ürün, „um den Klassenerhalt auf jeden Fall und nicht mit Zittern bis zum Schluss zu schaffen“. Zwar hält sich das Verhältnis zwischen Zu- und Abgängen die Waage, „doch ich denke, wir haben uns sinnvoll verstärkt, vor allem Erfahrung ins Boot geholt“. Vorrangig denkt er dabei an die beiden Antonios – Botta und Traficante. Mit beiden hat Ürün einst bei der SG Untertürkheim gespielt, gemeinsam war das Duo Trainer des PSV Stuttgart. Zuletzt pausierten die beiden. „Von ihrer Routine können unsere jungen Spieler profitieren, sie sollen das Team führen.“ Eine gleiche Aufgabe kommt dem mittlerweile 40-jährigen Bülent Güner zu. „Trotz seines Alters hat er immer noch viel Dampf und bringt den Einsatzwillen und die nötige Aggression in den Zweikämpfen mit, die wir brauchen.“ Zuversichtlich stimmt Ürün auch der große Kader von 25 Mann. „Klar, in der Vorbereitung waren viele im Urlaub. Jedoch bin ich mir sicher, dass die Trainingsbereitschaft gut sein wird und wir im Laufe der Saison dann auch verschiedene Systeme einstudieren können, die auf den jeweiligen Gegner abgestimmt werden können.“ Zum Auftakt am Sonntag, 15 Uhr, zu Hause gegen den SV Bonlanden II, „wollen wir mit einem positiven Ergebnis starten“.

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