In dieser Szene scheitert Gablenbergs Leon Renner (links) noch an Musbergs Innenverteidiger Marc Wiederoder. Unmittelbar nach der Pause besorgte der Stürmer jedoch das 1:1 und die Partie kippte. Foto: /Holger Strehlow

Die Fußballer des SV Gablenberg ziehen durch 3:1-Sieg über den TSV Musberg ins Pokalfinale ein. Zwei Jokertore.

Gablenberg - Das Team wird alles versuchen, um den Einzug ins Finale zu schaffen“, versprach Patrick Weigl, der Spielertrainer des Kreisliga-A-Vertreters SV Gablenberg vor dem Halbfinal-Heimspiel gegen den Favoriten aus der Bezirksliga, den TSV Musberg. Und den Worten ihres Coaches ließen die Schützlinge auch Taten folgen. Alle eingesetzten Akteure kämpften im ersten Pflichtspiel seit der Corona-Unterbrechung am 8. März bravourös und verließen den Platz als verdienter Sieger. Vor allem aufgrund eines engagierteren Auftritts nach der Pause und dem glücklichen Händchen von Fabio Criscuolo, dem neuen Trainerpartner von Weigl. Dieser wechselte mit Leo Christ (58.) und Eric Lauble (80.) nämlich den Sieg ein. Christ sorgte in der 77. Minute nach einem selbst erkämpften Ball und anschließendem Volleyschuss aus 22 Metern für die 2:1-Führung. Lauble bat in der zweiten Minute der Nachspielzeit auf der linken Seite zu einem Tänzchen, ließ einen Musberger samt Schlussmann Simon Hochschein ganz alt aussehen und schlenzte zur endgültigen Entscheidung ein. Der Dosenöffner für die Hausherren war aber die Verwertung ihrer allerersten Chance in der 48. Minute. Spielertrainer Weigl, der es in der ersten Hälfte im Duell mit dem ebenfalls stämmig gebauten Marc Wiederoder schwer hatte, ließ sich nach der Pause mehr auf die linke Seite fallen und entzog sich so der Bewachung des starken Musberger Innenverteidigers. „Ich wollte mehr Bälle bekommen und halten, habe mich deshalb mehr außen angeboten“, so Weigl. Und die Taktik ging prompt auf. Völlig frei wurde Weigl auf links angespielt, konnte sich ohne Zeitdruck drehen und schauen, was sich im Strafraum so alles abspielt. Unter anderem, dass sein Sturmkollege Leon Renner völlig verwaist im Sechzehner unterwegs war. Die Flanke kam herrlich und Renner köpfte aus fünf Metern souverän zum 1:1 ein. Einer von zwei Knackpunkten im Spiel.

Zuvor hatte der Bezirksligist, der die „Corona-Saison“ als Aufsteiger auf Platz drei beendete, die zwingenderen Aktionen, während sich die SVG-Akteure zwar ins Zeug legten, aber nach vorne hauptsächlich mit langen Bällen auf Weigl agierten und so kein Durchkommen Richtung Tor fanden. Auf der anderen Seite stand Friedrich Grivas nach einem Gablenberger Abspielfehler und direktem Anspiel des starken Kapitäns Lukas Zug frei vor Schlussmann Patrick Schollbach. Doch dieser reagierte blitzschnell und hielt das 0:0 fest. Keine so glückliche Figur gab der sonst souveräne Rückhalt Schollbach in der 43. Minute ab. Zug verwandelte einen Freistoß aus 23 Metern zum 1:0 ins Torwarteck. Jedoch war der Freistoß vermeidbar, ein Gablenberger vertändelte den schon sicher geglaubten Ball. Der zweite Knackpunkt der Partie war die Ampelkarte für Grivas (70.) wegen Ballwegschlagens. Eine sehr harte Entscheidung des sonst guten Schiedsrichters Lukas Graeser-Herbstreuth (Stuttgart). Danach lief in Unterzahl beim Bezirksligisten wenig bis gar nichts mehr zusammen, während Christ sieben Minuten später die Weichen für Gablenberg auf Sieg stellte.

Durch diese Überraschung trifft der SV Gablenberg am Sonntag, 2. August, um 16 Uhr im Pokalfinale in Plattenhardt auf den Bezirksligisten Sportvg Feuerbach, der Vaihingen mit 6:5 nach Elfmeterschießen besiegte. „Jetzt sind wir im Finale, jetzt wollen wir den Pott natürlich auch holen“, so der euphorische Gablenberger Neu-Coach Criscuolo. Es wäre dann der zweite in der Saison 2019/20. Denn vor der Musberg-Partie überreichte Gerhard Fischer vom Fußball-Bezirk Stuttgart dem SVG den Pokal für den Pokalbesten der Kreisliga A.

SV Gablenberg: Schollbach; Johannes Schulze , Kryeziu, Janz, Schedl (65. Gägstätter), Johnathan Schulze (80. Lauble), Pozorski (14. Meschitschek), Fetzer (58. Leo Christ), Beutenmüller, Renner, Weigl.

TSV Musberg: Hochschein; Minhas (54. Haug), Wiederoder, Zschorsch, Jaumann (79. Gastel), Simon, Weller, Zirfass (60. Maier), Muntzinger (49. Dodoldi), Zug, Grivas.

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